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„Geistreich.de“ verkauft „user generated content“

T-Systems Geistreich.deEinst war ich der einzige Alphatester der geplanten „Geisterreich App.“ Vor einigen Monaten wurde dann mitgeteilt: Es gibt keine App.
Eigentlich nicht weiter schlimm, denn einiges hätte an dieser App noch komplettiert werden können (meine Rezension findet ihr nachfolgend).
Interessant ist nun allerdings zu lesen, dass aus dem User-basierten („freien“) Content ein kleines „Büchlein“ für „schlappe“ 25,-EUR gezimmert wurde.
Eine Schelmin, die böses dabei denkt, wenn sie dazu auch noch liest, dass die einstigen Bundesmittel nun durch welche einer Telekom-Tochter ersetzt worden sind. Immerhin ist es „geistreich“ sich einen großen Sponsor ins Boot zu holen. Ob es allerdings ebenso clever in den AGB nur diesen knappen Hinweis stehen zu haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Dort heißt es zu den Rechten an den eingestellten Inhalten:

„10. Rechte an Inhalten Der Nutzer räumt geistreich.de mit dem Einstellen seiner Inhalte das Recht ein, diese Inhalte auf den geistreich.de-Webseiten auch an anderen Stellen zu veröffentlichen. Der Nutzer hat das Recht, im Einzelfall dieser Nutzung schriftlich zu widersprechen. Der Nutzer räumt weiterhin geistreich.de das Recht ein, seine Inhalte auch nach einer eventuellen Kündigung des Vertrages und der Löschung des Profils in der Community weiter auf den geistreich.de-Webseiten zu verwenden.“

Gut möglich, dass die Autorinnen der 250 ausgewählten Beiträge vor der Veröffentlichung um Einverständnis gefragt wurden. Und gut“gläubig“ wie die meisten Autorinnen sind, werden sie ihr Einverständnis auch erteilt haben. Wenn dem so ist bleibt allenfalls ein fader Nachgeschmack, ob des genannten Vorgehens.
Es sei denn, die Evangelische Verlagsanstalt würde sich bereiterklären einige ihrer wirklich guten Titel ins Netz zu stellen. Auf die Freigabe der Print-Autoren dort, dürfte man doch bestimmt genauso bauen, wie auf die der Hobby-Internet-Autoren, oder?

Das Buch zur Webseite findet ihr übrigens bei eurem Buchhändler um die Ecke, auch wenn die EKD mittlerweile bestimmt bei AMAZON kauft 😉
„Kirche im Aufbruch praktisch – Beispiele guter Praxis von der Internetplattform ‚geistreich‘“, ISBN 978-3-374-03099-6.

P.s.: Am generischen Femininum muss frau sich nicht stören.

Wenn ihr jetzt noch Lust habt weiter zu lesen, hier der Testbericht von Februar diesen Jahres:

Nach dem ersten Test der geistreich to go App den Entwicklern ein großes Lob. Der iPod Nutzer findet eine funktionale Applikation vor. Schnörkellos und leicht konfigurierbar. WLAN Schlüssel eingeben und einloggen, schon kann man und frau „geistreich“ und „gestenvoll“ sein Gerät bedienen. Was man auf der Webseite findet, ist auch in der App vorhanden und sogar noch ein wenig mehr, das „Tagebuch“.
Ob dieses allerdings direkt neben der Recent/Stream/Timeline Funktion zu stehen kommen muss, sei dahin gestell. Denn dadurch wandert der „Wissen(sreich)“ Tab in die „more“ Navigation. Da wäre es doch schön, die ersten drei von der Webseite bekannten Tabs (ideen, erfahrung, wissen) nebeneinander zu haben.
Unter „more“ würde ich dann „Einstellungen“ und „Profil“ als erste erwarten.
Ich vermisse allerdings dir Gruppenfunktion („beziehungsreich“). Aber die ist bestimmt noch geplant. Ebenso wie eine Suchfunktion, so wie sie von der Webseite bekannt ist. Damit wäre die App komplett.

Ob die Tagebuchfunktion mit den vielfältigen Möglichkeiten der Dokumentation genutzt werden wird, weiß ich nicht. Für die „Jäger und Sammler“ im Netz ist es ja mittlerweile beliebt andere Dienste, wie z.B. Evernote zu bemühen, damit die entsprechende Notiz auf mehreren End-Geräten verfügbar ist, um sie auch weiterverarbeiten zu können (z.B. im Blog).
Und der da der aufgeschlossen Web 2.0 Nutzer im allgemeinen sehr mitteilsam ist wäre eine share-Funktion (Twitter, Facebook, Google+ …) zur Verbreitung „geistreicher“ Ideen sicher sinnvoll.
Bei einer App Entwicklung kann man es sicher nicht allen Nutzern recht machen! Wenn ich aber noch einen Wunsch frei hätte, würde ich gerade für mobile Geräte eine „Instapaper-Anbindung“ haben wollen. So könnten längere Projektbeschreibungen später in Ruhe auf dem heimischen Rechner mit großem Bildschirm nachgelesen werden.
Schade übrigens, dass man den iPod wieder zurück schicken muss 😉 Die dritte Generation liegt doch schöner in der Hand als die flache aktuelle Version.
Weiterhin geistreiche ent- und appwicklung.