Monate: März 2014

AWWW! Share this. Jesaja 54,7-10

Wer einen Regenbogen sieht, dem entfährt oft ein begeistertes „Sieh mal da!“. Hat der Beobachter ein Handy dabei, wird bisweilen die Kamerafunktion aktiviert und das Foto landet schnell -mit einem „AWWW!“ versehen- im Internet. Ihr kennt das 😉 Offenbar ist die Schönheit des sich brechenden Lichtes im Wechselspiel von Sonne und Regen stets mit Bewunderung betrachtet worden. In der biblischen Tradition kommt neben dem Farbenspiel ein theologischer Gedanke hinzu: Noah und seine Familie sind die Ersten, mit denen Gott seinen Bund schließt. Nach der Sintflut verspricht er ihnen, die Schöpfung nie mehr zu vernichten (Genesis 9,8-17). Als sichtbares Zeichen dieser Selbstverpflichtung, die der ganzen Welt gilt, soll der Regenbogen am Himmel stehen. Der Predigttext für den morgigen Sonntag (Jesaja 54,7-10) erinnert an diesen Bund in einer Zeit in der die Zusage Gottes in Vergessenheit geraten war, oder zumindest in Zweifel gezogen werden konnte. Auch in ausweglosen Zeiten will sich Gott als der erweisen, der in die Freiheit führt. Oder anders gesagt: Gott will angesichts seines Handelns ein „AWWW!“ von dir, denn er verspricht: „Es sollen …

1.Könige 19,1-8 Steh auf und iß

Manchmal ist es hilfreich sich Verzweiflungsgeschichten zu erzählen. Nicht um sich gegenseitig weiter das Leben schwer zu machen, sondern um an einen Punkt zu gelangen von dem aus es gelingt Veränderung herbei zu führen. Eine solche Geschichte wird am morgigen Sonntag „Okuli“ erzählt. Die Hauptfigur kann ihren Blick schließlich erheben, findet neuen Mut, geht gestärkt durch Gott zurück ins Leben. Zu Beginn der Erzählung ist es allerdings aus mit der Person. Durch eigenes Fehlverhalten musste sie sich auf die Flucht begeben. Wer wie ein gehetztes Tier lebt, hat bald keine Kraft mehr, sinkt mutlos in sich zusammen: „Es ist genug, so nimm nun Herr meine Seele.“ In tiefster Verzweiflung und größter Gefahr zweifelt der Mann Gottes an sich und ist in der Einsamkeit ausgeliefert. Er nicht in die Hände Gottes gefallen, sondern in seine eigenen. Darum möchte er, dass Gott ihn aus diesem Leben nimmt. Schließlich tritt er aber heraus aus seiner „Höhle“, denn die Zusage Gottes klingt nach basaler Aufforderung, wird aber als göttliches Segenswort gehört: „Steh auf und iß“. Manchmal schmeckt der Segen …

Krönchen schon auf? (Jak.1,12-18)

Auch wenn es morgen im Gottesdienst einen Predigttext mit bedeutungsschwerem Vokabular gibt: Lasst euch davon nicht irritieren. Im Jakobus Brief Kapitel 1,12-15 kommen Begriffe daher, die schwer zu Verdauen sind. Das ist beabsichtigt, schließlich befinden wir uns kirchenjahreszeitlich in der Passion. „Versuchung“, „Begierde“, die „reizt“ und „lockt“ kommen ebenso selbstverständlich daher wie die Unterscheidung von „Finsternis“ und „Licht“. Wer aller Anfechtung widersteht, wird die „Krone des Lebens“ empfangen. Soweit, so bekannt und in vielerlei Ohren schwingt Kartenspielen, Alkohol trinken, Sahne Torte essen und anderes mehr gewiss mit. Aber ist damit der Text schon hinlänglich erfasst? Die eigentliche neue Botschaft droht -angesichts des strengen Vokabulars- ungehört zu bleiben. Dabei ist sie alles andere als selbstverständlich: Gott legt euch keine Prüfungen auf derer ihr euch würdig erweisen müsstet („Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde.“) Im Gegenteil! Wir werden schon längst von Gott als die Menschen angesprochen, die wir sein möchten und zu denen er uns schon gemacht hat: Glücklich (selig), weil unsere Versagen nicht mehr das letzte Wort über uns spricht. …