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Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden Mt. 20

“Kann ich mir nicht vorstellen”! werden vielleicht einige Eltern sagen. Jetzt schon so groß! Auch das gehört zum Vorstellungsgottesdienst, wenngleich das im Namen ursprünglich nicht vorgestellt war. Heute markiert der Vorstellungsgottesdienst, dass es auf die Konfirmation zugeht, dass die Zulassung zur Konfirmation durch das Presbyterium beschlossen werden wird. Und der Vorstellungsgottesdienst weist (nicht zuletzt) die Konfirmandinnen und Konfirmanden daraufhin: “Stellt euch vor: Ihr werdet konfirmiert!” In diesem Gottesdienst geht es nun allerdings auch darum, wen wir uns unter Gott vorstellen. Und es geht auch darum wie Gott sich uns vorstellen will. Wie stellen wir uns eigentlich Gott vor? Trey Ratcliff via Compfight Ich habe versucht euch das im Unterricht so zu verdeutlichen: Gott stellt sich uns vor, indem er uns Jesus zur Seite stellt. Weil man sich unter Gott prinzipiell alles oder auch nichts vorstellen kann, hat Gott zunächst beschlossen sich einem kleinen Volk zu zeigen, nämlich dem Volk Israel, als Gott Israels, dem er dann durch Mose die 10 Gebote als Glaubensrichtschnur mit auf den Weg gibt. Allen Menschen hat Gott sich nun mitgeteilt, …

Keine weichgespülte Nächstenliebe. Philipper 2,5-11

Die römischen Kaiser prägten das Bild selbst, das sich die Welt von ihnen machen sollte: Auf den Münzen, die sie schlagen ließen, sehen sie daher so aus, wie sie aussehen wollten –stark und machtvoll. Kaiser Augustus zum Beispiel schaute auf seinen frisch geprägten Denaren … noch im Alter von siebzig so aus wie mit dreißig. Die Münzbilder waren Propaganda. Sie brachten die richtige Botschaft unter das Volk: den ewig jungen Herrscher.“ * „Ihr kauft mit den Schneid nicht ab“, dass war die Botschaft, die unter das Volk sollte. Heute gibt es diese Form der Münzenpropaganda nicht mehr.

Schwach sein Stark sein! Verleugnung des Petrus

Stark sein, schwach sein: Wer ein Pferd auf seinen Armen tragen kann, ist ganz schön stark. Wer sich nicht die Zähne putzt, weil die Zahnbürste zu schwer ist, der ist ganz schön schwach. Wir mögen alle gern stark sein. Schwach will keiner gern sein. Zu einem Kind wie Pippi-Langstrumpf, sagen wir bewunderungsvoll: Ja! Aber wehe, da ist jemand, der schwach ist, oder mutlos, oder schüchtern. Zu so einem sagen wir –nicht laut- aber vielleicht leise: nein. Ja sagen und nein sagen zu einem Menschen, das ist ein großer Unterschied. Vielleicht nicht so sehr für den, der es sagt. Aber ganz bestimmt für den, der es hört. Sagt einer Ja, tut das gut. Sagt einer Nein zu mir, dann bin ich auf einmal nicht mehr wie vorher. Dann geht das Nein mit mir mit. Manchmal einen ganzen Tag lang. Wir hören heute eine Geschichte von einem, der Nein sagt. Nein zu einem Menschen, genauer zu einem Freund. Er sagt: nein, den kenne ich nicht. Und während er das sagt, merkt er, dass er nicht stark ist. …

Bedrängnis und Hoffnung. Römer 5,1-5

Wenn die Spielräume eng werden, sieht  es oft nicht gut aus! Das gilt nicht nur für den Fußball, das darf im Jahr der WM aber angemerkt werden. Wenn die Spielräume eng werden und nicht jeder so aufspielen kann, wie er möchte, fallen oft Worte wie „kämpfen“, „beißen“, „dagegenhalten“ und nicht zuletzt, „so etwas ist nicht schön anzusehen“. Die Masse will „großes Tennis“ sehen, wie ein Bundesliga-Trainer es formulierte, Großes Tennis –auch im Fußball.

Karfreitag. Schluss, Ende, Aus. Johannes 19

Abschiedsszenen sind in der Regel schwierige Szenen. Das gilt nicht nur für Regisseure. Das gilt nicht nur im Film. Im richtigen Leben ist es meist noch schlimmer. Kein Bahnsteig, keine in die Nacht verschwindenden Rücklichter eines Zuges. Kein Flughafen, kein Abheben und davon fliegen zu einem neuen Leben. Stattdessen: Wohnungstüren, Krankenhausbetten, Friedhöfe, Leichenwagen. Unsere Abschiede sind nicht glamourös, dafür meist schmerzlicher: -Auch eine SMS mit dem Inhalt: „Schluss, Ende, Aus“ kann überaus schmerzlich sein, zerrinnen doch Träume, Hoffnungen, Lebenspläne in Sekunden. -„Ich kann nicht mehr mit dir leben, die Kinder bleiben bei mir“, das ist gar nicht so selten das schmerzliche Ende dessen, was vor Zeiten noch mit „ich will dich lieben und ehren“… begann. -Dann, wenn es zum letzten Abschied geht, fehlen erstaunlicher Weise keine Worte. Im Gegenteil: Viele Worte werden gemacht: „Das wird schon wieder, wenn du erst mal wieder zu Hause bist. Kopf hoch!“ Dabei ist nichts mit „Kopf- hoch-es-wird-schon-wieder“. Es wird eben gar nichts, außer es wird alles nur noch schlimmer, weil der Tod kommt und mit ihm das Ende all unserer menschlichen Möglichkeiten. Der Tod als …

Eine alltägliche Geschichte (Predigt über die Weihnachtsgeschichte)

Alles läuft darauf zu. Das ganze hat eine eigene Dramatik. Es wiederholt sich. Wir reden vom Heiligen Abend. Wir brauchen das Sich-Wiederholende, das hervorkramen des Weihnachtsbaumschmuckes und der festlichen Tafelsachen. Es gibt das Gefühl der Sicherheit. Es gibt das Gefühl von zu Hause sein und nach Hause kommen. Heute gehen die Uhren anders, doch sie gehen wie im letzten Jahr. Hoffentlich! Und dazu gehört auch die Geschichte, die untrennbar zu diesem Abend gehört. Und die wir vorhin gehört haben. Der Evangelist Lukas hat sie erzählt. Wie oft schon haben wir diese Geschichte gehört? Viele kennen sie auswendig oder haben sie mal auswendig gelernt. Wir hören sie und ein innerer Film läuft vor unseren Augen ab: Der Esel wird von Joseph geführt, die hochschwangere Maria sitzt darauf. Sie gehen durch die Straßen, finden keine Herberge werden immer wieder abgewiesen und laden schließlich in einem Stall in dem Ochs und Esel bereitstehen und der Stern von Bethlehem leuchtet darüber. – schade nur, dass davon nichts im Text steht. Kein Sternenfunkeln über Schneefeld, nicht mal ein leises rieseln, …