Monate: Februar 2014

Gastliche Ökumene als Kirche der Zukunft (Apg. 16,9-15)

„Kommt herüber und helft uns.“ Wir sind auf Zusammenarbeit angewiesen. Erst recht wenn es darum geht Kirche zu bauen und im Namen Jesus Christi zu einander zu kommen und bei einander zu bleiben. Von beidem ist im Predigttext für den morgigen Sonntag zu lesen. http://www.ekir.de/url/dKS Ein wichtiges Ereignis wird erzählt: Der christliche Glaube kommt nach Europa, die erste Hauskirche entsteht. Sie ist weiblich, denn „Lydia tat der Herr das Herz auf, so dass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde.“ Jüdische Wurzeln hat diese kleine Gemeinde also, und wenngleich sie sich auf europäischen Boden befindet, ist die erste, die Gottes Wort dort hört keine europäische Frau. Lydia stammt aus einem Dorf nahe dem heutigen Izmir. Von Anfang an wird die Kirche Jesu Christi aus ökumenischen Wurzeln gespeist. Wie konnte es kommen, dass das in Vergessenheit geriet? Freie Bürger, Sklavinnen und Sklaven, Freigelassene kommen zusammen, bilden eine Sabbat Gemeinschaft, hören von Jesus und lassen sich taufen. Was folgt ist Nötigung zur Gastlichkeit: „Kommt in mein Haus und bleibt dort“ (V15). Braucht es eine andere …

Zeit für das Wesentliche (Mt6,25-34)

(zugemutet den Kolleginnen und Kollegen des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel am 17.2.2014 beim Pfarrkonvent) Zeit für das Wesentliche Von einem Berg voll Arbeit gesendet Stieg er hinauf und lehrte sie Er lehrte sie die Freiheit nicht die Sorge Gewissheit statt Hasenfüße Freudenboten die lieblich spurten einen Weg Aus der Enge in ein gelobtes Land wo Milch und Honig fließt und Gerstensaft und des Weinstocks feine Rebe Zeit fürs Wesentliche meinte er der da lehrte auf dem Berg Das solltet Ihr schon haben Ihr die Ihr sorgt 
Euch Um Andere Weniger um Euch selbst Zu seinem Missfallen wohlgemerkt Denn wer da sorgt für andere habe acht auch auf sich selbst So hat er es gemeint der auf dem Berge stand um klar zu predigen die Worte Gottes Zum Leben taugen sie und nicht zur Konzeption Seine Worte schön wie Lilien auf dem Feld lassen wachsen Freude und Zufriedenheit Nichts für Spinner oder Bürokraten Denn der euch Vater und Mutter im Himmel ist weiß dass ihr zum Leben Not-wendiges braucht Brot und Nutella Ein warmes Bett Ab und …

Ich bin ein Voyeur. Ich darf das.

Ich lese (heimlich) am Bildschirm, am Tablet und auf dem Smartphone Nachrichten, Blogs und allerlei Gedrucktes. Ab und an sehe ich mir auch ein Foto an, selten ein Video. Ich habe Lust am Text. Das humanistische Bildungsideal ist schuld. Es hat mich auch in die Hände der Theologie getrieben. Bilder erscheinen vor diesem Hintergrund verdächtig, bewegte allzumal. Ich darf allerdings ein „Voyeur“ sein, schließlich bin ich exhibitionistisch genug veranlagt selbst Texte, Bilder und ab und an sogar ein Video zu veröffentlichen. Davon profitieren schließlich wiederum die anderen „Voyeure“. Wir alle treffen uns in diesem Internet. Warum ich das schreibe? Ralf Peter Reimann hat ein Plädoyer für „diskretes Sterben“ gehalten. Ich kann seine Argumente allerdings nur schwer nachvollziehen. Wie sollte ein Schriftsteller anders mit seinem Leben und seinem Sterben umgehen als schreibend? Und das meint selbstverständlich „öffentlich schreibend“. Matthias Jung hat in ähnlicher Richtung argumentiert. Allerdings sieht er eine andere Qualität der Äußerung erreicht, wenn nicht mehr in Texten, sondern in Bildern veröffentlicht wird. Das Video eines nur zehn Tage alt gewordenen Säuglings kann so zur …