Monate: August 2013

Gott ist mit den „Fersenhaltern“ (Gen.28,10-19)

Mit Betrug kann er sich aus. Auch mit Zwietracht säen. Als „fiesen Möpp“ würde der Rheinländer ihn bezeichnen. Seine Masche begann schon im Mutterleib. Bei der Geburt wollte er seinem Zwillingsbruder keinesfalls den Vortritt lassen. Deshalb nannte man ihn auch den „Fersenhalter“. Als das nicht klappte schreckte er in jugendlichem Alter vor Identitätsraub nicht zurück und gab sich für seinen Bruder aus. Das führte zu seiner Flucht, weil der Bruder nach Mord trachtete. Auf dieser Flucht nun kommt Gott ihm ganz nah. Man wünschte ihm würde endlich ins Gewissen geredet: „So geht das nicht weiter Jakob! Kehre um, ändere dein Leben, werde endlich versöhnlich und vor allem ehrlich!“ Weit gefehlt. Stattdessen sagt er: „Ich stehe dir bei; ich behüte dich, wo du auch hingehst, und bringe dich heil wieder in dieses Land zurück. Niemals lasse ich dich im Stich; ich stehe zu meinem Versprechen, das ich dir gegeben habe.“ (V.15) Den vollständigen Predigttext für den kommenden Sonntag findet ihr hier: Gen.28,10-19 Gott lässt sich offenbar auch durch krumme Touren nicht davon abhalten zu segnen.

Almosen und Knöpfe im Klingelbeutel Mt 6,1-4

Wollte man den Predigttext des kommenden Sonntags Mt 6,1-4 auf eine Kurzformel bringen, sähe die vielleicht so aus: „Der Knopf im Klingelbeutel ist genauso verkehrt wie der 500 EUR Schein in der Plexiglas Spendenbox.“ Was Jesus im Matthäus Evangelium über das Geben von Almosen sagt klingt verdächtig und radikal: Bergpredigt eben. Wenn die eine Hand nicht mehr weiß, was die andere tut (V3) mag das für jemanden, der mit Spendengeldern zu tun hat, kein guter Ratschlag für eine tüchtige Haushalterschaft zu sein. Verborgene Zahlen sind keine guten Zahlen. Letztlich geht es um die Frage nach der Gerechtigkeit, die in einer Gesellschaft Einzug halten soll. Neudeutsch auch einfach „Teilhabe“ genannt, damit es weniger philosophisch/theologisch klingt. Da geht es dann schon um mehr als um Almosen. Denn wer den Blick auf das Himmelreich außer Acht lässt, verliert auch leicht den „Nächsten“ aus dem Blick. Leben bemisst sich eben nicht in Zahlen von Soll und Haben. Wer es in dieser Situation fertig bringt für einen Augenblick vor sich selbst verborgen zu sein, ist für diesen kurzen Moment Gott …