Monate: Januar 2015

Mt. 20,1-6 Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

foto: sxc.hu Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Eine Forderung, die immer wieder gestellt wird. Vor allem, wenn es um die nach wie vor unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen in Unternehmen geht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das ist gerecht, das sollte sich von selbst verstehen. Es leuchtet unmittelbar ein. Wenn im Predigttext für den morgigen Sonntag ein Gleichnis erzählt wird, das von Tagelöhnern und einem Weinbergbesitzer handelt, sollte man annehmen, dass es dort gerecht zu geht. Das tut es auch und trotzdem stellt sich Unbehagen ein. Einige Tagelöhner jedenfalls sind mit ihrer Bezahlung höchst unzufrieden, obwohl die Lohnabsprachen ganz korrekt verlaufen sind. Der Haken an der Sache: Mathematisch geht es nicht zu. Auch wer dreimal mehr gearbeitet hat, erhält nur den Lohn für einfache Arbeit. Undenkbar in einer Leistungsgesellschaft. http://www.ekir.de/url/auR Allerdings erzählt das Gleichnis keine Gewerkschaftsgeschichte, sondern eine Himmelreichsgeschichte. Deren Logik ist nicht die Mathematik, sondern die Barmherzigkeit, überfließende Barmherzigkeit: Alle Menschen erhalten ihren Lohn, unabhängig von ihrer Leistung. Nicht bedingungsloses (geistliches) Grundeinkommen, sondern (Lotto-) Gewinn für alle. Wer will auf diese „Ausschüttung“ missmutig …

Hochzeit zu Kana. Johannes 2,1-11

Eine beliebte Kindergottesdienst Geschichte, die Hochzeit zu Kana. Es sei denn es wird probeweise die neue Perikopenordnung getestet, dann habt ihr Pech und Paulus ist als Predigttext dran Am meisten beeindruckte mich als Kind die Menge, die da von Wasser in Wein verwandelt wurde. 500-700 Liter in nur sechs Krügen! Unglaublich! Und dann noch besser als der ursprüngliche Tropfen. Einfach Knorke, Jesus! Später interessierte mich die Sohn-Mutter Begegnung: Freundlichkeit ihr gegenüber geht anders. Aber Jesus darf das wohl. Ich nicht, denn ich bin nicht Jesus, meinte meine Mutter. Noch später lernte ich, wie kunstvoll Johannes sein Evangelium aufbaut: Schon ganz zu Beginn (Kap.2) der Hinweis auf die Passionsgeschichte: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ und der Hinweis auf die Auferstehung (V1) „Am dritten Tage“. Schließlich sogar die Gegenüberstellung von „Wasser“ als Symbol des Chaos und „Wein“ als Symbol der Freude. Und heute? Heute entdecke ich die Ostergeschichte in der Wundergeschichte: Auch in Zeiten in denen das „Wasser bis zum Hals steht“ und unbeschwerte Lebensfreude nicht selbstverständlich ist, brauche ich glückliche Momente und darf sie auch …

Göttliche Betroffenheit

Gefühlsausbrüche haben Konjunktur. Betroffenheit, Wut, Trauer fallen einem augenblicklich eher ein, als Zuneigung, Zärtlichkeit oder gar Liebe. Vielleicht tut es da gut im Predigttext für den morgigen Sonntag auf einen göttlichen Gefühlsausbruch zu hören. Zweifelsohne können göttliche Gefühlsausbrüche auch zerstörerisch oder gar vernichtend sein. In Mt. 3,13-17 stellt sich dieser Gefühlsausbruch aber vollkommen anders dar: Zu dem aus dem Jordan steigenden Jesus von Nazareth und zu allen, die dabei stehen, sagt Gott: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Zärtlichkeit schwingt in diesem Satz mit. Blicke, die Eltern an Taufbecken haben, wenn sie auf den Nachwuchs schauen. Zum zärtlichen Blick kommt ein Zeichen: Die Taube, seit Alters her Symbol für Frieden und Versöhnung. Verständigung, mehr braucht es gerade nicht.

Je höher ein Amt ist, in dem jemand steht, um so mehr und schwerer sündigt er.

An diesem Luther Zitat zum Einführungsgottesdienst von Superintendent Mathias Mölleken, hatte der Präses der rheinischen Kirche Pfarrer Manfred Rekowski sichtbar gefallen. Und nicht nur er, deswegen dieser Blogbeitrag 😉 Wir denken, dass dieses Wort auch auf der morgen beginnenden Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland (ekir) in der Kurstadt Bad Neuenahr zur „Anwendung“ kommen wird. Die vorläufige Tagesordnung und die Drucksachen zur Synode, findet ihr übrigens hier. Und die Tischreden Luthers gib es auch online. Falls ihr weiteres Interesse an einprägsamen Lutherzitaten haben, gefällt euch vielleicht dieses kleine Quiz.