Monate: August 2012

Apostegeschichte 3,1-10

„Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehn…“ Wer den Predigttext zum kommenden Sonntag aus der Apostelgeschichte Kapitel 3,1-10 http://ekir.de/url/ULQ liest und dabei an Katja Ebstein denken muss, gehört zu denen, deren prägende Erinnerungen in die 70er Jahre reichen. Das kann nicht nur der geübte WDR4 Hörer trällern. Aber wer Wunder tatsächlich erlebt, dem verschlägt es die Sprache. Es zeigt sich, dass wir doch selten damit rechnen. Zum Wunder gehört das wundern. Wir reagieren mit „Verwunderung und Entsetzen“ (V.10) oder wenigstens mit dezent zurückhaltender Skepsis. Nicht auszuschließen, dass uns am Sonntag von den Kanzeln der Ruf erreicht, „Gott doch mehr zuzutrauen, als wir meinen“, oder es Petrus und Johannes gleich zu tun, nämlich von „Gott alles zu erwarten“. Liest man den Abschnitt bis V25 zu Ende, kann man und frau zu der Erkenntnis gelangen: Es geht nicht allein um Wunder. Das Thema „Heilung“ und „Heil“ bleibt auch der nachösterlichen Gemeinde aufgegeben: „Die Sache Jesu geht weiter“ (Willi Marxen 1976). Auch wenn das sicherlich verkürzt daherkommt und ergänzungsbedürftig ist. Heute, in Zeiten von …

Galater 2,16-21

Den Predigttext für den kommenden Sonntag findet ihr im Galaterbrief Kapitel 2,16-21: „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“ – das Hohe Lied der eigenen Leistung gehört geradezu zum kanonischen Grundbestand des modernen Menschen. Wenn nun jemand daher kommt und sagt: „Ich lebe, doch ein anderer lebt in mir“, muss er bestenfalls damit rechnen als ein armes Würstchen betrachtet zu werden, das ge-lebt wird. Oder sich die Frage gefallen lassen: „Wie jetzt? Zombie, oder was?“ Was der Apostel Paulus hier skizziert, nennen Theologen „Rechtfertigungslehre“: Nicht die Erfüllung des (durch Mose gegebenen) Gesetztes, sondern der Glaube an den auferstandenen Christus befreit Menschen. Freiheit nicht durch eigenes Tun, sondern durch Gott geschenkten Glauben, das ist das entscheidend Neue. Martin Luther, als Wiederentdecker dieses Zusammenhangs, ist für manche der erste „moderne Mensch“, weil er seine eigenen gewonnenen Einsichten höher bewertete als die Lehrmeinung der Tradition. Nun muss es nicht mehr heissen: „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht…“, sondern: Durch Christus, bin ich, was ich bin: Nämlich ein freier Mensch, der sich nicht selbst erfinden muss, weil er von Gott …