Monate: August 2014

Skandalgeschichten als Heilsgeschichte

Skandalgeschichten an Königshäusern werden immer gern gelesen. Eine ganze Presselandschaft lebt davon. Man kann sich gelangweilt davon abwenden, oder zum Original greifen: Es beginnt mit Begierde, wächst sich aus zum Mordkomplott und auch eine Königshochzeit darf nicht fehlen. Die Hauptperson geht dabei über Leichen. Nachzulesen unter: http://www.ekir.de/url/Zfa Wenn wir Unrecht sehen, erkennen wir es. Jedenfalls manchmal. Wenn es das Unrecht anderer ist. König David musste die Erfahrung machen, als ihm der Prophet Nathan anhand einer fingierten Unrechtsgeschichte sein eigenes Fehlverhalten vor Augen stellte. Das „Du bist der Mann!“ verschlägt uns die Sprache und macht Selbstgerechtigkeit sichtbar. Für Gott allerdings kein Grund die Geschichte mit David zu beenden. Sie geht weiter. Und die Skandale auch. Die biblischen Erzählbücher leben davon: Skandalgeschichten als Heilsgeschichte zu erzählen, das geht nur bei Gott. Photo Credit: Hans Olofsson via Compfight cc

Israel Sonntag in der Evangelischen Kirche im Rheinland

Der für den 10. Sonntag nach Trinitatis (24.8), den Israelsonntag, in diesem Jahr vorgesehene Predigttext steht in Röm 11,25-32. Vorsicht ist hier geboten, vor allem vor politischen Aktualisierungsversuchen. Schließlich ist es verdichtete theologische Rede des Paulus. Zudem hat sich im Luthertext noch ein verhängnisvoller Übersetzungsfehler eingeschlichen: Die „Verstockung“, die „einem Teil Israels widerfahren sei“, ist eigentlich eine „Schwiele“ bzw. ein „Starkwuchs bei einem Bruch“. Es handelt sich also nicht um einen negativen Vorgang, sondern um das Einsetzen eines Heilungsprozesses. Die betroffene Körperpartie wird durch die „Schwiele“ geschützt, damit das Leben weitergehen kann. Wir verweisen hier auf die Arbeitshilfe der ekir „So wird ganz Israel gerettet werden“- http://www.ekir.de/www/downloads/ekir2014arbeitshilfe_israelsonntag.pdf Sowie eine Kurzfassung unter: http://www.ekir.de/www/service/christen-und-juden-15878.php

1.Petrus 4,7-11

Besonnenheit ist harte Arbeit! Schnell noch ein kurzer Kommentar hier, ein Tweet da. Wer unbesonnen postet, geht das Risiko ein direkte und auch harte Erwiderung einstecken zu müssen. Das Leben anderer Menschen mit allen seinen Eigenheiten, Schwächen, Stärken zu ertragen und notfalls auch zu tragen, ist schwer. Allerdings gehört auch das zur harten Arbeit der Besonnenheit, dass wir die Stimme erheben, wo respektloser Umgang um sich greift. Die Betonung gegenseitigen Ernstnehmens gerät allerdings mitunter zu einem wahrhaften Kraftakt. Den anderen neben sich gelten lassen und ihm sogar mehr gelten zu lassen als sich selbst – das ist das, was der Schreiber des Petrusbriefes der Gemeinde aufträgt. Auch der Umgang unter Christinnen und Christen ist kein Kinderspiel. Das ist jüngst wieder zu beobachten, wenn friedenspolitische Welten aufeinander prallen. Die Meinung des anders Denkenden in der Kirche zu ertragen und notfalls über Abgründe hinweg zu tragen, Auseinandersetzungen zu ertragen und zu fördern, das ist harte Arbeit und bleibt Aufgabe der Kirche. Bis „das Ende aller Dinge“ gekommen ist.

2017 – Reformation statt Reförmchen

Ich mag meinen Bonner Kollegen und „Dorfpfarrer“ Siegfried Eckert sehr gern, ist er doch einer der wenigen, die sich trauen Klartext zu reden. Über die Häufigkeit dieses Klartextes kann man indes streiten. Auch über die Präsenz in der Regionalpresse. Darüber hinaus ist sein neues Buch bestimmt lesenswert und die Sprachmächtigkeit von Eckert beeindruckend. Ob es ihm allerdings recht ist, dass für seine klugen Zwischenrufe Kriegsrhetorik bemüht wird, darf bezweifelt werden. In Zeiten in denen weltweit allerorten von „Sperrfeuer“ und Säbelrasseln zu hören ist, leistet K. Rüdiger Durth mit seinem Artikel im Generalanzeiger dem Eckertschen Anliegen sicher keinen guten Dienst. Das meint zumindest ein treuer Leser der „Dorfzeitschrift“: In der Zeit Krieg und Waffenhandel lesen wir von evangelischer Nabelschau im @gabonn: http://t.co/2YQwXRF5EX Finde den Fehler! #Kirche — Wilfried Lücker (@willimeck) August 16, 2014 Dem Pastor und Bundesverdienstkreuz Träger K. Rüdiger Durth wünscht man bisweilen dieses „mehr an theologischer Kompetenz“, das Eckert in seinem Buch fordert.