Monate: Mai 2015

Impulspapier

Medienkonzil

Man braucht zwar etwas Zeit, um das Impulspapier „Das Netz als sozialer Raum: Kommunikation und Gemeinschaft im digitalen Zeitalter“ im Netz zu finden. Jedenfalls wenn es um den Text geht. Der Hashtag #mk15 hilft aber weiter. Schließlich wird man mit einem Link zum Papier belohnt 🙂 Es „versteht sich als ein Beitrag aus evangelischer Perspektive, basiert aber zugleich auf der ökumenischen Denkschrift ‚Chancen und Risiken der Mediengesellschaft‘, sowie auf jüngsten Stellungnahmen der katholischen Schwesterkirche“ und ist durch die letzte Synode der EKD motiviert. Die hatte nämlich gefordert: „Wir müssen uns als evangelische Kirche verstärkt in den medienethischen Diskurs einbringen, der neben den technischen auch die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen beschreibt, um Privatheit und Öffentlichkeit in ein Freiheit förderndes Verhältnis zu setzen, das dem christlichen Verständnis der Würde des Menschen und seiner Verantwortung im Zeichen von Schuld und Vergebung entspricht.“ Bisher konnte ich nur die Einleitung („Von der Kunst, die instrumente der Freiheit zu bedienen“) lesen, diese macht jedoch Lust auf die fünf Kapitel: I.“Leuchttürme im Nebel. Vom Rauschen zum Verstehen“, II.“Selbstoptimierung und Gnade. Das vernetzte selbst“, …

Religion, Privatsache? Joh. 15,26

Photo Credit: nchenga via Compfight cc „Religion ist Privatsache“ Oft zu hören, nicht nur von ehemaligen Bundeskanzlern. Weniger indes von Kanzeln. Woran liegt das? Zweifelsfrei am morgigen Sonntag! Denn der Predigttext bereitet gewissermaßen vor, dass des Evangelium nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern hinaus in die Welt soll: „Ich werde euch den Tröster senden, den Heiligen Geist, der Zeugnis geben wird von mir, aber auch ihr sollt meine Zeugen sein“. Joh.15,26 Hier werden persönliche Glaubensgewißheit und öffentliche Verkündigung als ineinander verschränkt und aneinander gekoppelt, verstanden. Die persönliche Überzeugung bleibt nicht privat. Was es mit Leben und Tod, Liebe und Hoffnung, Schuld und Verzweiflung auf sich hat, kann man nicht mit sich selbst ausmachen. Denn auch der „Tröster“ ist nicht individueller Besitz, sondern kollektives Geschenk. Mehr davon an Pfingsten, dem Tag der Abschaffung der Privatsache. Auch auf Facebook zu lesen 🙂 : Periskop über Joh.15,26-16,4 am 17.5.2015 (Exaudi)„Religion ist Privatsache“ Oft zu hören, nicht nur von ehemaligen… Posted by Evangelische Kirche im Rheinland on Samstag, 16. Mai 2015

Einfach bitte, bitte sagen. Joh. 16,23-28

foto: sxc.hu Einfach bitte, bitte sagen und es geschieht. Das wäre schön. Immer. Die Erfahrung sagt aber etwas anderes. Nicht jede Bitte wird gewährt, viele werden ausgeschlagen. Das ist auch nicht anders, wenn es um die Bitte in Form eines Gebetes geht. Manch einer wird sagen: „Na, da doch erst recht! Der liebe Gott, macht doch, was er will.“ Folgen wir dem Evangelisten Johannes im Predigttext für den morgigen Sonntag kommt es allerdings ganz anders: „Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.“ (V23) Ein riskanter Satz, der da Jesus in den Mund gelegt wird. Riskant, weil das naive Missverständnis jedweder Wunscherfüllung befeuert wird. Und riskant, weil die christologische Zuspitzung („in meinem Namen“) folgenlos überhört werden kann. Dabei ist das christliche Bittgebet, der Dreh- und Angelpunkt jeder theologischen Überlegung. Denn in diesem Gebet lassen wir uns auf die Gemeinschaft Jesu mit Gott so ein, dass wir sie zugleich an uns geschehen lassen. Beten ist daher bitten um dieses Geschehen-Lassen und staunend vor dem stehen, was Gott für mich …

Erfolg und Mißerfolg

Auch den Misserfolg loben. Mt.11-25-30

foto: sxc.hu Manchmal ist auch der Mißerfolg zu loben. Dazu gehört Mut. Wenn auch noch Weisheit abgewertet wird und Unmündigkeit als Gewinnerin erscheint, ist allerdings Stirnrunzeln angesagt. Erst recht, wenn die Empfehlung von Jesus selbst gegeben wird. Doch damit nicht genug: Der Evangelist Matthäus mag es gerne noch etwas spezieller. Nach einem kurzen Ausflug in die Gotteslehre (V27) folgt unvermittelt der sog. „Heilandsruf“ V28: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ und die Einladung in der Nachfolge Christi Ruhe zu finden. Dabei kann der Evangelist auch zugespitzter formulieren. Was er eigentlich sagen will ist schon zwanzig Verse vorher zu finden: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird ´Gottes` gute Botschaft verkündet.“ (11, 5) Noch griffiger formuliert das Markusevangelium: „Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.“ (10, 15) Die rettende Gegenwart Gottes in seinem Sohn erschließt sich nicht durch dessen geniales Gottesbewusstsein, sondern durch seine unumstößliche Bereitschaft alles von ihm zu empfangen. Wer empfängt, …