Alle Artikel in: Erinnerungen

Musik als heilige Messe

Von einem evangelischen Pfarrer ein Plädoyer für den Katholizismus zu erwarten, ist in der Tat zuviel verlangt. Dennoch gibt es hin und wieder die (Sehn-)Sucht nach „greifbarem“ und nicht nach „Wort“, nach „Inszenierung“ und nicht nach „Nüchternheit“. Das in der eignen Konfession zu suchen ist schwierig: Ich erinnere mich während meines Studiums in Leipzig unvorbereitet in einen lutherischen Gottesdienst geraten zu sein. Ich fühlte mich wie in einem Hochamt. Seitdem ich auf die gegenüberliegende Strassenseite zu den reformierten. Da fühlte ich mich merklich wohler! Gleichwohl: In der Pilgermesse in Santiago de Compostella war es schon beeindruckend, obwohl das riesige Weihrauchfass gar nicht durch das Kirchenschiff pfiff. Ob es die körperliche Erschöpfung und (oder) der Umstand war, dass ich nichts von dem spanisch verstand, diese Messe hat bleiben Eindruck hinterlassen. Wenn mich mal wieder dieses „Compostella-Gefühl“ überkam, ging ich aber nicht in den Dom, sondern legte meine persönliche „best of U2“ CD auf. Dann war die Welt auch wieder in Ordnung. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Auf Bonos „Gejammer“ folgte Kindergejammer, und wenn „Kindermusik“ Zukunftsmusik ist, …

Vor einem Jahr: GM ging in die Insolvenz und gestern: Horst Köhler

Heute vor einem Jahr ging GM in die Insolvenz. Und meinen Chevy habe ich auch ein paar Monate später verkauft…. Nun bin ich wieder bei Volkswagen. Nun ja, mein erstes Auto war auch ein Käfer… Nächstes Jahr werd ich mich dann wohl an den Rücktritt von Horst Köhler erinnern, der dazu führte, dass es im Herbst des Jahres Neuwahlen gab, die zu einer Ampelkoalition führte, wie im Juni desselben Jahres in NRW. Und ich werde mich erinnern, dass das Volk sich von all den unerfreulichen in- und ausländischen Nachrichten (BP Ölleck in der Tiefsee) mit Lena Meyer-Landrut ablenkte und nur auf den Beginn der Fussball-WM wartete, um Philipp Lahm zuzujubeln…

24 Jahre Tschernobyl

Heute nähert sich der Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl zum 24. mal. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass wir nicht in Seen schwimmen gehen sollten und auch keine Milch trinken. Seit der letzten Bundetagswahl klebt auch wieder ein alter Bekannter an meinem Auto. Inzwischen hat ihn auch meine Frau wieder akzeptiert:

Ein schlechter Tag für den Protestantismus

Nun ist sie weg, die erste Ratsvorsitzende, die wir hatten. Das ist ein herber Verlust. Sie war die beste Besetzung, die die Evangelische Kirche je hatte! Aber die Entscheidung passt zu ihr. Andere hätten versucht im Amt zu bleiben. In einem Jahr hätte keiner mehr darüber gesprochen, wenn Sie ein Mann wäre. Wie ein anderer Bischof, der auch schon einmal seinen Führerschein aus dem gleichen Grund abgeben musste und nun die sueddeutsche Zeitung wegen übler Nachrede zu einer Gegendarstellung bewegen will. Selbst in ihren kurzen Worten  der Pressekonferenz vermag sie schlüssig und einsehbar zu machen, warum sie nun nicht „weiter so“ machen kann. Wirklich bedauerlich ist aber, dass nun der „höchste Repräsentant der zweitgrößten evangelischen Landeskirche“, wie er sich in Pressemitteilungen seiner rheinischen Landeskirche nennen lässt, offenbar ihr Nachfolge antritt. Damit weichen nachdenkliche und intelligente, weibliche Sätze den hemdsärmeligen und aktionistischen Macho-Sprüchen eines unbekannten Nikolaus Schneider. Ein schlechter Tag für den deutschen Protestantismus. Die Erklärung im Wortlaut: Hannover (ots) – Es gilt das gesprochene Wort! Am vergangenen Samstagabend habe ich einen schweren Fehler gemacht, den …