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Ralf Meister und Roy Black

sxc.hu

Wer Roy Black ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Bei Ralf Meister wird das schon schwieriger. Allerdings bemüht er sich in letzter Zeit sehr darum bekannter zu werden. Immerhin war Ralf Meister schon öfter im Fernsehen.
Als Sprecher des Wort zum Sonntages dürfte sein Gesicht sich dem einen oder der anderen bekannt vorkommen. Mit seiner bildschirmfüllenden Freundlichkeit gibt er die etwas asketischere Variante von Peter Hahne. Die Stärken beider liegen sicher darin, auch in strengster Unnachgiebigkeit ausgesprochen freundlich rüber zu kommen. Auch dann, wenn die verkündeten „Wahrheiten“ schwer zu schluckende Kröten sind.

Ralf Meister forderte vor einigen Wochen die Einführung eines öffentlichen Instrumentes der Buße.
Leider ließ er offen, ob dieses Instrument bei Jauch, Plasberg oder doch eher bei Maischberger anzusiedeln sei. Oder ob er gar nicht an einen TV-Auftritt dachte, sondern sich eher vorstellete, dass ehemalige Ministerpräsidenten in Hannover bestimmte Kirchen (öffentlich) aufsuchen sollten um an sichtbare, öffentliche Buße zu gelangen.

In Hannover nämlich ist Ralf Meister Nachfolger von Margot Käßmann geworden. Und da hat er natürlich ein schweres Erbe anzutreten, wenn es darum geht, die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD in ihrer medialen Präsenz zu beerben.

Vermutlich dachte sich Meister deshalb, es sei gut etwas mehr an Volksnähe zu zeigen und so schwärmte er in Syke (bei Bremen) über Roy Black. Also nicht direkt über Roy Black, aber immerhin über die „Theologie der Schönheit“. Und weil das mit der Theologie im Allgemeinen und der Schönheit im Besonderen ausgesprochen schwierig ist, eignet sich Roy Black hervorragend zu einer notwendigen Elementarisierung des Themas. In dem Gassenhauer „Schön ist es auf der Welt zu sein“ sei „alles drin“ so Meister.

Leider komme ich mit meiner Textsicherheit immer nur bis zu der Zeile „sagt der Igel zu dem Stachelschwein“ und ich müsste mich eigentlich aufmachen das Liedchen einer Exegese zu unterziehen. Vielleicht würden mir dann Schuppen von den Augen fallen. Einfacher wäre es natürlich der Redetext selbst und nicht nur die epd-Meldung wäre frei zugänglich.
In der vorliegenden Kürze jedoch finde ich die Meldung aber peinlich. „Schönheit“ steht eben gänzlich unter dem Diktat des subjektiven Geschmackurteils; und natürlich der Photoshop-Profis.
Vielleicht wäre es doch ratsam gewesen Anleihen bei denjenigen Theologen zu machen, die sich auf „Ästhetische Theologie“ verstehen. Da steckt weit mehr drin, als Roy Black zu formulieren im Stande ist.
Wer mit Roy Black im Fahrstuhl nach oben fahren will, fährt mit ihm sicher auch wieder hinunter. 🙂