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	<title>Pastorenstückchen &#187; Predigt</title>
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	<description>Blog eines Pfaffen &#34;erfrischend, ironisch distanziert&#34;</description>
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		<title>Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 09:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch jung der Vorsatz. Wenige Stunden erst. Vielleicht Tage oder Wochen schon. Doch ab heute zählt&#8217;s. Es geht los. Der Vorsatz gilt. Die Strategie ist klar. Die Ziele sind gesetzt. Wohl dem, der das schon mal geleistet hat. Denn dann &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2012/01/meine-kraft-ist-in-den-schwachen-machtig/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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<p>Noch jung der Vorsatz.<br />
Wenige Stunden erst.<br />
Vielleicht Tage oder Wochen schon.<br />
Doch ab heute zählt&#8217;s.<br />
Es geht los.<br />
Der Vorsatz gilt.</p>
<p>Die Strategie ist klar.<br />
Die Ziele sind gesetzt.</p>
<p>Wohl dem, der das schon mal geleistet hat.<br />
Denn dann ist Orientierung gegeben und für Umsetzung gesorgt.</p>
<p>Starke Leistung, wer dazu in der Lage ist: Ziele formulieren, Pläne machen. Und wenn es gut gelingt sogar die Strategien zu Selbstüberwindung mit einbauen. Dann geht es in großen Schritten auf das Ziel zu.</p>
<p>Grandios. Da kann man und Frau nur sagen Hut ab. Applaus.<br />
Doch:<br />
Das Jahr ist jung.<br />
Der Kalender noch unbeschrieben, aber die Ahnung, dass alles so unberührt, so chancenreich und mit völlig offenen Möglichkeiten vor mir liegt, ist in Wahrheit wirklich nur eine Ahnung. Und diese Ahnung bleibt.<br />
Sie hängt gewissermaßen schon als Begleitfaktor mit über dem neuen, noch jungen Jahr.</p>
<p>Schnell ist manchmal verflogen, was kraftvoll begann.<br />
Und Biblische Weisheit geht in den Volksmund über:<br />
&#8220;Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.&#8221;</p>
<p>So schleicht er sich ein dieser Gedanke.<br />
So mischt er sich unter alle gefassten Vorsätze.<br />
Er begleitet den strunzenden Optimismus mit einer Ahnung davon, dass auch ein Scheitern nicht ganz ausgeschlossen ist.</p>
<p>Das Scheitern mitzudenken gehört nun nicht zu den Tugenden, die der Coach seinem Team mit auf den Weg zu geben hat.<br />
Der Coach soll vielmehr stärken, hart machen.<br />
Er soll zu Selbstvertrauen führen, das grenzenlos ist und das in dem vielzitierten Satz mündet, der von Sportlern, wie von Popstars gleichermaßen gerne bemüht wird:<br />
&#8220;Ich glaube an mich.&#8221;</p>
<p>Dieses &#8220;Ich glaube an mich&#8221; ist gewissermaßen die Antithese zu der Jahreslosung aus dem 2.Korintherbrief 12,9: &#8220;Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den schwachen mächtig.&#8221;<span id="more-1661"></span></p>
<p>Denn der Apostel Paulus, selber von gewisser körperlicher Schwäche gezeichnet, &#8220;coacht&#8221; die Gemeinde in Korinth auf eine Weise, die auch für damalige Ohren ungewöhnlich war. </p>
<p>Eigenes Versagen und die Möglichkeit des Scheiterns wird nicht ausgeblendet, sondern in den Blick genommen. Ja, mehr noch: &#8220;Schwäche&#8221; kommt überhaupt nicht als &#8220;Scheitern&#8221; zum Vorschein.<br />
Vielmehr dient sie als Erweis der Gnade Gottes, die sich in den Schwachen als mächtig darstellt.</p>
<p>Was hier ausgesagt wird, ist nicht mehr und nicht weniger als eine Umwertung aller Werte einer Haltung, die den Wettbewerb und die Leistung als Ernstfall aller menschlichen Möglichkeit zu definieren versucht.</p>
<p>Erreichte Leistung und objektiv gemessener Erfolg ermöglichen die These vom Gewinn der These &#8220;Ich glaube an mich&#8221;. Zugleich jedoch verstellen sie die Sicht auf menschliche Wirklichkeit, die nie ohne Niederlagen auskommen kann.<br />
Und was noch weitaus schwerwiegender ist:<br />
Errungene Leistung und gefeierter Erfolg verstellen (meist) auch noch den Blick auf die Einsicht, dass menschliches Leben, ja, dass Leben &#8220;überhaupt&#8221; sich  der Gnade Gottes verdankt.</p>
<p>Anders gesagt:</p>
<p>Ich kann nichts tun. Gott schenkt und ich empfange. Er gibt, mir wird gegeben. </p>
<p>Das lassen „wir“ modernen Menschen uns nur schwer sagen, dass wir nichts tun können.</p>
<p>Zu sehr wird uns das „Ich glaub an mich“ und das „Da geht noch was“ medial eingehämmert.<br />
Und wenn dann nichts mehr geht, ist es eine Katastrophe. Eine Katastrophe, die nur noch von professionellen Helfern begleitet werden kann und muss, weil das Scheitern in unserer Gesellschaft keine Berechtigung und auch keinen Ort mehr hat.</p>
<p>Nichts haben wir mehr nötig als still zu sein und still zu halten, wenn Gott uns in unserer Schwäche Kraft schenken will.</p>
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		<title>Das besondere &#8220;Gefühl an Weihnachten&#8221;</title>
		<link>http://pastorenstueckchen.de/2011/12/das-besondere-gefuhl-an-weihnachten/</link>
		<comments>http://pastorenstueckchen.de/2011/12/das-besondere-gefuhl-an-weihnachten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 16:53:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieder haben es in sich! Weihnachtslieder allzumal! „Es stellt sich ein besonderes, unverwechselbares Gefühl ein; das verliere ich nie. Die Weihnachtslieder tragen mich jedes Jahr wieder in der Erfahrung des Besonderen“; so beschreibt ein Prominenter sein Empfinden. Selbst ein „Stille Nacht, &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2011/12/das-besondere-gefuhl-an-weihnachten/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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Weihnachtslieder allzumal!<br />
„Es stellt sich ein besonderes, unverwechselbares Gefühl ein; das verliere ich nie.<br />
Die Weihnachtslieder tragen mich jedes Jahr wieder in der Erfahrung des Besonderen“; so beschreibt ein Prominenter sein Empfinden. Selbst ein „Stille Nacht, heilige Nacht“ aus dem dumpfen Lautsprecher eine Kinderkarusells gehört wohl auch ein wenig zu diesem „Besonderen“.<br />
An Weihnachten ist das Besondere, dass es eine scheinbar identische Situation gibt. Eine identische Situation die sich gleichwohl jährlich wiederholt. An Weihnachten klingt in uns an, was wir sonst immer meiden, weil es nämlich leicht langweilig wird; an Weihnachten suchen wir das Besondere im Identischen.<br />
Das Besondere im Identischen?</p>
<p>Erklärt das dieses besondere unverwechselbare Weihnachtsgefühl?<br />
Geht es nicht genau darum, diesem Weihnachtsgefühl nachzuspüren? Es für mich fruchtbar zu machen, als eine Botschaft, als eine Lebenshaltung, die weit über diesen Heiligen Abend hinausreicht? Eben das Besondere im identischen zu entdecken?<br />
Das nun freilich schafft man nicht so leicht.<br />
Man und frau muss es sich vornehmen und wollen, dann kann so etwas gelingen:</p>
<p>-Dass ich mich neu sehe. Meine Person in neuem Licht.<br />
-Dass ich klarer sehe, worauf es im Leben ankommt.<br />
-Dass ich Auswege aus Sackgassen meines Lebens finde und breite, überschaubare Pfade verlasse.<br />
-Und auch, dass ich glauben kann, und beten.</p>
<p>Wie ein Kind.<br />
Zu einem Kind.<br />
Das macht das Besondere der weihnachtlichen Situation aus, dass kann jedes Jahr von neuem beginnen.</p>
<p><span id="more-1637"></span></p>
<p>Die vollständige Predigt könnt ihr <a href="http://pastorenstueckchen.de/2007/12/predigt-weihnachten-1-timotheus3/" title="Lieder haben es in sich! (Predigt über Timotheus 3)" target="_blank">hier</a> nachlesen</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Predigt über Philipper 4,4-6 (short version; für Schnelleser)</title>
		<link>http://pastorenstueckchen.de/2011/12/predigt-uber-philipper-44-6-short-version-fur-schnelleser/</link>
		<comments>http://pastorenstueckchen.de/2011/12/predigt-uber-philipper-44-6-short-version-fur-schnelleser/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 21:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Freude]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntagspredigten sind oft zu lang! Vielleicht nicht in der Kirche, aber zumindest am Bildschirm. Diese Art der Rückmeldung habe ich mehrfach zu hören bekommen. Oft habe ich in der Vergangenheit auch gespürt: &#8220;Für&#8217;s Netz müsstest du das prägnanter sagen&#8221;. Das &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2011/12/predigt-uber-philipper-44-6-short-version-fur-schnelleser/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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<p>Sonntagspredigten sind oft zu lang! Vielleicht nicht in der Kirche, aber zumindest am Bildschirm. Diese Art der Rückmeldung habe ich mehrfach zu hören bekommen. Oft habe ich in der Vergangenheit auch gespürt: &#8220;Für&#8217;s Netz müsstest du das prägnanter sagen&#8221;. Das gelingt oft nicht. Hier habe ich einen Versuch gemacht, eine Predigt aus dem Jahr 2009, die in diesem Monat sehr oft gelesen wurde, in einer gekürzten Fassung noch einmal &#8220;anzubieten&#8221;. Mal sehen, welche Fassung mehr Leser_innen findet&#8230;.<br />
<div id="attachment_1656" class="wp-caption aligncenter" style="width: 210px"><img src="http://pastorenstueckchen.de/wp-content/upLoads/2011/12/1316308_funny_raspberry.jpg" alt="grinsende Himbeere" title="smile raspberry" width="200" height="300" class="size-full wp-image-1656" /><p class="wp-caption-text">sxc.hu</p></div> </p>
<blockquote><p>Lächel doch mal!<br />
Freust du dich denn gar nicht?<br />
Nun sei doch nicht so!<br />
Dir kann man aber auch gar nichts recht machen!</p>
<p>Vier Sätze, die wir nicht gern hören. Am Heiligen Abend in einer unbedachten Äußerung verwendet, können sie zu einem wahren Fiasko familiärer Befindlichkeit führen! Ich gebe zu ich hab´s nicht so mit dem Freuen. Der Zwang “gut drauf” zu sein, regt mich meistens mehr auf als an. Und dauergrinsende Fernsehgestalten, die mundgerecht die Welt erklären, lassen mich das Radio einschalten. Dabei schätze ich Freundlichkeit (zumal im Alltag) sehr und finde auch, dass man vor allem sich selbst gegenüber oft freundlicher sein könnte.Dann klappt´s vielleicht auch mit dem Nachbarn.</p>
<p>Aber wehe einer steht auf und sagt:<br />
“Die Hände zum Himmel. kommt lasst und fröhlich sein!”<br />
Das finde ich aufgesetzt, da mach ich nicht mit <span id="more-1619"></span>(Außer vielleicht, es ist gerade Karneval, da gelten ja hier im Rheinland die eigenen Gesetzte)! Ist der Apostel Paulus eine Grinsekatze, die zu aufgesetzter Freude ermuntern will? Man könnte meinen Ja! Zumindest, wenn man die Worte aus dem Philipperbrief Kapitel 4,4-6 liest.<br />
Es gibt dazu die nette Anekdote, dass der Theologie Student in der Bibelkundeprüfung zum Philipperbrief gefragt wird, was er dazu wisse. Und er antwortete “Freut euch, liebe Brüder freuet euch!”Es entstand eine längere Pause in die hinein der Prüfer dann fragte: “Und weiter, was sonst noch”?Daraufhin antwortete der Student:“Und abermals sage ich euch, freuet euch!”</p>
<p>Die Freude des Prüfers dürfte sich in Grenzen gehalten haben, die des Prüflings ist leider nicht mit überliefert. Vielleicht war er eine richtige Frohnatur und kam schließlich doch noch mit seinem Wissen über den Philipperbrief heraus. Dann wäre vielleicht darin deutlich geworden, dass Paulus keineswegs ein Gute-Laune Missionar gewesen ist.</p>
<p>Denn liest man den Philipperbrief wird schnell deutlich, dass der Apostel eigentlich überhaupt keinen Grund hatte sich über die Maßen zu freuen. Im Gegenteil! <br />
Paulus bezieht sich hier auf das „Kommen Gottes“ als Grund seiner Freude.</p>
<p>Doch wenn Paulus hier an dieser Stelle, aus dem Gefängnis heraus, vom Kommen Gottes redet, meint er nicht die vielzitierte besinnliche Adventszeit, die als Vorfreude auf den Heiligen Abend im Kreise der Familie zielt.</p>
<p>Nein, der Apostel zielt nicht auf Besinnung, zielt auch nicht darauf, dass es sinnvoll sei, das Leben mit Gott.<br />
Und er zielt erst recht nicht darauf, dass ein christliches Leben frei von Angst, Sorge und abgründigster Not sei.</p>
<p>Wenn Paulus sich hier freut, dann freut er sich auf das Kommen Jesu am Ende aller Zeit. Der Apostel hat sein persönliches Ende im Blick. Paulus hat also sein Ende im Blick, aber nicht, damit endlich alles vorbei sei, sondern weil er dann in Gemeinschaft mit Christus leben kann und damit auch Einblick hätte in die Geheimnisse Gottes, die uns heute –oft schmerzlich genug- vor Augen stehen.</p>
<p>Das Kommen Gottes als endzeitliche Kommen ist der Grund zur Freude!</p>
<p>Und dann, kann die Freude wahrlich nicht groß genug sein.<br />
Weil sich dann die Hoffnung erfüllt und bewahrheitet, dass Gott es gut mit uns meint.Dass es um Ende der Zeit wirklich gut ausgeht und nicht am Ende Chaos herrscht und sich die Welt und alles je gewesene in Luft auflöst und nur noch vorschöpferischen Rauschen herrscht.Der Blick auf das Kommen Gottes am Ende aller Zeit, ist für den Glaubenden das Zentrum seiner christlichen Existenz.</p>
<p>Denn hier entscheidet sich, das Glaube mehr ist als Versüßung oder Verzierung unseres Lebens.<br />
Hier wird die tiefe Glaubensgewißheit deutlich, ohne die alles kirchliche Tun und Lassen bedeutungslos wäre.</p>
<p>Wären Christen nicht von Anfang an im tiefsten ihres Herzens davon überzeugt gewesen, dass Jesus Christus die Wahrheit über Gott und sein Handeln an uns zeigt, wäre es nie zu einer Bildung einer Kirche gekommen.</p>
<p>Am Anfang also steht der unerschütterliche Glaube an Christus als den, der mein Leben in seinen Händen hält.</p>
<p>Und der es zum Guten führt –unabhängig davon ob es lang ist und in meinen Augen gelungen, oder ob es abgebrochen und verfehlt erscheint.</p>
<p>Nicht meine Deutung entscheidet über mein Leben, sondern entscheident ist, wie Gott mich ansieht.<br />
Und in Jesus sieht Gott mich als jemanden an, der perfekt ist.<br />
Vor Gott bin ich perfekt –das ist der Kern des Evangeliums, dessen strahlende Leuchtkraft leider allzu oft verdunkelt wird.<br />
In Klammern gesagt: Auch durch das, was Kirche gennant wird! Doch das wäre ein anderes, ein vielschichtiges und vorallem ein sehr schmerzhaftes Thema.</p>
<p>Dass ich vor Gott so sein darf wie ich bin, weil er mich besser kennt, als ich mich kenne und mich trotzdem als perfekt ansieht, dass stärkt meinen Glauben und lässt mich gewiss sein, dass es zu einem Ende ohne Schrecken kommen wird.</p>
<p>Darüber kann man und frau sich freuen.<br />
Bis über beide Ohren sogar, ohne damit zu einer Grinsekatze oder Grinsekater zu werden.</p></blockquote>
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		<title>Predigt über Offenbarung 5,1-5 1.Advent</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 15:38:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil Predigt eigentlich fürs Hören geschrieben wird. Hier ein Mitschnitt aus dem Gottesdienst am ersten Advent in der Friedenskirche. Die Qualität ist noch verbesserungswürdig, aber das Geraschel hört nach einer Minute immerhin auf. Leider war das richtig gute Gemeindemikro nicht &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2011/12/predigt-erster-advent-offenbarung-51-5/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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<p>Weil Predigt eigentlich fürs Hören geschrieben wird. Hier ein Mitschnitt aus dem Gottesdienst am ersten Advent in der Friedenskirche. Die Qualität ist noch verbesserungswürdig, aber das Geraschel hört nach einer Minute immerhin auf. Leider war das richtig gute Gemeindemikro nicht verfügbar, aber für elf Minuten und 50 Sekunden mag es für dieses Mal gehen&#8230;.</p>
<p><a href="http://pastorenstueckchen.de/wp-content/upLoads/2011/12/Recording-1.mp3">Predigt Offenbarung 5,1-5</a></p>
<p>Und für die, die nicht die Zeit zum Hören haben, folgt eine Kurzfassung:</p>
<p>„Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Das kennen Sie.<br />
Das beliebte Spiel „ich sehe was, was du nicht siehst“ war einst besonders auf langen Autofahrten beliebt.<span id="more-1591"></span> Bevor es diese eingebauten Fernseher in den Kopfstützen der Elternsitze im Auto gab.<br />
Es wurde gespielt immer wenn die Reise lang zu werden drohte, oder schon längst viel zu langweilig geworden war.</p>
<p>In gewisser Weise ist der Predigttext vom heutigen Sonntag auch so ein „Ich sehe was, was du nicht siehst“ Spiel. Gespielt vom Schreiber der sogenannten Offenbarung des Johannes.<br />
Er schreibt auf, was er sieht, was die anderen (seiner Zeitgenossen) nicht sehen.</p>
<p>Doch lesen sie selbst:<br />
Offenbarung des Johannes aus dem <a href="http://www.bibleserver.com/text/LUT/Offenbarung5" target="_blank">5.Kapitel, die VV 1 -5:</a> </p>
<p>Ein visionärer Text. In der Tat. Doch kranken Visionen manchmal daran mindestens geheimnisvoll, rätselhaft, wenn nicht gar ganz unverständlich daher zu kommen.<br />
Bei diesem Text scheint es nicht anders zu sein. Doch bei genauerem hinsehen trifft das auch auf weitaus verständlicherer Texte zu, wie z.B. die Evangeliumslesung aus dem Matthäus Evangelium, dass wir in der Schriftlesung gehört haben. Jesus zieht in Jerusalem ein. Eine den -zumindest bibelkundigen- Lesern bekannte Geschichte. Doch muss man auch hier schon etwas um die Ecke denken. Denn schließlich ist diese Geschichte eine Erzählung, die eigentlich den Anfang der Passionsgeschichte einläutet. Und weil die Passionszeit eine Warte- und also Vorbereitungs- und Bußzeit ist, „passt“ das natürlich auch an den Anfang der zweiten Buß- und Vorbereitungszeit im Jahr, nämlich der Adventszeit. </p>
<p>Letztlich nötigen uns beide Texte am heutigen ersten Advent konsequent dazu sie „quer“ zu unserer Erwartungshaltung zu lesen.</p>
<p>Der erste, also der Evangeliumstext von Jesu Einzug in Jerusalem nötigt uns dazu unser Bild von „herrschen“ und „Herrschaft“ zu überdenken.<br />
Unser Herr kommt nicht hoch zu Ross. Er kommt auf einem Esel und dennoch in Art und Weise desjenigen, der die Insignien der Macht hat.<br />
Aber anders als die „Herren der Welt“ setzt er seine Macht nicht für sich selbst, sondern für andere ein.</p>
<p>Diese „Machtausübung“ Jesu, die die Macht der eigentlich Mächtigen konterkariert wird innerhalb der Verkündigung der Kirche oft vorschnell von seiner Auferstehungsmacht überstrahlt.<br />
Hier wäre durchaus angebracht über den Gebrauch von Macht durch Ohnmacht zu sprechen. Nicht vorschnelle Demonstration von mächtigen und  auch gewaltigen und oft auch gewalttätigen Entscheidungen wird sich durchsetzten. Sondern die Kraft des Mächtigen, der seine Macht und Stärke aus der Ohnmacht und schließlich sogar aus der Gottesverlassenheit zieht.<br />
Ihm und keinem anderen gilt: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.</p>
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		<title>Der Liebe Gott und der nickelige Jesus (Predigt Mt 21, 28-32)</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 09:52:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nächstenliebe]]></category>
		<category><![CDATA[Protestantismus]]></category>

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		<description><![CDATA[„Das ist aber ein ganz Lieber!“ Diesen Satz kennen Sie bestimmt aus verschiedenen Zusammenhängen. Oft wird er auf Personen, besonders aber auf viele Vierbeinern (Hunde) bezogen, meist auch von dem Satz begleitet: „Der will nur spielen!“ Aber auch der liebe &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2011/09/predigt-mt-21-28-32/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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<p>Diesen Satz kennen Sie bestimmt aus verschiedenen Zusammenhängen.</p>
<p>Oft wird er auf Personen, besonders aber auf viele Vierbeinern (Hunde) bezogen, meist auch von dem Satz begleitet: „Der will nur spielen!“</p>
<p>Aber auch der liebe Opa, oder die liebe Oma kann gemeint sein, oder die nette Arbeitskollegin, die sich alles gefallen lässt.</p>
<p>Und der „liebe Gott“ ist ja auch so ein lieber –außer wenn er alles sieht, oder gerade deswegen?</p>
<p>Nun wird dieses „der ist aber ein ganz Lieber“ auch von Jesus ausgesagt. In Kirchenliedern zum Beispiel: „Liebster Jesu wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören“oder „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“, die Beispiele ließen sich verlängern.</p>
<p>In heutigen Predigttext ist Jesus allerdings alles andere als lieb. Genaugenommen ist er sogar richtig nickelig, denn er führt seine Zuhörerinnen aufs Glatteis. <span id="more-1533"></span>Er stellt ihnen eine etwas hinterhältige Testgeschichte vor, die mehr über die Zuhörer verrät als es ihnen lieb ist. Die Geschichte geht etwa folgendermaßen:</p>
<p>„Der eine Sohn will seiner Mutter beim Tischdecken helfen und trägt zehn Teller ins Esszimmer, er stolpert, und alles wird zu Scherben. Der andere Sohn steigt dagegen auf einen Stuhl, um im Küchenschrank zu naschen. Dabei stößt er an ein Glas im Schrank, es fällt auf den Boden und zerspringt. Wer von beiden ist böser?“</p>
<p>Doch lesen sie selbst den Text aus dem <a href="http://www.bibleserver.com/text/ELB/Matthäus21" target="_blank">Matthäus Evangelium Kapitel 21</a>.</p>
<p>„Es handelt sich um eine Testgeschicht. Eine Testgeschichte für unsere moralischen Vorstellungen. Das Gleichnis scheint zu lehren: Entscheidend ist nicht das Gesagte, sondern das Getane.</p>
<p>Wer „nein“ sagt, aber dennoch das Gute tut ist eben doch besser als derjenige der nur etwas verspricht und das Versprochene dann doch nicht hält. Doch wie so oft –sie ahnen es– genügt der erste Blick nicht. Es gilt genauer hinzusehen: Da gibt es dann eine überraschende Entdeckung zu machen: Im ersten Beispiel sagt der Sohn auf die Bitte des Vaters nicht einfach ein schlichtes „nein“, sondern er sagt: „Ich will nicht“.</p>
<p>Er redet sich nicht raus oder ringt nach fadenscheinigen Entschuldigungen. Wenn er schlussendlich doch das tut worum der Vater ihn bittet, so heißt das doch, dass im sein Nicht Wollen doch leid tut. Dass er bereut, dass er nicht wollte. Und nun das vom Vater gewünschte doch tut.</p>
<p>Beim Beispiel des zweiten Sohne ist es nun anders: Auf die Frage des Vaters antwortet er nicht mit einem klaren, „Ja, ich will“, sondern er redet den Vater als „Herren“ an, dem zu gehorchen ist. Es bleibt offen, ob er seine Zusage sogar nur heuchelte oder ob er sie vielleicht einfach nur vergaß, weil ihm anderes wichtige dazwischen kam.</p>
<p>Es wird im Gleichnis einfach nur festgestellt: Der zweite Sohn hält seine Zusage nicht ein.</p>
<p>Dem Gleichnis, das Jesus erzählt, kommt es in seiner Stoßrichtung nicht einfach nur darauf an zu sagen:</p>
<p>„Was zählt ist einzig und allein der gute Wille“ oder „Besser noch als ist das getane, das aus einem guten Willen folgt.“ Vielmehr soll festgehalten werden: „Besser ist ein böser Wille, der zum Guten verwandelt wird und daraufhin da Gute tut!“ Die Möglichkeit sich zu verändern, umzukehren, kann einen bösen Willen in einen guten verwandeln. Kann von einem NEIN zu einem JA führen. Damit nun stehen wir vor der großen Frage, was denn das Gute ist. Die biblische Antwort auf diese Frage ist einfacher als die philosophisch definitive. Sie lautet schlicht: Das Gute ist die Gemeinschaftstreue, gelebte Selbstlosigkeit, oder um den geläufigeren Begriff zu verwenden: die Nächstenliebe.</p>
<p>Jede und jeder hat die Chance zu Veränderung, kann umkehren und sich auf den Weg von Gerechtigkeit und Liebe begeben. Davon ist die Bibel in allen ihren Aussagen voll.</p>
<p>Gleichzeitig hält die Bibel aber daran fest, dass der Mensch unverbesserlich böse ist. Wie mit dieser Spannung umzugehen ist wird am besten im Gleichnis vom Feigenbaum deutlich, das wir in der Schriftlesung aus dem Lukasevangelium im 13 Kapitel (6-9) gehört haben. Gegen eine Festlegung und Festschreibung, dass Menschen so bleiben wie sie sind (nämlich böse), betont Jesus im Gleichnis, dass jederzeit eine Chance zur Umkehr besteht. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ war schon die Botschaft Johannes des Täufers. Jesus greift diese auf und stellt damit seine Zuhörer in die Situation der Entscheidung. Wir sind also frei zur Veränderung und frei jeden neuen Tag als Tag zum Neuanfang zu begreifen. Nun weiß jeder und jede, dass es mit dem tagtäglichen Neuanfang nicht so einfach ist.</p>
<p>Als wirklich frei erlebe ich mich in meinem Alltag nun wirklich nicht.</p>
<p>-Anforderungen fordern mich.</p>
<p>-Strukturen umgeben mich.</p>
<p>-Zwänge zwingen mich.</p>
<p>Alles mit dem Ergebnis, dass ich mich eben gerade nicht als frei, sondern vielmehr als unfrei begreife. Manchmal ist die Unfreiheit der Garant für menschliches Zusammenleben, etwa  in Alltagssituationen, wenn ich verlässlich weiß, welche Verabredungen in der Einkaufsschlange im Bus oder dem Bankschalter gelten.</p>
<p>Nicht auszudenken, wenn hier jeder von seiner Freiheit gebrauch machen würde. Chaos würde herrschen und eben nicht die Freiheit. Meistens jedoch erlebe ich die Unfreiheit als etwas negatives. Ich lasse mich im Affekt zu etwas hinreißen, das ich nachher bereue. Dann hilft nur sich einzugestehen, dass beides, meine Unfreiheit und meine Freiheit von Bedingungen abhängig sind, über die ich nicht verfüge. Auf der einen Seite bin ich verantwortlich für meine Nächsten, für die Geschöpfe und die Schöpfung.</p>
<p>Auf der anderen Seite, bin ich ganz und gar angewiesen auf Gott, bin ich abhängig von ihm im ganz Großen wie im klitzekleinen.</p>
<p>Ich bin eben frei und unfrei zugleich! Um es mit berühmten Vokabeln des Protestantismus zu sagen.</p>
<p>Nun mag vielleicht der ein oder die andere unter ihnen sagen: Ich hätte gern noch etwas zur Testgeschichte gehört, von der eingangs die Rede war. Denn am Ende, gewissermaßen als Gleichnisauslegung, provoziert Jesus die Hohepriester und Schriftgelehrten seines Landes. Denn sie lehnen ihn und seine Botschaft vom kommenden Reich Gottes vehement ab. Die Erzählung des Gleichnisses soll dazu führen, dass Jesu Gegner ihn doch noch anerkennen. Umkehr ist immer möglich. Dabei kann Jesus sicher sein, dass auch Hohepriester und Schriftgelehrte dem Gleichnis zustimmen und sagen: „Umkehr ist möglich!“ Aber dann tun sie etwas, was diese Freiheit zur Umkehr unter der Hand zur Unfreiheit werden lässt: Sie wollen die Außenseiter der Gesellschaft (korrupte Beamte und Prostituierte) von der Möglichkeit zur Veränderung ausschließen. Und gerade darum, so sagt Jesus, weil ihr sie ausschließen wollt, werden sie als erste an der Gottesherrschaft teilhaben. Nächstenliebe, so die sozialpolitische Schlussfolgerung des Gleichnisses, zeigt sich darin keinen von der Möglichkeit zu Umkehr und neuem Leben auszuschließen. Sondern der Nutzen eurer geschenkten Freiheit besteht darin euren Nächsten zu helfen. Und das lässt sich in einer modernen Gesellschaft am besten durch Teilhabe und nicht durch Stigmatisierung erreichen. Das Gelingen von Freiheit, von Umkehr und Nächstenliebe haben wir freilich nicht in der Hand. Die Bedingungen unter denen diese sich entfalten können, sind uns aber an die Hand gegeben. Zeichenhaft und zugleich Leibhaftig: In der Taufe wird mir gesagt, dass ich noch nicht fertig bin, so wie ich von Beginn an bin. Die Taufe „ist ein unauslöschliches Bild für unsere Bestimmung zur Freiheit trotz unserer Neigung sie zu verraten“. Und das Abendmahl, das wir jetzt gleich gemeinsam feiern, „sagt, dass unsere Gemeinschaft gefährdet ist. Sie ist ein Bild für“ Nächstenliebe „trotz unserer Neigung auf Kosten anderer zu leben und von ihnen zu profitieren. Durch beide Sakramente spricht der Herr: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. Beide rufen uns zu: Nutzt die euch geschenkte Freiheit zur Umkehr, um euren Nächsten zu helfen. Dann seid ihr umgekehrt auf den Weg der Gerechtigkeit und habt die Schwelle zu einer neuen Welt überschritten.“</p>
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		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 18:38:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
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		<category><![CDATA[Evangelium]]></category>
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Immerhin lässt sich erahnen, dass sie fleißige Bibelleser sind: „Ihr sucht in der Schrift“.</p>
<p>Um wie viel mehr würde der Schreiber des <a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Johannes5">Johannesevangeliums</a> wohl mit uns heutigen umgehen?<br />
Da wird doch hier und dort nach dem richtigen Weg gesucht. Je exotischer die Antwort, desto besser ihr Wert.<br />
Überall, aber doch nicht in der Bibel wird nach Sinn und Erfüllung des Lebens gesucht.</p>
<p>Würde der Schreiber des Evangeliums aber wirklich so hart mit heutigen Nicht-Lesern umgehen?<br />
Ist sein Anliegen wirklich damit zu erfassen, dass er sagt: „Lies die Bibel und alles wird gut?“<br />
Nun gut, bei einer so zugespitzten Frage erwarten sie selbstverständlich keine positive Antwort.<br />
Und ich gebe zu: Eine derartige Aussage lässt sich, selbst zugespitzt, in der ganzen Bibel nicht finden.</p>
<p>Dennoch ist zu fragen: Wenn selbst intensiven Bibellesern offenbar nicht gelingt, was verlangt ist, wie soll man es denn dann eigentlich halten?<br />
Oder ist es schlichtweg einerlei, wie man sich zur Bibel verhält, weil es für den Menschen sowieso nur schlecht enden wird?</p>
<p>Beim Bibellesen kommt es nicht darauf an, dass wir möglichst viel auf einmal lesen, sondern dass wir immer wieder bei dem Gelesenen stehen bleiben und uns einfangen lassen, darüber nachzudenken.  Wir glauben ja nicht an die Bibel. Wir glauben vielmehr dem Evangelium von Jesus Christus, so wie wir es in der Schrift bezeugt bekommen haben. Die Bibel ist nicht Gottes Wort. <span id="more-1516"></span>Die Bibel ist Zeugnis von Gottes Wort, welches Jesus Christus ist, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen haben.<br />
Daher ist das Christentum keine Buchreligion.<br />
Sondern es ist eine Geschichtsreligion, die die Geschichte Gottes mit den Menschen erzählt.</p>
<p>Im Erzählen tut sich dann Wahrheit auf.<br />
Im Bibellesen wird mir ein Text zum Evangelium, weil ich in ihm die Zuwendung und Gnade Gottes erfahre. Weil ich merke, dass ich gemeint bin.<br />
So wird also das Evangelium.<br />
Es ist nicht.<br />
Es wird.<br />
Genauso wie Gott nicht ist, sondern wird.<br />
Und für das Werden Gottes ist die Lehre von der Trinität das beste Beispiel.<br />
Gott ist in sich selbst eine Geschichte.<br />
Und diese Geschichte wird als eine Geschichte zwischen Vater und Sohn erzählt.<br />
Als eine Geschichte zwischen Vater und Sohn, in der Heilige Geist, das Band dieser Beziehung ist.<br />
Und als Band sorgt der Heilige nun auch dafür, das die Verbindung zu uns (vermittelt durch die Schrift) zustande kommt.</p>
<p>Im vorliegenden Evangeliumstext wird nun noch eine andere Verbindung betont. Es ist die Verbindung zwischen Mose und Jesus.<br />
Ohne das Alte Testament können wir keine Christen sein.<br />
Nur so kann uns die Schrift als Zeugnis des Wortes Gottes, zum Evangelium, werden.<br />
Da geht es nicht nur ums Lesen, sondern vor allen Dingen um um ein Hören.<br />
Ein Hören, dass mich hinein nimmt in die Geschichte Gottes mit seinen Menschen.<br />
Ein Hören, dass mich mitnimmt, weil ich ein vom Evangelium getroffener Mensch bin.<br />
Ein Mensch, der um dieses Evangeliums willen zusammenbringt und nicht auseinander reißt. Der für Verständigung eintritt und nicht spaltet. Der Gnade vor Recht ergehen lässt. Und  der seine Nächsten nicht bei seinen Taten behaftet, sondern davon ausgeht, das das Evangelium auch ihn verwandeln kann.<br />
Gebe Gott, dass wir zu solchen Menschen werden.</p>
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		<title>Beten, aber wie? (Lk 11,5-13) Predigt</title>
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		<pubDate>Mon, 30 May 2011 14:40:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Beten]]></category>

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Alles ist angerichtet. Alles vorbereitet. Monatelange Planungen sind an ihrem Ziel angekommen. Der Tisch gedeckt, der Wein entkorkt. Köstlichkeiten stehen bereit.<br />
Gäste werden erwartet und haben zugesagt.<br />
Alles passt. Nur das Wetter muss noch mitmachen, denn die Feierlichkeit findet unter freiem Himmel statt.<br />
Und immer, wenn etwas unter freiem Himmel stattfindet kommt sprichwörtlich der Petrus ins Spiel, zu welchem kirchlichem Bodenpersonal stets eine besondere Beziehung nachgesagt wird.<br />
Offenbar hilft jetzt nur noch beten.</p>
<p>Szenenwechsel:<br />
Das Stadion ist bis zum letzten Platz gefüllt. 75.000 Menschen schauen auf einen einzigen Punkt. Es ist die 89. Spielminute. Elfmeter im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft. Bringt dieser Elfmeter die Entscheidung? Die Hände der Fans sind ineinander verschränkt. Die Knöchel vom Druck weiß und blutleer. Der Blick geht vom Elfmeterpunkt weg auf den Boden. Die gefalteten Hände bleiben über dem Kopf nach oben zum Himmel gereckt.<br />
Offenbar hilft jetzt nur noch einer: Der vielbeschworene Fußballgott.<br />
<span id="more-1499"></span><br />
Erneuter Szenenwechsel:<br />
Am Krankenbett nach der letzten Chefarzt Visite spart sich dieser das aufmunternde Schulterklopfen a la „Es wird schon wieder“, sondern gibt unumwunden seinen medizinischen Bericht von sich, der nur eine einzige Deutung zulässt&#8230;</p>
<p>Drei Szenen, die alltäglich anmuten, dennoch gerade nicht alltäglich sind, sondern für die Menschen, die sich in diesen Situationen befinden, eine mehr oder minder Schwere, aber immerhin eine Belastung darstellen.<br />
Der Volksmund fasst das zusammen in: „Not lehrt beten“.</p>
<p>Wenn die Not wirklich beten lehrt, dann kann der Anschein entstehen in der Kirche gäbe es besonders viel Not.<br />
Denn hier wird ohne weitere Vorwarnung geradezu „drauflosgebetet“.</p>
<p>Wenn in der Kirche aber „ohne Not“ gleichwohl dennoch gebetet wird, handelt es sich dann vielleicht gar nicht um die gleiche, sondern vielleicht nur um eine ähnlich scheinende Sache?</p>
<p><a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Lukas11">Lk11,5-13</a><br />
Der Abschnitt aus dem Lukas Evangelium geht der Frage nach, wie man oder frau beten soll. Er gibt damit aber eigentlich keine Anleitung, sondern beschäftigt sich vielmehr Frage, wie Gott als Adressat des selbstverständlichen Gebetes die Art und Weise dessen, der mit Gott redet, verändert. Da ist sie wieder diese Differenz, die eingangs schon einmal auftauchte. Der Unterschied zwischen selbstverständlichem Tun und der Ausnahmesituation des ,nur im äußersten Notfall, in Frage Kommenden.</p>
<p>Gerade diese Differenz bereitet heute vielen Zeitgenossen Kopfzerbrechen. Denn das nur im äußersten Notfall in Frage Kommende, ist zu gleich einer Fraglichkeit ausgesetzt, die in neutestamentlicher Zeit gar nicht in den Blick kam.</p>
<p>Gebet ist über Jahrtausende hinweg praktiziert worden. Und nicht nur in der christlichen Tradition gibt es einen unzähligen Schatz an Gebetbüchern, Gebetsordnungen, und Texten über das Gebet. Und Gebet wird auch heute praktiziert. In allen öffentlichen Gottesdiensten und zu Hause im privaten Raum.</p>
<p>Gleichwohl scheint es heute vielen fremd, aber dennoch wie zu einem Notfallkoffer dazugehörig.</p>
<p>Nun ist es der Erzählkunst des Lukas Evangeliums zu verdanken, dass es, obwohl für Menschen geschrieben, denen das Gebet nicht fraglich war, dennoch einen Hinweis für diejenigen liefert, denen es dem Wesen und Inhalt nach fremd ist. In erster Linie wird hier nämlich nicht die öffentliche, gut formulierte Rede als Gebet angepriesen, sondern das persönliche Reden einer (fast) Alttagssituation als Beispiel gewählt:<br />
Mit Gott, der wie im Vaterunser mit „Papa“ angeredet werden darf, kann man reden wie mit einem Freund.<br />
Ob öffentlich oder heimlich, regelmäßig oder selten.<br />
Die Vertrautheit scheint wichtig. Und: Das Vertrauen nicht enttäuscht von dannen ziehen muss: „Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“</p>
<p>Es scheint aber auch wichtig zu sein, dass der, der nur den Notfallkoffer des Gebetes kennt, nicht unverrichteter Dinge wieder abziehen muss.<br />
Denn das quasi unverschämte „Drängen“ zur Notzeit mitten in der Nacht motiviert den Freund geradewegs zu geben „soviel er bedarf.“</p>
<p>Wichtiger als das, was Gebet „ist“, ist das was sich im Gebet für dich und für mich „ereignet“:</p>
<p>Denn im Gebet kommt Gott zu mir, so wie er sonst zu keinem kommt. Im Gebet wird er mein Gott und ich werde sein Kind.<br />
Ohne Worte und Geste.<br />
Manchmal sogar ohne Stille.<br />
Denn ich merke wie im Kinderlied:<br />
Wo ich gehe, wo ich stehe, ist der liebe Gott bei mir. Wenn ich ihn auch niemals sehe, weiß ich dennoch. Gott ist hier.</p>
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		<title>Predigt von Nikolaus Schneider zur Eröffnung der Fastenwoche 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 11:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
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<p>Der derzeitige Ratsvorsitzende wird auf diesem Blog oft mit Kritik bedacht. Das soll nicht davon abhalten durchaus positives auch zu erwähnen.<br />
Seine Predigt zur Eröffnung der Fastenwoche 2011 finde ich deshalb erwähnenswert, weil sie im Horizont der Verantwortung vor Gott die Frage nach Schuld und Strafe eindrucksvoll stellt.<br />
Darum sei diese Predigt in Auszügen hier wiedergegeben:</p>
<blockquote><p>Die Passionszeit fordert uns heraus zu Solidarität mit jedem leidenden Menschen. Und so sind wir in diesen Tagen bei denen, die bei der Erdbebenkatastrophe ihr Leben verloren haben. Wir stellen wir uns an die Seite derer, die um ihre Angehörigen bangen, deren Hab und Gut vernichtet wurde. Und unsere Gedanken sind bei all denen, die als Helfer das Menschenmögliche tun, um Leben zu retten. Unsere Gebete gelten denen, die in diesen Stunden versuchen, die Folgen der Reaktorkatastrophe soweit es geht zu mindern.<br />
Im Evangelium, das wir eben hörten, wird Jesus gebeten, zu einer Katastrophe Stellung zu nehmen, die damals wohl viele bewegt hat. Die römischen Besatzungssoldaten hatten unter friedlich betenden Juden ein Blutbad angerichtet. Und für viele damals stand die Frage im Raum, was haben die Betroffenen falsch gemacht? Wofür wurden sie bestraft? Das ist eine menschlich verständliche Frage. Wir Menschen müssen wohl so fragen: warum nur ist das geschehen? Wer trägt daran die Schuld? Und hätte Gott es nicht verhindern können? Wahrscheinlich müssen wir so fragen, weil es schwer auszuhalten ist, dass auf dieser Erde Dinge geschehen, die wir nicht beeinflussen, die wir nicht verhindern und für die wir keine Gründe erkennen können.<span id="more-1417"></span></p>
<p>Jesus weist diese Erklärungsversuche zurück. Er fragt nicht nach Schuld und Strafe. Jesus stellt sich nicht als Wissender über die Opfer, sondern er stellt sich an ihre Seite. Und darin zeigt er, wo Gott ist. Nämlich dort, wo Menschen ins Leid gestürzt werden. Und daher weist Jesus die Frage nach der Schuld zurück und wendet sie anders. Er fragt nicht, wie konnte das geschehen, sondern, was lernt ihr daraus?<br />
Es geht um die eigene Verantwortung, um das, wofür wir selber geradestehen können und geradestehen müssen. Das wäre doch eine gute Frage für die beginnende Fastenzeit.<br />
Die japanischen Atomkraftwerke galten als erdbebensicher. Uns führen die Bilder aus Fukojima vor Augen, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Die Katastrophe in Japan zeigt uns die Zerbrechlichkeit des Lebens, wie verletzbar wir sind. Und wie unsicher der Boden ist, auf dem wir stehen und den wir doch – weil wir darauf leben müssen – gern für so sicher halten möchten. Wir haben uns fast schon daran gewöhnt, mit Technik umzugehen, die im Grunde weder einen menschliche Fehler noch irgendwelche außergewöhnlichen Einflüsse von außen verzeiht.<br />
Zur Geschöpflichkeit des Menschen gehört aber, dass wir Wesen sind, die Fehler machen. Und es gehört zu einem realistischen Selbstbild, dass wir Menschen eben außerstande sind, für absolute Sicherheit zu sorgen. Und deshalb ist eine Technik, die 100prozentige Sicherheit braucht, um Katastrophen apokalyptischen Ausmaßes zu vermeiden, nicht menschengerecht. Jesus ruft zur Buße auf. Fastenzeit ist eine Zeit der Buße. Sie lädt uns ein, nach dem Maß zu fragen, das Gott uns zugeteilt hat. Und nach der Verantwortung, die Gott von uns erwartet. Das gilt für die gesellschaftlichen Fragen ebenso wie für die Fragen unseres persönlichen Lebens.</p></blockquote>
<p>Quelle: evangelisch.de</p>
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		<title>Eingangsgebet und Fürbittengebet für Japan</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 21:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>

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<p>Über die EKD erreichte alle Pfarrer/innen der evangelischen Kirche im Rheinland heute ein Fürbittengebet.<br />
Und auf reformiert-info.de findet sich ein Eingangsgebet von Sylvia Bukowski, Pfarrerin, Wuppertal.</p>
<p>Beides sei euch hier empfohlen:</p>
<blockquote><p>Gott im Himmel,<br />
wir wissen nicht, was wir beten sollen:<br />
So viele Leben,<br />
so viele Welten und Gewissheiten<br />
sind zerstört worden<br />
durch die 3fache Katastrophe in Japan.<br />
Wir starren gebannt auf die Bilder des Grauens,<br />
wir hören erregt,<br />
wie sich die Lage immer mehr zuspitzt<br />
und suchen Worte für das,<br />
was das alles bei uns auslöst.<br />
Dabei können wir hier kaum ahnen,<br />
wie es ist,<br />
alles verloren zu haben,<br />
was einem einmal Heimat war,<br />
nicht zu wissen,<br />
wie die Menschen gestorben sind,<br />
die man liebhatte,<br />
und selbst noch jahrzehntelang<br />
bedroht zu bleiben<br />
durch das heimtückische Gift<br />
atomarer Strahlung.<br />
Wir wünschen den Betroffenen,<br />
dass sie die Kraft zum Leben behalten<br />
und nicht untergehen in Trauer und Angst.<br />
Aber wir denken auch an uns<br />
und sorgen uns um unsere Kinder.<br />
Wir kennen unsere Verantwortung für deren Zukunft,<br />
aber lassen uns oft treiben<br />
von egoistischer Trägheit und Resignation.<br />
Gott, wir wissen nicht,<br />
was wir beten sollen,<br />
ja, manchmal wissen wir nicht einmal,<br />
ob Beten noch Sinn hat.<br />
Dein heiliger Geist helfe unserer Schwachheit auf<br />
und bewege dich mit unaussprechlichem Seufzen<br />
zum Erbarmen mit unserer<br />
aus allen Fugen geratenen Welt.</p></blockquote>
<p>Sylvia Bukowski, Pfarrerin, Wuppertal</p>
<blockquote><p>Du Gott des Lebens, in unserem Erschrecken und mit unseren Sorgen wenden wir uns zu dir. Bilder der Todesflut und der Zerstörung gehen uns nach, Ängste vor einer atomaren Verseuchung treiben uns um. Wo warst Du, Gott, als das Chaos in Deine gute Schöpfung einbrach?<br />
Du Gott des Lebens, wir bitten dich für alle vom Unglück betroffenen Menschen, denen der Boden unter den Füßen wegbrach, die mit knapper Not davonkamen, deren Zukunft ungewiss ist. Wir bitten dich für die, die ihrer Heimat beraubt wurden, die verzweifelt nach ihren Familien und ihren Freunden suchen, die um ihre Lieben trauern. Gib ihnen Kraft für die naheliegenden Aufgaben, und lass sie an ihrem Schicksal nicht verzagen.<br />
Du Gott des Lebens, wir kommen heute zu dir mit unserer Sorge angesichts zerstörter Atomreaktoren. Wir bitten für alle, die zu retten und zu helfen versuchen: Schenke ihnen Geistesgegenwart und Kraft. Stehe den Verantwortlichen bei, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen und die Risiken recht einschätzen. Hilf, dass die Gefährdeten Schutz finden und dass die tödliche Strahlung eingedämmt werden kann.<br />
Du Gott des Lebens, dir vertrauen wir uns an. Du hast das Leben erschaffen und den Tod besiegt. Auf dich hoffen wir in unserer Sorge und unserer Angst. Erhöre unser Rufen und nimm unser Bitten barmherzig an.<br />
<blockquote>
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		<title>Wunder gibt es immer wieder Predigt über Joh 4, 46-54</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 20:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Wunder]]></category>

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<p>Es gehört zu den am meisten besungen Worten im deutschen Schlager.</p>
<p>Es hat aber auch die theologische und kirchliche Diskussion in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhundert geprägt.</p>
<p>Zara Leander, Katja Ebstein und Nena haben es in erfolgreichen Liedern besungen?</p>
<p>„Wunder“</p>
<p>Sie gibt es immer wieder, wir wissen, sie werden geschehen.<br />
Oder etwa nicht?<span id="more-1361"></span><br />
Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. 48 Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. 49 Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51 Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. 52 Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. 54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam. (Joh4, 46-54)</p>
<p>Wunder werden nicht nur besungen. Glaubt man Umfragen, so sind 56% der deutschen Bevölkerung der Ansicht, dass Wunder geschehen.<br />
Ein überraschendes Ergebnis?<br />
Immerhin gilt unsere Gesellschaft als „aufgeklärt“ und auf dem besten Weg sich ausschließlich über nachprüfbare Wissenschaften ihr Weltbild zu entwerfen.<br />
Ein Theologie Professor brachte es in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts folgendermaßen auf den Punkt:<br />
 „Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben“<br />
Dennoch gibt es offensichtlich in unserer Zeit eine Sehnsucht nach Wundern oder zumindest wundervollen Ereignissen:</p>
<p>Das deutsche „Wirtschaftswunder“ und das „Wunder von Bern“ sind in unserem Land schon sprichwörtlich geworden.<br />
Und das „Wunder“  einer friedlichen Revolution im Jahre 1989 ist auf dem besten Wege einen ebensolchen Stellenwert zu bekommen.</p>
<p>Wunder sind, das wird an den genannten Beispielen deutlich, Ereignisse wider Erwarten. Es sind Ereignisse, mit denen wir nicht gerechnet haben.<br />
Damit beginnt den alten Philosophen nach eigentlich alles: mit dem Staunen.<br />
In jedem Anfang steckt offenbar ein mit Staunen gemischte Skepsis, ein leiser Zweifel;<br />
ein Dahinter-Kommen-Wollen;<br />
ein Verstehen und begreifen Wollen des offenbar doch nicht Verstehbaren oder zumindest nicht Erklärbaren.<br />
Und dahinter kann dann gewiss angeschlossen werden: In jedem Glauben steckt ein Anfang, der genau so beginnt: staunen, fragend, zweifelnd.<br />
Was wider unser Erwarten passiert findet selten unsere Zustimmung.</p>
<p>Auf Umwegen, manchmal auf ganz verschlungenen Pfaden kommen wir erst dahinter, was wirklich passiert.<br />
Mit uns. Und um uns herum.</p>
<p>Und weil die Pfade oft verschlungen sind, stellt Jesus seine Wundertaten auch nie in den Mittelpunkt seiner Verkündigung.<br />
Auch die Seinen sollen darüber schweigen, oder zumindest nicht viel Aufhebens darüber machen.</p>
<p>Vielleicht könnte man sogar behaupten und soweit gehen zu sagen die Wunder sind unerheblich?</p>
<p>Nein, das wäre über das Ziel hinausgeschossen. Unerheblich sind die Wundergeschichten des alten und des neuen Testamentes nun nicht.</p>
<p>Sie verweisen vielmehr auf etwas. Sie stehen zwar nicht im Zentrum, sie wollen aber darauf hinweisen.</p>
<p>Und nun ist die große Frage Worauf die Wundergeschichten verweisen wollen?</p>
<p>Auf die Vollmacht Jesu?<br />
Auf den Glauben und die darin steckende Skepsis derjenigen, die zu Jesus kommen?<br />
Oder soll auf die große Notsituation und Bedrängnis der Einzelschicksale hingewiesen werden?</p>
<p>Das alles sicher auch.</p>
<p>Aber letztlich kommt alles darauf an, dass darin gezeigt werden soll: Gott wendet sich uns zu!</p>
<p>Er meint nicht nur unsere Seele, er meint nicht nur unseren Verstand er meint nicht nur unseren Körper.</p>
<p>Gott will alles an uns retten.<br />
Und zu seiner Rettung gehört, dass er auf Dauer gesund machen will.</p>
<p>Heilung und Rettung sind die Akte in denen sich Gottes Zuwendung ausdrückt.</p>
<p>Für sich genommen sind Heilung und Rettung missverständlich, angreifbar und uneindeutig.</p>
<p>Vom Ziel der bedingungslosen Zuwendung Gottes aber werden sie verständlich.<br />
Werden sie annehmbar.<br />
Werden sie erlebbar. </p>
<p>Und das nennt die Bibel immer wieder Evangelium:<br />
Botschaft von der bedingungslosen Zuwendung Gottes zu uns Menschen.</p>
<p>Wir haben allen Grund zu der Hoffnung, dass Gott auf verblüffende und überraschende Weise in unsere Lebensgeschichte und unsere Lebenssituation eingreift. Wir haben Grund zu der Hoffnung, dass Gott auch wunderbares an uns geschehen lässt.<br />
Alles andere würde nicht zu dem passen, der versprochen hat zur Rettung der Welt und ihrer Menschen gekommen zu sein. </p>
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		<title>Überkreuz(t) mit Weihnachten? Predigt Micha 5,1-4</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Dec 2010 09:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bethlehem]]></category>
		<category><![CDATA[Christenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftstreue]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsbotschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Fest anders als gemeint. Gefeiert und vergessen. Genossen und verdaut. Sich zurückgelegt und zurückgeschaut. Besinnlich und in Stimmung gekommen. Jahreszeitlich Besitz ergriffen. Raum gefunden und gegeben. Ruhe gesucht und Muße gefunden. Eingestellt und Abgehakt? Oder mitgenommen und ernst gemacht? &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2010/12/weihnachtspredigt-micha-51-4/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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<p>Ein Fest anders als gemeint.<br />
Gefeiert und vergessen.<br />
Genossen und verdaut.</p>
<p>Sich zurückgelegt und zurückgeschaut.<br />
Besinnlich und in Stimmung gekommen.<br />
Jahreszeitlich Besitz ergriffen.</p>
<p>Raum gefunden und gegeben.<br />
Ruhe gesucht und Muße gefunden.</p>
<p>Eingestellt und Abgehakt?</p>
<p>Oder mitgenommen und ernst gemacht?<br />
Aufgestanden und frei geworden?<span id="more-1329"></span></p>
<p>Oder doch sitzen geblieben und nachgedacht?<br />
Über den, der da gekommen ist, zu retten die Welt.<br />
Zu heilen was zerbrochen ist.</p>
<p>Der krummes gerade macht und zu Ende bringt, was abgebrochen erscheint.</p>
<p>Nachgedacht über den, den unscheinbar begann und unspektakulär beseitigt wurde. </p>
<p>Über den von dem dann behauptet, und erst recht geglaubt wurde, dass er es sei, der diesen Kreislauf der Bedeutungslosigkeit durchbrochen habe und damit etwas wahrhaft Neues begonnen hat:<br />
Etwas die Zeit ordnendes.<br />
So ordnend, dass sie noch einmal bei Null beginnt. Dass die Zeit neu beginnt.<br />
Dass Zeit gegeben wird zu beginnen. Bei Null.</p>
<p>Nun aber nicht so, dass damit alles vergeben und vergessen wäre. Nicht so, dass die Erinnerung an die vergangenen Taten Gottes abgeschrieben und erledigt zu gelten hätten.</p>
<p>Sondern gerade so, dass im „Alten“ nach den verweisen auf das „Kommende“ Ausschau gehalten wird.</p>
<p>Dabei dann fündig werden.<br />
Freilich erst vom geglaubten Ausgang her kommend.<br />
Andernfalls bleibt der Blick verschlossen,<br />
besteht kein Ausblick auf den aus Bethlehem kommenden und in der Krippe liegenden.</p>
<p>Bestenfalls kommt es zum Anblick, zum Schauen, nicht zum Glauben.</p>
<p>Glaubende aber kommen und erblicken in dem Kind in der Krippe den, der einst Israel verheißen war.<br />
Erblicken den, der aus dem kleinen, unbedeutenden Bethlehem kommt. Dessen alter Name „Ephrata“ –„fruchtbar“ bedeutet.</p>
<p>Aus dem fruchtbaren Ephrata kommt der, der Erlösung und Frieden mit Gott bringt.<br />
Er kommt aus der Stadt, die Heimat des Königs David ist. In der sein Urgroßvater Boas seine Urgroßmutter Ruth geheiratet hat.<br />
Hier hatte ihn sein Vater Isai aufs Feld geschickt um Schafe zu hüten.<br />
Hier hatte ihn der Prophet Samuel zum König gesalbt.<br />
Aus dem Königsgeschlecht Davids soll der Messias kommen.<br />
Aber dieses Königshaus hat seine Wurzel gar nicht königlich sondern in einem unbedeutenden Nest, über das bis heute gepredigt und erzählt wird.</p>
<p>So kommt Gott -wird da aufs neue erzählt- so kommt Gott aus einfachen Verhältnissen, niedrig, arm, gering.<br />
Und in dieser Niedrigkeit sperrt er sich gegen Reichtum, Macht und Stärke.<br />
Sperrt sich gegen Vereinnahmung und Besserwisserei.</p>
<p>Im Kommen des kleinen Kindes feiert die Christenheit die Erfüllung der Verheißung an Israel, dass einer kommen wird dieses kleine Volk von der Unterdrückung wirklich mächtiger Könige und Herrscher zu befreien.</p>
<p>Dabei wird er Recht und Gerechtigkeit schaffen, denen, die nicht für sich selbst sorgen können.<br />
Er wird Gemeinschaftstreue verwirklichen, die über Solidarität weit hinaus geht.</p>
<p>Er wird nicht Leistungsbereitschaft und Qualifikation von denen einfordern, die dazu nicht in der Lage sind.<br />
Er wird aber die zur Rechenschaft ziehen, die sich der Gemeinschaftstreue widersetzten oder versuchen sich ihr durch Geschicklichkeit zu entziehen.</p>
<p>Er wird schon polarisieren. Er wird es nicht jedem recht machen.<br />
Im Gegenteil, er wird jeden vor die Entscheidung stellen und bei seiner Entscheidung auch behaften.</p>
<p>Aber er wird so herrschen, das alle im Lande sicher wohnen können und sich keiner mehr vor Anschlägen fürchten muss.<br />
Er wird den Frieden nicht bringen.<br />
Er wird selbst dieser Friede sein!</p>
<p> Was für die einen nach ausweichender Rhetorik klingt, ist für die anderen Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens.</p>
<p>Wie, so fragen Christen, soll man in einer Welt leben, die nie Pause hat  -sich auch nie Pause gönnt), die sich auf Dominanz und Erfolg etwas einbildet und die zu spät kommenden gnadenlos bestraft?</p>
<p>Wie, so fragen Christen soll man vertrauen finden können, wenn hinter jeder Ecke der vermeintliche Nutzen den letzten Ausschlag gibt<br />
und die Nutzlosen noch nicht mal mehr geduldet, sondern gar mit Füßen getreten werden.</p>
<p>Wie, so fragen Christen, soll man in einer Welt leben, in denen diejenigen die Werte festlegen, die auschließlich der von ihnen selbst defineirten Norm entspringen?</p>
<p>Wie soll man in einer Welt leben, die es sich zum Ziel gemacht um jeden Preis gewinnen zu müssen, selbst wenn immer mehr offensichtlich wird, dass das nicht gut ausgehen kann.</p>
<p>Nichts ist gut! Sagen dieselben Menschen.</p>
<p>Nichts ist gut?<br />
Und das an Weihnachten?</p>
<p>Ja, wenn wir die Bereiche unseres eigenen Lebens, des Lebens der Weltgemeinschaft, und des Lebens unseres Planeten ansehen, dann kann man das mit Sicherheit so bewerten. Und Generationen vor uns haben das aus ihrer Sicht und mit ihren Problemen ebenso bewertet.</p>
<p>Und genau diese Sicht braucht es auch um zu ermessen, welche Wucht hinter der Weihnachtbotschaft steckt, dass Jesus diesen Frieden nicht nur bringen will, sondern, dass mit ihm und in seiner Person Frieden bereits Wirklichkeit geworden ist. </p>
<p>Es ist nicht ein leises Friedenslüftchen, dass da unscheinbar und klein zwar begonnen, aus dem dann aber leider nichts geworden ist.</p>
<p>Nein mit der Geburt, mit dem zur Welt Kommen Gottes, setzt sich der Wille Gottes fort, der von Anbeginn der Welt an so auf die Welt geschaut hat, dass gesagt werden konnte: „Und siehe es war gut!“</p>
<p>Dies „siehe es war gut“ durchzieht die Geschichte Gottes mit den Menschen von den Vätern Israels bis zum beginnenden Königtum.<br />
Aus dem dann der Sproß Isais als Frieden Gottes Wirklichkeit wird.</p>
<p>Ja der Friede, ist in Jesus Christus Wirklichkeit geworden.<br />
Er ist wirklich geworden, auch wenn nicht alle Menschen diese Wirklichkeit zu erkennen in der Lage sind.</p>
<p>Das ist  nicht ihre Schuld. Das ist überhaupt nicht Schuld, das ist schlichtweg unerklärlich.</p>
<p>Und doch breitet sich diese Unerklärlichkeit weiter aus oder artikuliert sich vielleicht einfach nur lauter als in der Vergangenheit.<br />
Die Deutungshoheit und ein Monopol auf „Sinnhaftigkeit“ haben wir als Kirche schon seit längerem verloren.</p>
<p>Jedenfalls wird sich die Weihnachtsbotschaft immer auch dem Spott und dem Verdacht aussetzen müssen, Christen wollten sich über den wahren Zustand der Welt hinwegtrösten.</p>
<p>Aber genau darin liegt die Differenz:<br />
In der Betrachtungsweise.<br />
Oder wir könnten auch sagen im „Glauben“.</p>
<p>Darin liegt der Unterschied:<br />
Ob ich aus dieser weihnachtlichen Friedensbotschaft mein Leben leben kann, und zwar in der Gewissheit, dass Frieden wirklich ist!</p>
<p>Oder ob ich das für die Deutung meines Lebens für unerheblich halte.</p>
<p>Christen täten gut daran von dieser ihrer Gewissheit zu erzählen und die Zuversicht, die sich daraus ergibt, erlebbar zu machen.<br />
Sie wären aber schlecht beraten ihre Gewissheit als „Norm“ und sei es auch als „Glaubensnorm“ zu proklamieren.</p>
<p>Denn machtvoll kommt die Weihnachtsbotschaft nicht daher.<br />
Sie wirbt eher um Vertrauen.<br />
Sie lädt ein zum Glauben.<br />
Gerade weil sich die Wahrheit des Glaubens im Lebensvollzug erweist und nicht einer lauten Proklamation bedarf, ist die Weihnachtbotschaft eine werbende. </p>
<p>Das haben die Werbemacher unserer Tage immerhin entdeckt, dass sich an Weihnachten Werbung lohnt.</p>
<p>An Weihnachten wirbt Gott um unser Vertrauen.<br />
Damit wir erkennen: das Friede schon ist!</p>
<p>Und er wirbt darum, dass Friede um seinetwillen  auch sein soll.</p>
<p>Er wirbt um unser Vertrauen angesichts einer friedlosen Welt.</p>
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		<title>Gott ist, was er tut. Und er tut, was er ist. (Predigt 1.Joh.4)</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 16:07:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Boulevard, braucht den Allgemeinplatz. Er braucht Themen, die jeder kennt, sei es vom Hörensagen oder aus eigenem Erleben –letztlich ist das gleichgültig. Der Boulevard giert förmlich nach Allgemeinplätzen, buhlt um Aufmerksamkeit und bekommt sie in der Regel auch. Denn &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2010/08/gott-liebe-sarrazin/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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<p>Der Boulevard, braucht den Allgemeinplatz.<br />
<div id="attachment_1100" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://pastorenstueckchen.de/wp-content/upLoads/2010/08/75547_paris_institut-du-monde-arabe_.jpg" alt="urbane Szene" title="paris_institut-du-monde-arabe_" width="300" height="225" class="size-full wp-image-1100" /><p class="wp-caption-text">foto: sxc.hu</p></div>Er braucht Themen, die jeder kennt, sei es vom Hörensagen oder aus eigenem Erleben –letztlich ist das gleichgültig. Der Boulevard giert förmlich nach Allgemeinplätzen, buhlt um Aufmerksamkeit und bekommt sie in der Regel auch. Denn es geht, wie jeder eigentlich weiß ums Geld verdienen. Und da machen bekanntlich alle gerne mit!</p>
<p>Für die Politik hingegen gilt: Nichts ist schlimmer, als wenn man sich auf Allgemeinplätzen tummelt!<br />
Sei es nun die Gesundheits- oder die Steuerreform. Die Bildungs- oder Familienpolitik. Oder neuerdings wieder einmal die Einwanderungsdebatte. <span id="more-1099"></span>Wer einen Allgemeinplatz belegt kann gleich einpacken, wenn er ihn zu lange und zu intensiv beackert.  Das überlässt man dann besser den Experten mit dem langen Atem.<br />
Was dann wirklich interessiert ist dann doch wieder, ob die Kanzlerin ein bestimmtes Kleid zwei mal bei offiziellen Anlässen getragen hat, oder welche Tätowierung die Bundespräsidentengattin trägt.</p>
<p>Und die Kirche? Liegt sie eher am Boulevard, oder steht sie näher beim Allgemeinplatz? Wird sie gehört?<br />
Wann und wo wird sie wahrgenommen?<br />
Ihr geht es da eigentlich nicht anders als der Politik:<br />
Die Kirche soll ihre ihr zugewiesene Rolle als Mahnerin und Gestalterin in der Gesellschaft ernst nehmen.<br />
Sie soll Stellung beziehen im Kampf gegen Armut und Gewalt und soll Eintreten für Gerechtigkeit. (Obwohl: Das ist im Moment schon viel, diejenigen, die ihre Enkel vor Überfremdung schützen wollen, an die Nächstenliebe zu erinnern!)</p>
<p>Und: Die Kirche soll natürlich von Gott reden.</p>
<p>Trotzdem ist es natürlich ungleich interessanter, wenn es um Personen, deren menschliche Schwächen und vor allem deren Gesetzesübertretungen geht.<br />
Hier hat eindeutig der Boulevard mit seiner Presse Vorrang.</p>
<p><a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/1.Johannes4">Beim heutigen Predigttext</a> dagegen scheint es auf den ersten Blick keine großen Überraschungen zu geben: „Liebe“ und „Gott“, das passt doch ganz gut zusammen, ist aber jetzt keine wirklich neue Nachricht, die einen vom Hocker reißt. Zunächst klingt es alles nach christlichen Allgemeinplätzen:<br />
Mit „Nächstenliebe“ als Thema beginnt es: „Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben;“ heißt es zu beginn in Vers 7. Und wenn man nicht genau hinhört, bekommt man außer „Ihr Lieben“, „Liebe“, „lieben“, „geliebte“ nicht viel mit. Nicht weniger als fünfzehnmal ist in den sechs Versen unseres Abschnittes von der Liebe die Rede, in jedem Vers mindestens einmal.<br />
Darf man daraus vielleicht schließen, dass es dem Autor des Johannesbriefes genau auf diese Vokabel ankam. Und ist es vielleicht sogar richtig, dass damit nicht etwa ein Allgemeinplatz beackert wurde, sondern eine unheimliche Neuerung?</p>
<p>Ja, so ist es!</p>
<p>Nur auf den ersten Blick ist es aber wirklich das Thema Nächstenliebe, dass hier betont werden soll.<br />
Das wirklich Neue ist nun aber das, was uns heute so selbstverständlich erscheint: Das Liebe und Gott zusammengedacht und zusammen genannt werden wollen. Dass, ist das entscheident neue im christlichen Glauben: Das Gottes Wesen als Liebe bestimmt werden will.<br />
Von Gottes Gegenwart sprechen auch die „Alten“ und „Weisen“. Von Gottes Gegewart, als „Liebe“, spricht das gesamte neue Testament. Es ist geradezu der Sinn aller neutestamentlichen Schriften diese „Liebes- Geschichte“ zu erzählen.<br />
Und sie lässt sich nicht anders erzählen, als in dem Geschehen, das sich zwischen Gott und dem Schicksal Jesu eben „für uns“ ereignet.<br />
Deswegen haben die Sonntage nach Trinitatis  (Dreieinigkeitsfest) diese Geschichte zu erzählen.<br />
Und zwar als eine Geschichte, die eine Beziehungsgeschichte ist:<br />
Eine Beziehungs-Geschichte zwischen Gott-Vater, Gott-Sohn, und Gott-Heiligem Geist.<br />
Nur das Erzählen dieser Geschichte, so wie der Autor des Johannesbriefes es hier tut, bewahrt davor Gott für „Irgendetwas“ zu halten.<br />
Gott ist gerade nicht „Irgendetwas“, schon gar nicht irgend etwas Numinoses.<br />
Sondern indem Gott in Jesus so handelt, wie er handelt, ist er wirklich erst erselbst.</p>
<p>Man könnte auch noch kürzer sagen: Gott ist seine Tat.<br />
Er ist, was er tut, und er tut, was er ist.<br />
Der Theologe sagt: „Gottes Sein ist ganz und gar die Tat der Liebe, Gott ist ein einziges liebendes Handeln.“</p>
<p>Martin Luther, hat in diesem Zusammenhang (zugegebener Maßen nicht ganz schlichter Gedanken) ein wunderbares Bild gebraucht:<br />
In dem Zusammenhang, dass die Sätze „Gott ist“ und „Gott liebt“ gleichbedeutend sind hat er von Gott als einem „glühenden Backofen voller Liebe“ gesprochen.<br />
Ein glühender Backofen voller Liebe! Da wird einem schon beim Hören warm.</p>
<p>Und genau darum geht es auch im Evangelium! Nicht um einen Allgemeinplatz, nicht um einen Zusatz, um nette Unterhaltung und Ablenkung.Sondern es geht darum, dass mich betrifft, was Gott betrifft!</p>
<p>Denn „in der Liebe teilen Gott und die Menschen dasselbe Geheimnis“ (E.Jüngel)</p>
<p>In einer Trauansprache sage ich oft  folgenden Sätze:</p>
<p>&#8220;Zueinander für immer Ja sagen &#8211; das heißt- ja, ich habe Grund, dich dein Leben lang zu lieben.<br />
Und dieser Grund ist nicht irgendetwas, auch nicht irgendetwas an dir, sondern das bist du selbst.<br />
Man kann einen Menschen um seiner selbst willen lieben, ganz einfach dadurch, dass man bei ihm bleibt und gern bei ihm bleibt.</p>
<p>Auch von Gottes Verhältnis zu uns kann gar nicht besser geredet werden, als in der Sprache der Liebe und Treue.<br />
Gibt es ein größeres Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen, als der erklärte Wille des Schöpfers, mit uns Zeit und Ewigkeit zu teilen?<br />
Wir haben Grund zu der Hoffnung, dass Gott, der uns geschaffen hat uns nicht fallen lässt, sondern uns die Treue hält.<br />
Es war Gottes Wunsch und Wille, nicht für sich alleine zu bleiben, sondern vielmehr mit uns zusammenzuleben als ein lebendiger Gott.</p>
<p>Ein größeres Zeichen der Liebe kann es für den Menschen in der Tat nicht geben. Tagtäglich aufs Neue -das ist das Geheimnis der Liebe.“ (nach E.Jüngel)</p>
<p>Das Geheimnis der Liebe ist das große Geheimnis Gottes.<br />
Dieses gering zu achten bedeutet in der Regel auch sich selbst gering zu achten.</p>
<p>Nämlich als einen, der keinen Wert hat, der nicht geliebt wird, und deswegen auch keine Liebe für sich selbst und gegen andere aufzubringen im Stande ist.</p>
<p>Das hat dramatische Folgen: In einer Gesellschaft, in der sich viele Menschen ungeliebt fühlen, weil sie an dieser Gesellschaft nicht mehr teilhaben können, schwindet schleichend die Nächstenliebe.</p>
<p>-Schwindet Verständnis für die Situation des Anderen, schwindet Interesse an ihm als Person.</p>
<p>Und wenn das passiert schwindet auch unsere Interesse an Gott.</p>
<p>Ohne Ihn wissen wir nicht, was Liebe ist.</p>
<p>Ohne den Blick auf Gottes Liebe in Jesus Christus wird Liebe zur Ware, zur Dienstleistung schlimmstenfalls zu einem Machtmittel der Unterwerfung.</p>
<p>Dann aber wird Beziehung zerstört und wo Beziehung abgebrochen wird, ist die Liebe am Ende.<br />
Wir sind als menschliches Geschöpf ohne den Schöpfer bald erschöpft.</p>
<p>Wie gut, ihr Lieben, dass es einen „glühenden Backofen“ gibt, der uns lieben lässt.<br />
Unsere Geliebte/unseren Geliebten und auch die, die wir gar nicht liebenswert finden!</p>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 19:02:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
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Einen Brief mit folgendem Inhalt:</p>
<p>„Liebe Bruder im Herrn, ich weiß nicht, was man mit der öffentlichen Lesung der Predigttexte erreichen will, wenn sie solchen Charakter haben, wie der im Epheser Brief im zweiten Kapitel vom vergangenen Sonntag.<br />
Es handelt sich hier doch um einen Text, der ohne eingehende theologische Auslegung gänzlich unverständlich bleibt. Soll ich im Rahmen einer Predigt nun Unterricht in der christlichen Religion betreiben?<br />
Das wäre doch wohl ein falsches Predigtverständnis, oder?<br />
Ich finde solche lehrhaften, theologisch dichten Texte ungeeignet zur öffentlichen geistlichen Rede und bin nicht willens meine Gemeinde mit derartiger Dogmatik zu belasten.<br />
Ich habe mich deshalb entschieden den Evangeliums Text vom Pharisäer und Zöllner zu predigen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Pfäfflein aus der Provinz&#8230;.“<span id="more-1071"></span></p>
<p>Leider, liebe Gemeinde wissen wir nicht, was der Bischof geantwortet hat, wenn er überhaupt geantwortet hat und wir wissen auch gar nicht recht, ob das „Pfäfflein“ aus der Provinz diesen Brief überhaupt abgeschickt hat&#8230;<br />
Aber fest steht:<br />
Selbst wenn das alles gar nicht stattgefunden haben sollte. Es gibt Predigerinnen und Prediger, die so etwas machen, und es gibt sicher auch Hörerinnen und Hörer, die dem sofort und ohne jedes zögern zustimmen würden.</p>
<p>Warum nun ist  das so und warum bekommen sie heute hier dennoch eine Predigt zum Epheserbrief zu hören?</p>
<p>Zum einen ist zu sagen, dass es ein durchaus berechtigtes Anliegen des Pfarrers aus der Provinz ist, das zu hörende Bibeltexte auch wirklich gehört werden können, und da besteht bei unserem Predigttext schon ein gewisses Problem.</p>
<p>Dennoch, meine ich, kann es gelingen, auch zunächst vielleicht abständiges und schwieriges fruchtbar zu machen, gerade weil es zunächst abständig ist.</p>
<p>Die Tendenz zu genereller Aussparung nicht eingängiger Inhalte, ist –jedenfalls was den christlichen Glauben betrifft- nicht mitzumachen!</p>
<p>Was nun den so viel gescholtenen Text angeht ist zu seiner Rettung zu sagen, dass er in ungewöhnlicher Dichte den Versuch macht den Kern christlicher Botschaft in wenige Sätze zu fassen.</p>
<p>Der Autor macht es deshalb, weil es sich bei diesem Brief ursprünglich um ein Rundschreiben an mehrere Gemeinden handelte, die alle im Begriff waren ihre jeweilige Glaubensauffassung als christliche Gemeinde noch zu finden und einzugrenzen.</p>
<p>Damit dieses Eingrenzen und Vereinheitlichen auch über Distanzen und Zeiträume hinweg gelang greift der Autor sogar zu einem Trick, der in der damaligen Zeit nicht unüblich war, um einem Schreiben zu nötiger Reputation zu verhelfen:<br />
Er schreibt im Namen des Apostels Paulus, um deutlich zu machen, dass er sich in Einklang mit der paulinischen Auslegung des Evangeliums befindet.</p>
<p>Und er tut das gar nicht mal schlecht, auch wenn man hier und da erkennen kann, das hier nicht der Apostel selbst schreibt (aber das würde jetzt zu weit führen&#8230;)</p>
<p>Der Text erscheint so dicht, weil hier die zentralen Begriffe paulinischer Theologie<br />
miteinander auf engstem Raum verwoben werden:<br />
Sünde, Christus, Liebe, Gnade, Glaube, Werke, Tod und Leben.</p>
<p>Und an der Zuordnung und Reihenfolge dieser Begriffe entscheidet sich nun gerade der evangelische Glaube, oder sollen wir besser sagen zeigt sich evangelisches Profil? Jedenfalls versteht sich der Schreiber als eine Art Profilgeber, der folgendes unterstreichen will:</p>
<p>„Durch Jesus Christus bin ich, was ich bin, nämlich ein von Gott geliebter und angenommener Mensch. An seinem Schicksal hängt mein Leben und nur durch ihn kann ich getröstet durchs Leben gehen.</p>
<p>Hätte er nicht alles für mich getan, wüsste ich nicht, was Liebe ist.<br />
Aus dieser Liebe lebe ich. Wäre sie nicht da, mein Leben wäre leer. Ich wäre tot.<br />
Ich hätte keine Hoffnung und wüsste nichts mit meinem Leben anzufangen, weil ich keine Orientierung hätte.</p>
<p>Ohne Gottes Handeln in Jesus Christus und ohne Jesu Zuwendung zu den Menschen könnte auch aus meinen Taten nichts Gutes erwachsen.</p>
<p>Denn ich bleibe immer zuerst auf meinen Vorteil bedacht und hätte ständig das Gefühl benachteiligt zu werden.<br />
Ich würde immer meine Ellenbogen ausfahren um selber atmen zu können, weil alle anderen mich bedrängen, weil sie ja auch alle nur ihren Vorteil suchen.</p>
<p>Durch Gottes Liebe aber kann ich atmen. Weil Gott mir den Raum gibt, den ich brauche. Und so muss ich den anderen auch nicht immer die Butter vom Brot nehmen.<br />
Ich muss nicht immer der beste sein. Ich muss nicht immer gewinnen. Ich kann auch andere gewinnen lassen, denn Gott lässt jedem seine Räume.<br />
Er engt niemanden ein.</p>
<p>Weil Gott mich  aus dieser Angst um mich selbst herausholt, kann ich neue Hoffnung schöpfen und mich meinen Mitmenschen zuwenden.<br />
Ich sehe in ihm den von Gott geliebten Menschen, der ich selber bin.</p>
<p>Ohne Gottes Liebe in Jesus wäre er nur mein Konkurrent im täglichen Kampf um Nahrung, Raum und Macht.<br />
Weil Gott ihn aber genauso ansieht wie mich begreife ich erst, was es heißt zu lieben.</p>
<p>Ich begreife erst, das das Gnade genannt zu werden verdient, die kein Mensch zu spenden in der Lage ist.<br />
Ich begreife erst, dass Gottes Liebe grenzenlos ist und deswegen Barmherzigkeit genannt werden darf.</p>
<p>Und ich begreife erst recht, dass ich nicht Gott bin, weil ich das alles nicht schaffe!</p>
<p>Was ich schaffe, schaffe ich durch ihn, weil er es für mich geschafft hat.<br />
Darum muss ich mir nicht selbst auf die Schulter klopfen, sondern kann fröhlich von Gottes Liebe weitererzählen, die solches zu leisten im Stande ist.<br />
Wenn mich seine Liebe erreicht, ist auch das sein Geschenk an mich, aus dem heraus ich mich neu begreifen kann.</p>
<p>Ich bin nicht mir gefangen in mir selbst (=tot), sonder er hat mich aus diesem Zustand (=Sünde) herausgerissen, um mir wahres Leben (=Auferstehung) zu schenken.“</p>
<p>Liebe Gemeinde, wenn man das so sagt, muss man zwar mehr Worte machen, es klingt etwas anders.</p>
<p>Allerdings wird auch dieser so formulierte Glaube immer Widerspruch provozieren.</p>
<p>Es ist für den modernen Menschen offenbar schwerlich hinnehmbar, dass  letztlich nicht Gutes am Menschen gelassen wird, sondern alles Gute sich dem Wirken Gottes verdankt.</p>
<p>Wer will sich das schon gefallen lassen?</p>
<p>Offenbar doch mehr Menschen als man denkt:</p>
<p>In einem deutschen Popsong gedichtet in Zeiten der Wende der 90er Jahre gibt es eine Textzeile die da lautet: </p>
<p>„Der Mensch ist leider nicht naiv.</p>
<p>Der Mensch ist leider primitiv.</p>
<p>Freiheit, ,<br />
Ist das einzige, was zählt.“</p>
<p>Das erstaunliche ist, dass tausende mitsingen, dass aber sobald von „Sünde“ geredet wird, scheinbar von etwas ganz anderem geredet wird.</p>
<p>Dabei stehen „Freiheit“ und „primitive“ Schuldverfallenheit von Menschen doch tagtäglich vor Augen.</p>
<p>Ein Brückenschlag zur Deutung der Wirklichkeit mit den Augen des Glaubens erfolgt nur selten.<br />
Zu sehr funktioniert der Reflex „die“ Kirche als Hort und Hüterin moralisch untadeligen Lebens zu begreifen.</p>
<p>Dabei ist für den Autor unseres Predigttextes, wie für den Apostel Paulus vollkommen klar, dass es darum nicht gehen kann.<br />
Es geht im christlichen Glauben nur bei der Sünde um einen Zustand!<br />
Beim christlichen Leben hingegen geht es um einen Prozess; Um ein „Werden“.</p>
<p>Niemand anders hat es in schönere Worte zu fassen vermocht, als Martin Luther:</p>
<p>„Es geht nicht um „ein Frommsein, sondern ein Frommwerden; nicht (um) ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden;  überhaupt nicht (um) ein Wesen, sondern ein Werden;  nicht (um) eine Ruhe, sondern eine Übung. <br />
Wir sind’s noch nicht; wir werden’s aber.<br />
 Es ist noch nicht getan und geschehen,  es ist aber im Schwang. <br />
Es ist nicht das Ende, es ist der Weg.“  </p>
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		<title>Pfingstliche Mobilität (Apostelgeschichte 2)</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 19:23:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Pfingsten]]></category>

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Pfingsten bewegt aber auch die Kirche.<br />
Sie reißt in der <a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Apostelgeschichte2">Ur-Erzählung (Apostelgeschichte 2)</a> die Jüngerinnen und Jünger förmlich mit sich.<br />
Wenn Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, dann ist Kirche Jesu Christi nur in der doppelten Bewegung des Heiligen Geistes: Der, der in uns hinein fährt und uns erfüllt,  ist der, der uns hinaus treibt auf die Strasse, zu den Menschen. So wird Kirche!<br />
Und sie hat „weiche“ Grenzen. Keine ein für allemal feststehenden Gestalt.  Pfingsten ist Gottes Bewegung in uns hinein. Und Pfingsten treibt uns hinaus zu den Menschen und lässt verkündigen von den großen Taten Gottes. Keine zufriedene „sitzenbleiber“ Kirche und keine „nervöse“ Aktionisten Kirche.<br />
Die Balance zu halten gelingt nur schwer.<br />
Eigentlich ist sie nur so durchzuhalten: Gott beim Wort zu nehmen, dass er versprochen hat seinen Geist  (=Anwesenheit) zu schenken, da wo sie gebraucht wird.<br />
Und sie wird (recht besehen) überall gebraucht.</p>
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		<title>Konfirmation 2010 zu  Psalm 139</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 22:45:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>knuuut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Konfirmation]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Festgemeinde! Wer schön sein will muss leiden! Dieses Motto gilt nicht erst seit Heidi Klum. Und man muss auch nicht als Teilnehmerin an ihrer Schow sein. Wer schön sein will muss leiden das galt schon damals, als man bzw. &#8230; <a href="http://pastorenstueckchen.de/2010/05/konfirmation-2010-psalm-139/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>
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Wer schön sein will muss leiden!<br />
Dieses Motto gilt nicht erst seit Heidi Klum.<span id="more-952"></span><br />
Und  man muss auch nicht  als Teilnehmerin  an  ihrer Schow sein. Wer schön sein will muss leiden das galt  schon  damals, als man bzw. Frau zu  folgenden Dingen greifen  musste, als es  noch kein  Haarspray  gab.<br />
Tja, was ist  das? Richtig ein Haarnetz!<br />
Wozu  Frau  es heute  noch  braucht, darüber mag (vor allem Mann) nur spekulieren, fest steht allerdings: So ein  Netz gibt  Halt!<br />
Es hält  die  Frisur in  Form,  wenn sie  frisch gelegt  ist.<br />
Es  gibt den  zur Unordnung  drängenden  Haaren eine  gewünschte  Richtung.<br />
Kurz:  Es  bringt  Ordnung  ins drohende  Chaos!</p>
<p>Im 139 Psalm, den wir gemeinsam gebetet haben heisst es:</p>
<p>„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“</p>
<p>Von allen Seiten also will Gott uns umgeben.<br />
Nicht so, dass wir uns  bedrängt von ihm fühlen müssten,  sondern so, dass er uns den nötigen Halt, die nötige Geborgenheit schenkt, damit wir gestärkt durchs Leben gehen. Damit drohendes Chaos um uns herum  nicht  aus der  Bahn werfen kann.<br />
Und Chaos, dass kann wahrlich mehr sein, als ein unaufgeräumtes Kinderzimmer.<br />
Gott  will  uns an der Hand durchs Leben führen, gerade dann, wenn wir  Mamas und Papas Hand nicht mehr brauchen, oder zumindest nicht mehr wollen!</p>
<p>Solch ein <strong>Haarnetz</strong> hat nun sehr, sehr enge Maschen, damit  auch das klitzekleine  Häärchen  nicht herausfallen kann.<br />
Dazu taugt  es nun ausgesprochen gut.</p>
<p>Aber es hat einen entscheidenden Nachteil: Es ist  nicht besonders stabil!<br />
Wenn die Probleme  größer werden, man  größeren  Halt braucht, muss auch das Netz  stabiler werden.<br />
Mit so einem Netz (<strong>Ballnetz</strong>) kann man auch etwas  größere Brocken ordnen:<br />
Bälle zu Beispiel.<br />
Ohne so ein Netz wäre der Trainer nur in der Lage unter den rechten und linken Arm jeweils einen Ball zu nehmen. Für mehr wäre kein  Platz.<br />
Das  wiederum schränkt die Bewegungsfreiheit ein und mit  zwei  Bällen unter dem Arm sieht  man  mindestens  so  uncool aus,  wie frau mit Haar Netz.</p>
<p>Gott möchte unsere Freiheit  aber nicht  einschränken, sondern er möchte sie erst ermöglichen.</p>
<p>Gott geht sogar soweit,  dass  er sagt: Freiheit erfahrt  ihr wirklich erst im Glauben;  erst dann, wenn ich euch  frei mache.<br />
Frei machen von allen Wünschen, von denen  ihr meint sie  würden euer Leben lebenswert  und reich machen.</p>
<p>Die  ersten Jünger, von denen  wir   in  der Schriftlesung gehört haben, ließen für diese Freiheit  sogar  ihre Netze zurück. Sie ließen alles, was ihnen  Halt, berufliche Grundlage und Existenz bedeutete zurück, um in  der Gemeinschaft mit Jesus Freiheit zu finden.</p>
<p>Im gemeinsamen Leben mit Jesus fanden sie eine neue Ordnung für ihr Leben.<br />
Eine die noch tragfähiger war als die ihrer Netze.</p>
<p>Gott, nun, möchte diese Ordnung  in  unser Leben  bringen.<br />
Nicht  die  Ordnung  gespitzter Bleistifte und aufgeräumter Schreibtische. Gottes Ordnung  für unser Leben  ist  von der  Gestalt, dass er weiß, was für  uns  gut  ist.<br />
Er möchte, dass wir unterscheiden können,  was wichtig und was unwichtig in unserem Leben  ist.<br />
Weil er uns kennt, weiß  er auch, was wir am nötigsten haben.</p>
<p>Gott ist  einer, der „versteht“, wie es im Psalm heißt.<br />
Gott bevormundet  uns nicht, wenn er mit uns an der Hand  durchs  Leben   geht, sondern er versteht uns.<br />
Ihm geht es nicht um Einengung, sondern um Begleitung.</p>
<p>Gott geht  es nicht um Einengung. Ihm  geht es  um Begleitung.<br />
Er will uns in der immer unübersichtlicheren Welt  Orientierung und  Richtung  geben.<br />
Für euch Konfirmandinnen und Konfirmanden ist diese Unübersichtlichkeit im Augenblick noch als Herausforderung und Freiheit wahrnehmbar,<br />
Und dafür steht ein anderes Netz.<br />
Das  Welt Weite  Web.</p>
<p>Was den älteren verschlossen  ist,  gehört für euch selbstverständlich zum  Leben. Das  Internet war für euch immer schon da.</p>
<p>Dieses Netzt nun bietet am meisten Schlingen in denen man sich  verfangen kann, es bietet aber auch  die größten Chancen. Es ist Segen und Fluch zugleich!</p>
<p>Für euch Konfirmanden ist  es vor allem  wichtig im Netz Kontakt zu  Freunden zu finden bzw. zu halten.<br />
Ihr seid fast alle in sog. <strong>Sozialen Netztwerken</strong>, vor allem SchülerVZ.<br />
Dort heißen alle Menschen mit denen man kommuniziert „Freunde“.<br />
Wer viele Freunde hat ist  glücklich darüber, stolz und bei anderen  angesehen.<br />
Es geht auch darum, wer akzeptiert wird, wer das Ansehen der Mehrheit genießt, und wer nicht.</p>
<p>Das alles aber  spielt unter echten  Freunden  eigentlich keine Rolle.</p>
<p>Echte Freunde haben einen gern, weil man so ist, wie man ist,  und nicht, weil man  viele „Kontakte“ hat.</p>
<p>Der 139  Psalm ist eine Erklärung der Freundschaft  Gottes an dich.<br />
Gott umgibt dich mit einer 360  Grad Beziehung. Rund um die Uhr 24/7.<br />
immer da, immer offen!<br />
Aber: Seine Bewertung steht schon fest.<br />
Keiner ist mehr wert als der andere.<br />
Niemand muss sich Gedanken um sein Ranking machen.</p>
<p>Er umgibt uns und hält seine Hand über, unter und neben uns.</p>
<p>Bei Gott können wir die Gewissheit haben, dass wir nicht nach  der Anzahl unserer Freunde bewertet  werden, sonder dass wir bei ihm angesehen und akzeptiert sind, und zwar einfach so.</p>
<p>Ich wünsche euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass ihr heute von allen die euch wichtig sind gehalten werdet.<br />
Notfalls sogar gedrückt aber nicht bedrückt.</p>
<p>Dass ihr aber über diesen Tag hinaus auch Halt und Gehalten Sein finden werdet.<br />
Als Menschen die von Gott geliebt sind, und die er begleitet.</p>
<p>Geht in seinem Licht.<br />
Geht in Gott geborgen.</p>
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