Monate: Januar 2013

Jesaja 55, 6-12

Worte gibt es mehr als genug. Täglich begleiten sie uns. Dem Eindruck, dass sie immer mehr werden, können wir uns nicht entziehen. Der digitale Zeitungsartikel zieht die Kommentarflut ebenso an, wie das nett gepostete Katzenfoto. Oft laufen die Worte ins Leere, verliert sich der Mitteilungsdruck. Etwas anderes, neues, erregenderes fordert mehr Aufmerksamkeit. Worte, die verändern, die wären was. Die wären eine Kostbarkeit. Worte, die mich verändern sogar „köstlicher als Gold“. Von solchen Worten redet der Predigttext für den kommenden Sonntag aus dem Jesajabuch Kap.55, 6-12. Das „Wort, das nicht leer zurück kehrt“ sagt ein Leben in Freiheit nicht nur an, sondern sorgt sogar für deren Durchsetzung. Diese Freiheitserfahrung -als Befreiung aus der Sklaverei- ist für das Volk Israel bekenntnisbildend geworden. Bis heute gelingt es einem solchen Wort Gottes Freiheit zu schenken. Das ist das Entscheidende an Gottes Wort: „Ihm gelingt, wozu es bestimmt ist“. Biblische Worte der Freiheit gibt es mehr als genug.

Mt.9,9-13 „Lasse redn“

Ziemlich unanständig, was Jesus uns da im Predigttext für den kommenden Sonntag vormacht. So etwas hat keinen Platz in einer Kirchenordnung im Gegenteil: Ohne einen „guten Ruf“ in der Gemeinde, darf man gar kein kirchenleitendes Amt bekleiden. Aber das kennen wir ja von Jesus. Er war hin und wieder gar nicht so lieb, oder? http://www.ekir.de/url/hSp Der „herzliebste Jesu“ (EG 81) konnte manchmal schon sehr direktiv sein. Bei Matthäus, dem Wirtschaftskriminellen, sogar so sehr, dass es zu einer vollkommen neuen Ausrichtung seines Lebens kam. „Schöpferisches Wort“ nennen die Theologen diesen Sprechakt. Wenn Jesus spricht, dann „macht das was“. Es führt hinein in eine Beziehung, die den Blick auf das eigene Leben nicht an der Vergangenheit festmacht. Es gilt: „Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu. Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun. Lass die Leute reden bei Tag und auch bei Nacht. Lass die Leute reden, das ham die immer schon gemacht.“ http://www.ekir.de/url/424

„Facebook macht schlechte Laune“ oder ja, ja die Korinther

Die Gemeinde in Korinth wäre bestimmt mit einem Portal wie diesem hier glücklich geworden: „Alles bestens hier bei uns! Wir sind Christen und dürfen alles, weil wir als neue Menschen mit Christus leben. Seht her, wie wir feiern können!“ Sprachen sie und posteten fleißig eindeutige Partybilder. Der Ratschlag des Apostels Paulus ist in 1.Kor.10,24 überliefert: „Niemand suche das Seine, sondern was dem anderen dient.“ Das könnte neben einem „Wort zum Sonntag“ glatt zu einer Facebook Regel gegen schlechte Laune (und schlechte Posts) werden. 🙂 http://www.ekir.de/url/NnT

Joh. 12, 34-36

Joh. 12, 34-36 Und? Nadelt er noch, oder liegt er schon im Vorgarten? Weg ist der Baum, oder? Mit ihm auch die Kerzen entsorgt, die uns seit den Novembertagen mächtig in ihren Bann gezogen haben. Jetzt gilt es wieder vernünftig zu werden, oder –zumindest in weiten Teilen des Rheinlandes- richtig närrisch, denn Weihnachten liegt dort bekanntlich mitten in der Session. Der Predigttext für heute wirkt da wie eine mahnende Stimme: http://www.ekir.de/url/SVB „Glaubt an das Licht, solange ihr’s habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.“ (V36) Die Lichtsymbolik der gegenwärtigen Epiphanias Tage und der vergangenen Adventstage will uns auf das eine, ewige Licht hinweisen, das wir „Gott“ nennen. Und so antwortet Jesus in V 35 auf die Frage, ob er der „Menschensohn“ sei gewissermaßen indirekt. Er antwortet damit auch auf die Frage, ob er den erhofften Frieden zu bringen im Stande ist: „Das ist die Sache des Schöpfers von Licht und Finsternis, dem, der mich gesandt hat.“ Die Licht-Erzählung gerät damit unter der Hand zu einem leidenschaftlichen Plädoyer christlicher Gotteserkenntnis. Erst recht, wenn der Evangelist sie …

1.Sonntag nach Epiphanias über Joh.1,29-34

Kaum ist bei vielen von uns der Baum aus dem Fenster geflogen und der Alltag fängt an uns in seinen gewohnten Griff zu nehmen, da wird es auch in der Perikopenordnung ernst. Die bekannte weihnachtliche Szenerie der lukanischen Erzählung weicht einem markanten theologischen Gedanken, der auch kunstgeschichtlich größte Aufmerksamkeit erfahren hat. Den Predigttext für den kommenden Sonntag findet Ihr im Johannesevangelium Kap.1 VV 29-34 Taufe, Titel, Taube, Lamm. Dogmatisch eine wahre Fundgrube für allerlei theologische Untersuchungen. Und dennoch (oder gerade deshalb?) macht sich beim Hören eine gewisse „Unterkühltheit“ des Abschnittes breit. Dabei hat der Evangelist Johannes eigentlich nur eins im Sinn: Zu zeigen, dass Jesus von allem Anfang an dem Wesen und Ursprung nach auf die Seite Gottes gehört. Christi Kommen ist die Zeitansage des Lebens. In ihm zeigt Gott wer er sein will: Gott für uns! Da kann kein ausgestreckter Zeigefinger zu lang sein: http://www.ekir.de/url/GEF