Monate: November 2013

Gott hat uns befreit. Lasst uns das aus der Nähe betrachten.

Ohne ihn geht es am kommenden Sonntag nicht, -den von Johann Hinrich Wichern eingeführten Adventskranz. Was einst als pädagogisches Mittel zur Einübung in das Kirchenjahr diente, gilt heute als fester Auftakt zu einer „Wartezeit“. Unmissverständlich rückt der Predigttext Hebräer 10,19-25 für den ersten Adventssonntag den Grund der Erwartung ins Zentrum der Betrachtung. Heimelich und glänzend wird es da nicht und ohne Kenntnisse der Architektur des Jerusalemer Tempels kommt man im Hebräerbrief auch nicht weit. Dennoch lassen sich die sieben Verse in drei Zeilen zuspitzen: „Gott hat uns befeit, lasst uns das aus der Nähe betrachten. Geben wir die Hoffnung in Gottes Namen nicht auf. Stehen wir gemeinsam für einander ein. Um Gottes Willen.“ Wer dazu die erste Kerze entzündet kommt mit guten Erwartungen durch die nächsten 24 Tage.

Evangelische Kirche im Rheinland

Sondersynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Hilden

„Die Landessynode, das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, wird am 23. November 2013 in außerordentlicher Sitzung tagen. Thema der Sondersynode sind strukturelle Veränderungen auf der landeskirchlichen Ebene bis zum Jahr 2018. Aus Sicht der Kirchenleitung muss auf landeskirchlicher Ebene in kürzerer Zeit als zuvor gedacht mehr eingespart werden. Konkreter: Bis 2018 sollen im Haushalt der Landeskirche 35 Prozent eingespart werden. Das entspricht rund 20 Millionen Euro.“ Quelle: ekir.de Die Landessynode kann im Livestream verfolgt werden. Tagesordnung und Dokumente sind unter ekir.de abrufbar. Wer von der Synode oder darüber wittern will benutze den Hashtag #aols13 Auf Facebook kann man in einer Gruppe mit diskutieren.

Before I die…

„Seid wachsam!“ Dieser Aufruf kann am kommenden Sonntag, an dem der Verstorbenen in den Gottesdiensten gedacht wird, schon bedrohlich wirken. Nicht ausgeschlossen, dass auch Gedanken an „Wachtturmträger“ zum Tragen kommen. Kein Wunder eigentlich, denn die Szenerie aus dem Markus Evangelium schildert nicht weniger als eine kosmische Katastrophe. http://www.ekir.de/url/gv7 Will man hinter dieses endzeitliche Bild auf den Gehalt der Mahnrede kommen, ersetzt man vielleicht „Wachsamkeit“ durch „Achtsamkeit“: Achtet auf euch und auf die Menschen um euch herum. Lebt bewusst im Angewiesen sein auf Gott. Verschiebt wichtiges im Leben nicht in die Ferne, „denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ (V33) „Before I die…“ – heißt eine Aktion, die nicht auf den Ewigkeitssonntag beschränkt sein muss. Unter http://beforeidie.cc/site/aachen/ findet ihr auch ein ökumenisches Projekt aus Aachen.

Die NSA hat sowieso unsere Daten…

… so oder ähnlich tönt es einem bisweilen entgegen, wenn man dieser Tage Argumente für die Datensouveränität liefert. Ein Beispiel: In einer Facebook Gruppe, die sich mit Kirche und Social Media beschäftigt tauchte die Frage auf, ob sich (für private Zwecke) nicht der Kalender von Google anbieten würde. Ich bin äußerst skeptisch, was die Einträge privater Daten in diesen Kalender angeht. Meistens fallen in diesem Bereich personenbezogene Daten an, die man/frau nicht gerade mit anderen teilen möchte. Abgesehen davon, dass der Besuch beim Kieferorthopäden kein weltbewegendes Ereignis ist, möchte ich dennoch nicht, dass jemand drittes weiß, welcher meiner Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit außer Haus ist. Spätestens bei Einträgen von Geburtstagen -wohl meistens mit Klarnamen und vielleicht sogar noch der Handynummer- dürfte offensichtlich sein, dass diese Daten bei Dritten nichts zu suchen haben. Anders verhält es sich mit öffentlichen Daten. Ich kenne Kirchengemeinden, die ihre Raumplanung mit dem Google Kalender bewältigen und teilweise sogar auf der Webseite ihrer Gemeinde veröffentlichen. Für diese Anwendung macht die googleeigene Anwendung durchaus Sinn. Als persönlicher, oder auch pfarramtlicher Kalender …

Ihr sollt es sein lassen! Jeremia 8, 4-7

„Ich habe es euch tausend mal gesagt: Ihr sollt es sein lassen! Ihr sollt aufhören euch die Sachen schön zu reden. Eure Lebensweise bringt schreckliches Elend über die Welt. Seht ihr’s denn nicht? Euer Lebenswandel hat Klimawandel zur Folge und dieser bringt zehntausendfachen Tod. Aber eure Antwort ist ein ständiges Achselzucken. Habe ich euch nicht eine Welt geschenkt, in der ihr alles zum Leben notwendige vorfindet? Ihr haltet euch für schlau, seid aber unerbittlich im Ausbeuten eurer Freiheiten. Ich sage euch: Ändert euer Leben! Ändert es, oder es wird schlimm mit euch ausgehen!“ Wer am kommenden Sonntag in die Kirche geht, braucht starke Nerven. Denn der Prophet Jeremia hat für einen voradventlichen Kuschelkurs nichts übrig. In Jerm. 8, 4-7 bekommen wir einen Eindruck, welche Töne ein Unheilsprophet anzuschlagen in der Lage ist. Und: Das Evangelium leuchtet dort gar nicht so hell wie der Morgenstern. Schlimmer noch, es taucht noch nicht einmal auf am Horizont. Zieht euch warm an!

Beim Beten immer schön stur bleiben

Bleib stur! Dieser Aufruf ist meist unerwünscht. Sturheit gilt nicht als eine Tugend. Wenn uns im Predigttext für den kommende Sonntag aus dem Lukasevangelium dennoch dazu geraten wird hartnäckig zu bleiben, muss es dafür schon außergewöhnliche Gründe geben. Zunächst erscheint das Gleichnis, dass Jesus erzählt etwas über Gerechtigkeit und vielleicht auch über Mildtätigkeit zu sagen. Der gute Richter lässt sich von der bittenden Witwe schließlich doch weichklopfen. Weit gefehlt. In Lk 18,1-8 geht es einzig und allein um das Gebet. Liegt Gott mit euren Bitten und Gebeten ununterbrochen hartnäckig in den Ohren. Lasst an Sturheit nicht nach. Gott wird es hören! Kein Aufruf viele Worte zu machen. Vielmehr: Nehmt in eurem Leben die Haltung ein, die alles vor Gott bringt und alles von ihm erwartet. Wenn ihr unsicher seid, ob es Sinn macht, ist er die erste Adresse, die es versteht. Und: die Trost zu spenden vermag. Bleibt einfach stur Ihm gegenüber.