Monate: Mai 2014

Smartphone zu Hause lassen und seufzen, Röm. 8,26

„Ich weiß am besten, was für mich gut ist“. Klar, darunter geht nichts mehr. Das selbstbestimmte Subjekt ist auf dem Gipfel der Erkenntnis angekommen. Wozu dann nur die kleinen Apps auf dem Smartphone die den Schlaf, die Ernährung, die Bewegung und vieles andere mehr aufzeichnen, um daraus zu errechnen, was am Organismus verbessert werden kann? App und An scheint es der Fall zu sein, dass ich nicht mehr am besten weiß, was für mich gut ist. Was ist, wenn die Situation so verfahren und hoffnungslos ist, dass Auswege überhaupt nicht mehr möglich scheinen? „Dann hilft nur noch beten.“ Sagt zumindest der Volksmund und belässt es dabei. Papst Franziskus hat unlängst bei seinem Besuch in Israel/Palästina betont, dass er tue, was er könne: Beten. Diese Nachricht ging durch die Welt ohne den Zusatz, dass der Papst gesagt habe, jetzt helfe „nur noch“ beten. „Ich tue, was ich kann, und das ist beten“ – dazu bedarf es weder schöner Worte noch großer Gesten, sondern bloß eines kleinen Seufzers:“Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, …

Exodus 32, 7-14 Gottes Freiheit ist Barmherzigkeit

Lassen wir den Streit um den wahren und die falschen Götter mal beiseite. Lassen wir auch den monumental zu verfilmenden „Tanz um das goldene Kalb“ weg, auch wenn es bei den morgigen Predigten in Euren Gottesdiensten sicher darum gehen wird. Richten wir den Blick stattdessen auf die beiden Hauptakteure. Beide haben sich verändert. Miteinander und aneinander. Der eine wird vom Totschläger zum ständigen Gesprächspartner Gottes.  Der andere hielt es nicht für einen Verlust von Majestät seine einmal getroffenen Entscheidungen zu überdenken. Ginge es bei den beiden nicht um „Mose“ und „JHWH“ seinen Gott, wäre diese Beziehungsgeschichte sicher nicht durch die Jahrtausende tradiert worden. Gott verändert! Er verändert Menschen und sich selbst. Er lässt sich bitten und ist der, der Hoffnung vermittelt. Beide, Gott und Mensch, sind frei und bewegen sich in ihrer Freiheit aufeinander zu. Gottes Freiheit ist seine Barmherzigkeit! Eigentlich ist damit der Streit um den wahren und die falschen Götter auch entschieden. Gott sei Dank. Marina del Castell via Compfight

Ladekabel, Monster, Chips und Ps139

Es ist Dienstag 17.00 Uhr. Ich betrete den großen Konfirmandenraum. Nein, halt, es ist 17.07 Uhr und ich betrete den Konfirmandenraum. Vor mir: 18 Jugendliche mit gefühlten 24 Smartphones! Es gibt kein Verbot, solange sie während der nun folgenden Stunde nicht angerührt werden. Das klappt. Mal mehr mal weniger. Dann lasse ich das Kollektenkörbchen rumgehen und habe danach eine ansehnliche Mobile Kollekte. Allerdings nur als Leihgabe. Es fällt sichtbar schwer sich von diesem „Körperteil“ zu trennen. Zu wichtig, was dort auf dem Display passiert. Zu viele Möglichkeiten sich mit ein und demselben Gerät zu entspannen und Spannung zu erzeugen, indem man und auch frau Nachrichten in die weite Welt sendet. Aber wehe! Wehe der Akku steht bei 3%. Panik bricht aus. Schweissnasse Hände drohen das Gorillaglas beschlagen zu lassen. „Hat jemand ein Ladekabel für ein… dabei?“ Meistens wird verneint, dann ist kurzzeitig Ruhe, jedenfalls bis die nächste Steckdose bereit ist die nötige Energie herzugeben.

Predigerinnen auf der re:publica

Ja, es gibt sie, die Predigerinnen und Prediger auf dem größten europäischen Internet Kongress, der in diesem Jahr auch hier und da als „Messe“ bezeichnet wurde. Auch wenn damit nicht die gemeint sind, die sonst auf Kanzeln anzutreffen sind. Derer war nur eine Hand voll anwesend. Und dennoch wurde „gepredigt“. Z.B. von Constantin Seibt. Seine Session erinnerte gelegentlich an die Klagelieder Jeremias, dem Propheten, der unter seinem Auftrag litt, wie kein zweiter. Er wird auch oft den Eindruck gehabt haben, dass sie ihm die „Kanzel unter dem Hintern weggezogen“ haben, als er forderte doch endlich „Haltung“ zu zeigen, statt sich in oberflächlichen Kleinigkeiten des Lebens zu ergehen. Keineswegs ein Klagelied stimmte dagegen Sarah Spiekermann an, die für die Entwicklung einer „ethischen Maschine“ eintrat. Psalm 8,6 wurde von ihr zitiert, wenngleich ohne Quellenangabe 😉

Areopag und re: publica (acta 17,22-34)

„Franz stand mitten in Berlin auf der re:publica und sprach: Liebe Nerds, ich sehe, dass ihr das Netz in allen seinen Teilen sehr verehrt. Ich bin durch viele Sessions gezogen und fand eine Bühne auf der stand: Grundrauschen.Vielleicht hilft euch, wenn ich euch erzähle, wie ich dieses Grundrauschen verstehe: Es rauscht, weil Gott es so will. Er selbst wohnt nicht in Kirchen oder auf öffentlichen Plätzen. Er muss auch nicht von irgendwem herbeigeredet werden. Er, der uns WLAN, Wasser und Wein gegeben hat, ist empört. Jedem Menschen hat er Freiheit gegeben und den Forschergeist zu suchen, was glücklich macht. Wir sollen in allem Rauschen IHN spüren und finden, denn er ist jedem von uns so nahe wie das Heimnetzwerk. Durch IHN allein leben wir, ihm verdanken wir, was wir sind. Weil wir von IHM herkommen ist es doch Unsinn zu glauben, er ließe sich in Heiligenbildchen und Domen einsperren. Bisher wollen wir nicht wahrhaben, dass Gott und Grundrauschen etwas miteinander zu tun haben. Seit Gott aber Jesus von den Toten auferweckt hat, ist doch klar, …

Wünsch dir was aus Hebräer 13

„Wünsch Dir was!“ –ist immer beliebt. Nicht nur als erste interaktive Fernsehshow, auch an den Einkaufstheken der Republik wird stets gefragt, ob man sonst noch einen Wunsch habe. Auch Briefschlüsse enden meistens mit guten Wünschen, da macht der Predigttext für den morgigen Sonntag keine Ausnahme. Der Briefschluß des Hebräerbriefes endet  mit dem Wunsch, dass Gott an uns vollendet, was er in Jesus begonnen hat. Er erinnert an Tod und Auferstehung und daran, dass sich mit dem Geschick des Einen alles verändert hat. Dieses Geschehen zeigt, was das Gute ist, dass wir uns gegenseitig so oft wünschen. Und „das Gute“ versteht sich leider nicht von selbst. Deshalb ist es für uns stets schwierig Unterscheidungen zu treffen zwischen richtigem und falschem Verhalten. So ist der Wunsch am Schluss des Briefes zugleich eine Bitte, dass Gott in uns schaffe, was ihm gefällt. Wer sich selbst unter Druck setzt, und oft nicht zufrieden ist mit seinen Entscheidungen, wird diese Entlastung zu schätzen wissen. Dennis Skley via Compfight