Monate: September 2012

1. Thessalonicher 1, 2-10

Am kommenden Sonntag wird in der rheinischen Kirche der Miriam Sonntag gefeiert: „Kirche in Solidarität mit den Frauen“. Das Materialheft zu dem diesjährigen Thema „Verschaffe mir Recht, Gott…“ findet ihr hier: http://goo.gl/SnJYk Es kann aber auch sein, dass euch ein alternativ vorgeschlagener Predigttext begegnet, nämlich aus dem 1. Thessalonicher Brief Kap. 1,2-10 http://ekir.de/url/eZK Ich wünsche euch, dass ihr einen Gottesdienst zum Miriam Sonntag besuchen könnt, denn der als Alternative vorgeschlagene Predigttext ist vor allem eins: Historisch interessant. Dieser Brief des Apostels Paulus ist die älteste Schrift im Neuen Testament. Sie gibt Einblicke in die Anfänge der Missionstätigkeit, die Beziehungen, die der Apostel zu „seinen“ und anderen bereits bestehenden christlichen Gemeinden pflegt und liefert Hinweise auf bereits „tradierte“ Formulierungen und Bekenntnisse. Auch wenn die Überschrift in der Luther Bibel dazu anhalten will etwas über die Vorbildfunktion einer christlichen Gemeinde zu sagen, hat mich ein kleiner Nebensatz gepackt: „… sodass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen.“ (V8) Manchmal kann weniger mehr sein. Weniger reden in einer Welt, die auf einen nie abreißenden Strom der …

1.Mose 4, 1-16

Sonntag Abend 20.15 Uhr ARD. Für viele ein fester „Termin“ in der Woche und zugleich ein Marker, der das Wochenende beschließt: „Tatort“. Ein twitternder Pfarrer verabschiedet sich dazu regelmäßig mit den Worten: „Ich verabschiede zu Wein, Weib, und Tatort“. Was treibt uns vor die Bildschirme? Zweifelsfrei das Thema Mord. Ohne Mord kein Tatort. Das „Warum“ des Mordes muss unter allen Umständen aufgeklärt und der Mörder gefasst und seiner gerechten Strafe zugeführt werden. Einen anderen Ausgang goutiert das Publikum nur mäßig. Die Urform eines Drehbuches zum Tatort findet sich gewissermaßen im Predigttext für den kommenden Sonntag: Allerdings ist das sprichwörtlich gewordenen „Kainszeichen“ mehr als eine Kenntlichmachung und Überführung des Mörders. Es ist zugleich ein Schutzzeichen, dass Kain vor einem gewaltsamen Tode bewahrt. Die biblische Urgeschichte (1.Mose Kap. 1-11) nimmt damit von Beginn das Thema „Verfehlung“ und „Strafe“ in den Blick, ermöglicht aber gleichzeitig einen Ausblick auf das Thema „Freiheit“. Denn die Freiheit zur eigenen Entscheidung trägt auch die Möglichkeit zu größter Verfehlung in sich. Die göttliche Freiheit im Umgang mit seinen freien Geschöpfen steht aber von …