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Alltaaah! Isch schwör! -Auf die Bergpredigt

„Alltaaah! Isch schwör!“ – bedeutet in Kiez-Deutsch soviel wie : “ Ja!“
Wer einigermaßen oft Bus fährt und eine latente oder gar offene Abneigung gegen diesen Dialekt hat wird beim Lesen des Predigttextes für den kommenden Sonntag vielleicht aufatmen: „Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt.“ (Mt.5,34). Doch Spaß beiseite: Wozu rufen die etwas weniger bekannten Verse innerhalb der Bergpredigt auf?

Ein Punkt ist vielleicht der Mut zu Klarheit. In Zeiten in denen der Furor Hochkonjunktur hat muss alles von Dramatik begleitet sein. Sonst droht Verlust oder Entzug der allgemeinen Aufmerksamkeit. Derjenige, der oder Diejenige, die das Selbstverständliche gerne und ohne viel Inszenierung tut, trägt zu einem Leben in Eindeutigkeit bei.

Sowohl-als-auch-Bedenken und deren Träger gibt es bekanntlich viele. Niemand möchte sich vorschnell festlegen. Vermutlich auch, um in einer wenig fehlertoleranten Umgebung zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die Sprache der Liebe allerdings spricht in Eindeutigkeit. Diese Klarheit drängt sich oft in einem einzigen „Ja“ zusammen: Ja, ich habe Grund dich dein Leben lang zu lieben. Und dieser Grund ist nicht irgendetwas an dir, dieser Grund bist du selbst.

Was in der Sprache der Liebe gilt, mag auch im Alltag hilfreich sein. Auch dann wenn um der Klarheit willen ein deutliches „Nein“ gesprochen werden muss.

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foto: sxc.hu