Monate: Dezember 2012

Joh. 3,31-36; 1. Weihnachtstag

1. Weihnachtstag Himmlische Perspektiven verheißen nicht notwendig paradiesische Zustände. Aber sie verhelfen mitunter Abstand zu bekommen und klarer zu sehen. Im heutigen Predigttext zum ersten Weihnachtstag wird eine Außenperspektive stark gemacht, die für ein anderes Sehen wirbt. Nicht das konkrete Kind in der Krippe, sondern dessen Einsichten in das Wort und Wesen des Vaters von dem er kommt werden erinnert. „Gut“,  wendet Ihr vielleicht ein, „nachdem die Spekulatius schon etwas vertrocknet sind, kann etwas Spekulation nicht schaden“. Aber ist der Text damit erledigt? Von einer Beziehung ist die Rede. Einer zwischen Vater und Sohn und in dieser einen von einer zwischen Gott und Mensch. Diese Beziehungsgeschichte wird als Liebesgeschichte erzählt. Als eine, die keinen Anfang und kein Ende hat. Das ist keine tiefsinnige Erkenntnis, sondern eine einfache Liebeserklärung: „Der Vater hat den Sohn lieb und in ihm uns alle.“ Wenn wieder mal von Weihnachten als „Fest der Liebe“ die Rede ist, einfach mal an diesen Satz denken und dabei froh werden.

Joh.1,19-23

Der kommende Adventssonntag hat es schwer in diesem Jahr. So dicht am Heiligen Abend, nimmt ihn wohl kaum jemand richtig wahr. Letzte Vorbereitungen zum Heiligen Abend dulden keinen Aufschub. So ähnlich bei Johannes dem Täufer. Im Predigttext aus dem Johannes Evangelium Kap.1,19-23 wird ihm zwar eine gewisse Aufmerksamkeit zuteil, aber im eigentlichen Fokus der Fragestellung steht ein anderer. „Nein, ich bin es nicht, auf den ihr wartet“ -muss er antworten. Also noch etwas Geduld. Immerhin geht es um den, der kommen soll als jemand, in dem der Unterschied zwischen Gott und Mensch verschwindet. Seine Gegenwart in Bethlehem wirft daher jene Frage auf, die auch dem Täufer gestellt wird: „Wer bist du?“ Die Frage lässt sich nicht so eindeutig beantworten wie eine Quiz Frage. Sie will von mir gestellt und vom Evangelium beantwortet werden. Dazu muss man sich aufmachen. Beim Täufer zu beginnen ist keine Schlechte Idee. Wer dort beginnt, gelangt zum Stall.

Keine Stimme für die Jugend

Bald tagt wieder die Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland. Da ist es gut, man hat Stimmrecht. Den Verlauf kann man zwar auch von der Tribüne verfolgen, aber mitreden dürfen nur ordentliche Mitglieder. Bisher war die evangelische Jugend im Rheinland mit zwei stimmberechtigten Mitgliedern vertreten. In Zukunft soll es nur noch ein stimmberechtigtes Mitglied von Seiten der Jugend auf der Synode geben und auch eine weitere beratende Stimme soll es nicht mehr geben. Aus diesem Grund hat sich die Initiative (k)eine Stimme für die Jugend zusammengetan und auf Facebook eine Gruppe gegründet. Ein dort veröffentlichter Musterbrief wird auch öfter an die Chronik der Facebook Seite der rheinischen Kirche gepostet. Die Erregung ist groß. Wer sie berechtigt findet kann einen Musterbrief kopieren und an die Kirchenleitung schicken. Den Brief findet ihr am Ende dieses Artikels. Alles in allem ein gutes Beispiel für den Einsatz von Social Media in der Kirche. So kann recht schnell Aufmerksamkeit erzeugt werden und auch die Plattform für einen Dialog ist gegeben. (Zur Landessynode 2013 der ekir in Bad Neuneahr gibt übrigens …

Jesaja 40, 1-11

Im Predigttext für den dritten Sonntag im Advent spricht sich ein Prophet für schnelle Internetleitungen aus. VDSL 25 sollte es schon sein, wenn es nach „Deuterojesaja“ geht. Denn wenn es darum geht, dass Gott kommt, kann die Rettung auf der Datenautobahn gar nicht schell genug sein, um dort anzukommen, wo Befreiung aus trostlosen Verhältnissen erwartet wird. Die Schriften des Mannes mit dem Kunstnamen finden sich im Buch des Propheten Jesaja ab Kapitel 40. Am kommenden Sonntag geht es um die Verse 1-11 in denen dem Volk Israel, das sich im Exil befindet die Befreiung angekündigt wird. Gott wird kommen, alle Hindernisse sollen aus dem Weg geräumt werden, damit er sein Volk aus der Unterdrückung nach Hause bringen kann. So schnell, wie es geht. Das lange Warten hat ein Ende. Neues wird entdeckt. Die Zeichen stehen auf Aufbruch und Neuanfang. Gott tröstet und sein glanzvolles Kommen schafft Klarheit.

Jesaja 35, 3-10

Wer dieser Tage wunschlos glücklich ist, hat es schwer. Sogar die Adventsschmuck-Gegener seufzen. Alles ist auf’s Wünschen gebürstet. Ginge es nach den Wünschen der Käufer und Verkäufer, könnte die besondere Stimmung gut zwei Wochen früher beginnen. Kein Wunder. Eigentlich. Gott kommt und Menschen geraten in Bewegung. Ihrer Hoffnung darf Ausdruck verliehen werden. Im Predigttext für den zweiten Adventssonntag Jes. 35,3-10 kommt sie zur Sprache: Die Wüste blüht, denn Wasser bringt Leben. Blinde sehen, Lahme gehen. Ewige Freude ohne Ende. Solch einer Verheißung kann nicht Raum genug gegeben werden mit Lichterglanz und -schmuck. Eine Gewähr dafür ist dies alles allerdings nicht, ob wir das Neue wirklich entdecken, das da unter uns verheißungsvoll beginnt. Solange wir Gott nur mit unseren Gedanken herbei denken oder gar in unserem Handeln verwirklichen wollen, bleibt uns das Wunder verborgen. Manchmal hilft es, einen Schritt zurück zu treten und von Ferne auf alles zu schauen. Dann wird es uns vielleicht gehen wie Johannes dem Täufer, als dieser Jesus skeptisch fragt: Bist du es oder sollen wir auf einen anderen warten? -und Jesus …

Warum wir dieses Dings 2.0 nicht verteufeln sollen. Von Dr. Gerald Fricke

Dieses Dings, früher auch Web 2.0 genannt wird in vielen (auch kirchlichen) Kreisen gerne mit Argwohn betrachtet. „Internet -Stichwort Mobbing“ in einem Atemzug. Immer. Der @ballkultur erklärt in seinem launigen Vortrag die Digitalisierung der Gesellschaft. Auf Twitter würde jetzt „Lesebefehl“ stehen. Kann man aber zur Not wohl auch mal im Blog schreiben. „Wir haben jetzt auch dieses Dings 2.0“ – Die Große Transformation zur Webgesellschaft from Gerald Fricke on Vimeo.

Lukas 1, 67-79 Advenstlieder haben es in sich

Lieder haben es in sich. Adventslieder allzumal. „Es stellt sich ein besonderes, unverwechselbares Gefühl ein; das verliere ich nie. Die Adventslieder tragen mich jedes Jahr wieder in der Erfahrung des Besonderen“; so beschreibt jemand dieser Tage sein Empfinden.  Das Besondere im Advent ist, dass es eine scheinbar identische Situation gibt.  Eine Situation die sich jährlich wiederholt.  Im Advent klingt in uns an, was wir sonst immer meiden: Wir warten, suchen. Und wir haben Gefallen am Warten. Im Advent suchen wir nach dem Besonderen und wir tun das jedes Jahr auf’s Neue. Darum warten wir gerne. Erklärt das dieses besondere unverwechselbare Advents-„Gefühl“? Geht es darum, diesem Suchen und Warten nachzuspüren, es für mich fruchtbar zu machen, als eine Botschaft, die weit über diese Zeit hinausreicht?  
Das ist gar nicht so so leicht. Da hatte es der Vater Johannes des Täufers es schon einfacher, denn er besingt „das Licht aus der Höhe“ zum ersten mal. Es soll denen erscheinen, die in „Finsternis sitzen“ und unsere „Füße auf den Weg des Friedens richten“. In seinem Lied im Lukasevangelium …