Monate: November 2014

Maultier statt Hengst. Mt. 21,1-9

Nur eine Kerze brennt am Adventskranz, trotzdem ist schon richtig Advent. Und trotzdem ist schon alles da, was diesen Tag zu einem Festtag macht. Die eine Kerze verheißt: Es ist noch mehr zu erwarten. Mehr als was unser blosses Auge sehen kann. Wir warten auf Gott. Er kommt von selbst. Im morgigen Predigttext http://www.ekir.de/url/XAL fängt es auch klein an: Maultier statt Hengst! Bei Jesu Einzug in Jerusalem verändern sich die Maßstäbe: Großes wird klein, Ausgestoßene werden zu Erwählten und Verachtete zu Wertgeschätzten, Unscheinbares kommt ins Licht. Dies alles verheißt die eine brennende Kerze. Sie bescheint mehr, als wir es mit bloßem Auge sehen können. Darum: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber eine Kerze ist der entscheidende Hinweis, dass wir noch mehr erwarten dürfen.

Firewall oder Fireball in 2. Petrus 3

Krachend geht es morgen zu. Jedenfalls, wenn der Predigttext ernst genommen wird. Denn es geht ums Gericht, um das Ende der Welt mit Feuerball und großem Getöse. Falls der Text überhaupt gepredigt wird, denn es gibt Vermeidungstendenzen. Nicht zu Unrecht. Aber in wie weit der Text aus dem 2.Petrus Brief am Ewigkeitssonntag auf keine offenen Ohren stoßen könnte, wäre an anderer Stelle zu diskutieren. http://www.ekir.de/url/4BK † Fest steht, dass große apokalyptische Szenen ihren Schrecken verloren haben, seit sie im 20 Jahrhundert von der Wirklichkeit eingeholt wurden. An die Angst im Nacken, verursacht durch unsere Arsenale zur Zerstörung des Planeten, haben wir uns gewöhnt. Ob dies Angst zur Umkehr (Buße) treibt? Fest steht aber auch, dass Gott Geduld mit uns hat und niemanden verloren gibt. Der neue Himmel und die neue Erde „in denen Gerechtigkeit wohnt“ ist jedenfalls keine Lichtjahre entfernt, sondern greifbare Hoffnung, die aufsteht gegen den Tod und seine Schrecken. Photo Credit: Gerald 2560 via Compfight cc

Niemals nackt im Wind 2.Kor.5,1-10

Stille Feiertage waren in den letztem beiden Jahren oft in der Diskussion. Besonders wegen oft geltender Tanzverbote. Morgen begegnet ein besonderer Feiertag. Als Volkstrauertag zeugt dieser stille Feiertag davon, wie weit die christlich-jüdische Erinnerungskultur staatliches Handeln bestimmt. Denn: Der Volkstrauertag ist kein kirchlicher Feiertag. 1952 eingeführt ist er ein „nationaler Trauertag zum Gedenken der Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus“. Dennoch wird es -hier und da- Anklänge im Gottesdienst geben, gerade weil der Predigttext aus 2.Kor5,1-10 eine Antwort auf die Frage zu geben versucht, warum und wie wir mit von Menschen verursachten Grausamkeiten umgehen können. http://www.ekir.de/url/D2x Krieg macht nackt und heimatlos. Er produziert Vertreibung, Flucht und Leid. Dabei soll es aber nicht bleiben! Gott wird uns neu anziehen, uns neuen Lebensraum schaffen: „Das Sterbliche wird verschlungen vom Leben“ (V4). Gleichwie unter dem Zeichen des Kreuzes Christi, neues Leben hervor tritt. Das ist keine Vertröstung auf ein Jenseits, sondern christlich bereits erfahrene Hoffnung, die von Gott kommt. Diese Anwesenheit zeigt sich im Geist, der „Gott bei uns“ ist. Darum ändert sich unser Blick auf die …

EKD Synode 2014, 6.-12. November Dresden

Die kommende Synode der EKD vom 6.-12. November in Dresden ist für so manchen jetzt schon ein voller Erfolg. Denn das Schwerpunktthema „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“ hat den einen oder die andere beflügelt, sich erstmals mit dem Thema eingehend zu befassen. Der Jugenddelegation, der es im letzten Jahr -quasi über Nacht- gelang das Thema auf die Agenda zu setzen, sollte zu Beginn der Synode ein großer Dank ausgesprochen werden. Zu denen, die sich erstmals gründlicher mit der Thematik befassten, gehört auch der Landesbischof der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister. Bisher gehörte er immer zu den schärfsten Kritikern der sog. „sozialen Medien“, denn dort herrsche ein „menschenverachtender Shitstorm“, der mit der Kommunikation des Evangeliums nicht vereinbar sein. Folgerichtig schloss er seinen Facebook Account und empfahl statt dessen „echte“ Kommunikation statt „virtueller“, „reale“ Freunde, statt „Facebook Freunde“. Offenbar hat der Bischof vor kurzem ein Damaskuserlebnis gehabt, denn auf evangelisch.de erschien kürzlich ein Artikel, der eine deutlich differenzierte Betrachtungsweise bietet. Zwar fallen immer noch die Worte „Shitstorm“, „Cybermobbing“ und auch Datenschutz rechtliche Bedenken werden angeführt, …

2.Kor3,3-9 und vermeintlich tote Buchstaben

Morgen werdet ihr im Gottesdienst vermutlich etwas über Briefe hören. Von Hand geschriebenen und das ein Brief früher noch etwas wert war. Heute dagegen.. das Internet… und so…! Allerdings geht es dem Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther nicht um mit Tinte geschriebene Empfehlungsbriefe oder mit Herzblut verfasste Liebesbriefe. In äußerster Dichte skizziert er das Verhältnis von Gesetz (steinerne Tafeln der zehn Gebote) und Evangelium (neuer Bund). Auch wenn der „Buchstabe tötet, der Geist aber lebendig macht“ (V6), bleibt „Herrlichkeit“ auf den Weisungen Gottes. Sie sind also alles andere als obsolet! http://www.ekir.de/url/DQS Was uns allerdings versprochen ist -dass der auferstandene Christus wiederkommen wird- veranlasst zu großer Hoffnung und schenkt Zuversicht (V12). Wer aus diesem Glauben lebt, kann Briefe schreiben und Blogeinträge. Ein Facebook Post darüber wird vermutlich auch nicht schaden.