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Wer hat Angst vorm bösen Wolf? NIEMAND! Joh.10,11-16

Photo Credit: kama17 via Compfight cc Erfahrene Kirchenbesucher werden morgen sagen: „Kenn ich, Motiv des Sonntags ist klar. Ist mir bekannt, seit langem: Gott ist wie ein Hirte. Er hilft. Er sucht. Er rettet.“ Weniger kirchlich sozialisierten Menschen fällt beim Hirten eher die Heidschnucke aus der Lüneburger Heide ein. Und auch Teenager denken eher an das Leiden der Schafe auf australischen Farmen und das Engagement von Tierschutzorganisationen. Gut: An Weihnachten, war auch irgendwas mit Hirten. Nicht nur das Bentheimer Landschaf ist in Vergessenheit geraten, auch der Hirte ist zum Schafzüchter geworden. Die Kirchliche Rede vom „Pfarrer und seinen Schäfchen“ trägt ebenfalls dazu bei das Hirtenmotiv zu verdunkeln.    Dabei gibt es etwas unerhörtes zu entdecken: Kein Hirte lässt sein Leben für die Schafe! Das tut nur der „gute Hirte“. Dieser ist einzigartig. Weil er sein Leben lässt, kennt er das finstere Tal in dem jegliches Schäfchen-Idyll endet. Und er freut sich, wenn seine Herde, darüber hocherfreut, blökende Bocksprünge macht und auf die Frage „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“ erwidert: „NIEMAND!“  

Runter vom Ross. Rauf auf den Esel. Palmsonntag 2015

Photo Credit: Klearchos Kapoutsis via Compfight cc Wir denken an diejenigen, die nicht jubeln können an diesem Palmsonntag, deren Karfreitag nicht enden will. Freiheit von Tod und Zerstörung sind in weite Ferne gerückt. Wir vertrauen dennoch darauf: Der österliche Jubel wird das letzte Wort haben! Sanftmut ist seine Siegerpose. Herunter vom Ross. Rauf auf den Esel. „Darum ging ihm auch die Menge entgegen.“ (V18) http://www.ekir.de/url/tTa

Im Tod das Leben. Markus 10,35-45

Photo Credit: mira66 via Compfight cc „Bei uns ist unten oben!“ So wirbt die Evangelische Kirche im Rheinland gerne für ihre Organisationsstruktur, die presbyterial-synodal geprägt ist. Sie wirbt mit recht dafür. Das kann mit Blick auf den morgigen Predigttext gefolgert werden. http://www.ekir.de/url/hFb Denn die Jünger Jakobus und Johannes, ihres Zeichens Nachfolger der ersten Stunde, malen sich, als es gen Jerusalem geht, rosige Zeiten aus. Ihnen, die so lange an der Seite ihres Meisters waren, steht doch bestimmt ein Pöstchen zu, wenn Jesus in Jerusalem groß raus kommt. Mindestens das Ministerium für Heilsangelegenheiten. Sie wissen nicht, dass es kein Triumphzug werden wird. Im Gegenteil: Es wird anders kommen. Mit Jesus und auch mit der Kirche. Oben und Unten werden neu definiert. „Bei euch soll es anders sein!“ Eigentlich einfach und doch unendlich schwierig. Verwunderlich? Nein. Denn schließlich werden auch Freud und Leid vermischt: „Bei uns ist im Tod das Leben.“

verborgene Wahrheit

Verborgene Wahrheit nach Joh. 12

Photo Credit: Daquella manera via Compfight cc Mit biologischer Exaktheit ist dem morgigen Predigttext nicht beizukommen. Mit historischer Genauigkeit hat es das Johannes Evangelium auch nicht so. Dennoch geht es um eine Zentralstelle in der christlichen Verkündigung: Es geht um Leben und Tod. Genauer: Es geht um den Tod des einen, der Leben für die vielen verwirklicht hat. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Interessant ist auch die Umehrung des Bildes zu Ende zu denken: Würde das Korn nicht in die Erde fallen, bliebe es allein, wäre auch ohne Bedeutung für die anderen. Letztlich wäre es vollkommen vergeblich ein Wort über dieses Korn zu verlieren. Indem es aber fällt und stirbt, gewinnt es seine Bedeutung. Nicht für sich, sondern für uns.Martin Luther hat das, was gar nicht lustig klingt, den „fröhlichen Wechsel“ genannt: Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Die Hingabe des „Einen“ ist die Rettung von „Allen“. Was nach verbogener Wahrheit …

Das Leben ist kein Ponyhof Lk.9,57-62

Photo Credit: flapflapMLP via Compfight cc Es wird ernst: „Überlegt euch gut, worauf ihr euch einlasst!“, sagt Jesus im Lukasevangelium. Das Leben ist kein Ponyhof, erst recht nicht, wenn es das Leben eines Wanderpredigers ist. Wer es teilen will, muss wissen worauf er sich einlässt: Traditionsbruch ist nicht ausgeschlossen, manchmal sogar gefordert. Denn es geht darum heute Gottes Liebe unter die Menschen zu bringen. Heute muss angepackt werden, nicht erst dann, wenn sich weich gekochte Einmütigkeit eingestellt hat. Ein strenger Jesus tritt hier auf. Warum dieses ungewohnte Bild? Es geht um Gottes Reich, darum, dass wir es ganz und gar von Gott erwarten. Sowohl eine Verklärung der Vergangenheit wie die Suche nach Weltverbesserung sind hinderlich, wenn es darum geht, was unsere Aufgabe ist: Sich Gottes Gegenwart gefallen lassen, jetzt. Denn seine Gegenwart heißt Zuwendung! http://www.ekir.de/url/N6H

Segen

Mk 12,1-12 ein verhängnisvolles Gleichnis

foto: sxc.hu Die Bibel ist ein gefährliches Buch mit gefährlichen Geschichten. Eine besonders gefährliche ist morgen der Predigttext. Das Gleichnis von den bösen Weinbauern ist in der Vergangenheit immer wieder als Aufforderung und Rechtfertigung zur Judenverfolgung verstanden worden. Die Erzählung lässt Raum für Missbrauch und der wurde auch genutzt. Das erschwert eine positive Aneignung, zumal die Erzählweise bei weitem nicht so kunstvoll daherkommt, wie sonst in den Gleichnissen Jesu üblich. http://www.ekir.de/url/72T Dabei ist zunächst einmal zu betonen, dass im Gleichnis die große Geduld und Gutmütigkeit Gottes herausgestellt wird. Allerdings kann diese auch ein schreckliches Ende haben. Darum ist der Ruf zur Umkehr (Buße) ebenso deutlich zu hören, wie in Jesaja 5,1-7 dem alttestamentlichen Weinberglied, das als Schriftlesung vorgesehen ist. In einer Welt in der das Töten und sinnlose Vernichten nie nachgelassen hat, ergeht der Ruf zur Umkehr weiterhin: „Lasst das Morden sein! Gott hat andere Möglichkeiten für euch bereit. Das hat er gezeigt, als er den ermordeten Jesus nicht dem Tod überlies.“ Warum also immer noch falsche Schlüsse ziehen?

Mt4,11-11

Verlockungen Mt.4,1-11

Photo Credit: pshmell via Compfight cc Einfache Lösungen sind verlockend. Wie wäre es endlich dem Hunger auf der Welt ein Ende bereiten zu können? Oder endlich einen unumstößlichen Gottesbeweis liefern zu können? Oder besser noch: Die Herrschaft über die ganze Welt? So spricht der, der alles durcheinander wirft, ganz und gar diabolisch. Im Predigttext für den morgigen Sonntag schneidet Jesus den verlockenden Angeboten den Weg ab. http://www.ekir.de/url/Qfo Wer Gott ist, erfährt man nicht, wenn man Lebensversicherungen, Wundern und Machtphantasien hinterher läuft. Vielmehr ist er dort zu finden, wo Anfeindungen und Missverständnisse auf einen dunklen Leidensweg führen. Jesus nimmt dieses „Kreuz“ auf sich und zeigt so, dass Gott mitleidend, verstehend, heilend, liebend ist. Auch diese Lösung ist einfach. Aber nicht verlockend.