Alle Artikel in: Meinung

#zurückindiezukunft

Ein kleines Gemeindehaus in einem Vorort in Frankfurt. Menschen die sich seit einigen Jahren aus dem Internet kennen treffen sich. Das Thema nennt sich „Kirche und Web“. Praktische Erfahrungen zur Webseitengestaltung und Präsenz in den neuen sozialen Medien werden vorgestellt und diskutiert. Die Form ist neu: Die Teilnehmenden sind Barcamper. Wir schreiben das Jahr 2012. Wäre der Bericht „Kirche im digitalen Wandel“ den die EKD auf ihrer diesjährigen Synode vorgestellt hat, damals bejubelt worden? Vermutlich. Immerhin wäre es ein Anfang gewesen, ein Signal, dass die Fragen, die die Teilnehmenden umtreiben, dringlich sind. Auch wenn damals schon der ein oder die andere bei sich gedacht haben könnte: So richtig verstanden hat man in Hannover nicht wohin die Reise geht, oder man will es nicht, schließlich ist eine „bottom up“ Bewegung immer bedrohlich für Institutionen.Sechs Jahre später hat die EKD erkannt, dass die digitale Büchse der Pandora geöffnet ist und versucht verzweifelt sie zu verschließen oder mitzuspielen, je nachdem auf welcher der 62 Seiten man sich gerade befindet. Sie versucht das mit Mitteln der alten Welt. Das …

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Im Reformations-Truck nach Ohio

Wehmütig schaut Sabine B. aus dem Fenster ihres Büros nach Süden. Gerne wäre sie im Land mit den herrlichen Zwiebel-Kirchtürmen in Bayern. Wenn sie auf das Dach ihres Pfarrhauses steigt, kann sie bei gutem Wetter den Drachenfels sehen und doch träumt sie von einer Pfarrstelle am Chiemsee. Ob die Rheinländerin (48) sich auf dem dortigen kirchlichen Parkett zurechtfinden würde ist alles andere als ausgemacht, schließlich gehen die protestantischen Traditionen in deutschen Landen alles andere als synchron. Den meisten Kirchenleitungen gefällt das, sie schätzen produits reginaux, nicht nur bei Käse und Wein. Es scheint so, als könnte sich das in Zeiten, da über eine digitale Kirche nachgedacht wird, als Nachteil erweisen. Denn die Koordinierung an welchen Stellen über das Thema nachgedacht wird stockt und zwar merklich. Seit der EKD-Synode 2014 (Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft) hat sich wenig getan. Als das die Jugend-Deligierten auf der Synode im letzten Jahr anmerkten, wurde das Thema in den –Achtung!- Zukunftsausschuß verwiesen. Soweit so schlecht, zeigt es doch wie wenig eine Kirche, die immer betont „nahe bei den …

Kirche und Social Media.

„Liebes Volk Gottes, du, Kirche, wir müssen Reden! Die Zeit der Matritzen und Matzen ist vorbei! Ich lege Datenleitungen wie Wasserströme in die Wüste, damit ihr euer Ziel schneller erreichen könnt. Der Weg war bei mir noch nie das Ziel. Sondern die Ankunft und die Anbetung. Ruft die gute Nachricht durch alle Kanäle, die ich euch bereitstelle. Und wisst dabei: Ich gehe voran. Ich gehe voraus. Auch durch Kupfer- und Glasfaserkabel. Habt keine Angst, dieses vermeintlich böses Internet ist nichts anderes als eine harmlose Verpackung der Dinge. Es kommt daher wie eine rote Schleife und ist doch nur ein schnöder Pappkarton.“ Den ganzen Vortrag  -“Kirche und Social Media” (Hauptvortrag auf der Referentenkonferenz des HKD der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers; Hermannsburg, 31.3.2014) findet ihr unter Kircheundsocialmedia Die Folien dazu hier.   Foto: FutUndBeidl flickr.com 8084060025