Monate: Januar 2014

Spiel nicht mit den Schuddelkindern…

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder!“ – das mag wohl Petrus am Anfang der Erzählung aus der Apostelgeschichte gedacht haben, die am kommenden Sonntag Predigttext für den dritten Sonntag nach Epiphanias ist. Apg.10,21-35 . Für den ersten unter den Aposteln war klar, dass der Umgang mit nicht jüdischen Menschen unrein mache. Heute müsste er sich den Vorwurf des „Rassismus“ gefallen lassen. Beinahe jedenfalls, den Petrus zeigt sich lernfähig. Eine einzige menschliche Begegnung lässt ihn umdenken, seine Erziehung vergessen. Im Lichte des Evangeliums bekommt er Klarheit: „Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Tim.2,4) –nicht nur einige wenige Auserwählte. Oder wie es im Predigttext heißt: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ Der Apostel Paulus würde wohl ergänzen: „Spiel ruhig mit den Schmuddelkindern, sing ruhig ihre Lieder. Sing sie aber nach der neuen Melodie des Evangeliums!“

Heerscharen und Gottesknecht (Jes.42,1-4)

Nach „vom Himmel hoch“ wird es leiser. Die himmlischen Heerscharen singen nicht mehr so laut am kommenden Sonntag, dem ersten nach Epiphanias. Stattdessen erscheinen leise und zarte Töne. Es ist von jemandem die Rede, der seine Botschaft nicht lauthals auf den Gassen vorträgt und dem darauf Aufmerksam zu Teil wird. Derjenige der Gottes Botschaft unter die Leute bringt, wird auch „glimmende Dochte nicht auslöschen“, sondern dafür sorgen, das daraus noch eine richtige Flamme entstehen kann. Jes.42,1-4 „Auserwählter“ wir er genannt und „Knecht“; etwas das eigentlich nicht zusammengeht, denn der „Knecht“ hat zu tun, was ihm gesagt wird; der „Auserwählte“ dagegen kann tun, was er will. Die frühe Christenheit hat diese „Gottesknechts Texte“ als Hinweis auf Jesus Christus verstanden, im dem etwas zusammenkommt, was gar nicht, wirklich überhaupt nicht, zusammengeht: Gott und Mensch. Der auserwählte Gottesknecht und Jesus Christus, beide bringen das Recht dorthin, wo es von selbsternannten Auserwählten mit Füßen getreten wird. Beide, der Knecht und Jesus dagegen erleiden um dieses Rechtes willen körperliche Folter und sogar Tod. „Mit den Hirten will ich gehen“ diesen …