Monate: Februar 2012

„Die Netzgemeinde“ und „Die Religion“

Niemand weiß genau, was sich hinter dem Begriff „Netzgemeinde“ verbirgt. Und wahrscheinlich ist sogar, dass es sie gar nicht gibt, wie Christian Jakubetz meint. Oft wird darunter schlicht das verstanden, was Mitglieder bei Facebook und Twitter so ungefiltert an Meinung ins Netz stellen. Daraus wird dann am Abend in der Tagesschau die „Netzgemeinde“. Selbst Mitglieder dieser sogenannten „Gemeinde“ erheben den Anspruch gerade keine Gemeinde zu sein. Das liegt m.E. daran, dass der Begriff „Gemeinde“ religiös aufgeladen ist. Und die „Netzgemeinde“ ist sich vor allem darin einig, dass „die Religion“ Antidemokratisch , Antiaufklärerisch und erst recht Antifreiheitlich sei. Dabei ist das Bild, das hinter diesem Religionsverständnis steht, schnell als Zerrbild vor allem römisch-katholischer „Religion“ zu entlarven. Da fällt eine differenzierte Betrachtung oft schwer, zumal wenn sie in 140 Zeichen stattfinden soll. Trotz alle dem bin ich der Meinung, dass sich eine Auseinandersetzung durchaus lohnt. Ich meine sogar, dass es sehr von Nöten ist, in den sozialen Netzwerken präsent zu sein. Persönlich mit seinen Interessen und seinem Glauben, öffentlich mit seinem (kirchlichen) Beruf, und erst recht in …

Ralf Meister und Roy Black

Wer Roy Black ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Bei Ralf Meister wird das schon schwieriger. Allerdings bemüht er sich in letzter Zeit sehr darum bekannter zu werden. Immerhin war Ralf Meister schon öfter im Fernsehen. Als Sprecher des Wort zum Sonntages dürfte sein Gesicht sich dem einen oder der anderen bekannt vorkommen. Mit seiner bildschirmfüllenden Freundlichkeit gibt er die etwas asketischere Variante von Peter Hahne. Die Stärken beider liegen sicher darin, auch in strengster Unnachgiebigkeit ausgesprochen freundlich rüber zu kommen. Auch dann, wenn die verkündeten „Wahrheiten“ schwer zu schluckende Kröten sind. Ralf Meister forderte vor einigen Wochen die Einführung eines öffentlichen Instrumentes der Buße. Leider ließ er offen, ob dieses Instrument bei Jauch, Plasberg oder doch eher bei Maischberger anzusiedeln sei. Oder ob er gar nicht an einen TV-Auftritt dachte, sondern sich eher vorstellete, dass ehemalige Ministerpräsidenten in Hannover bestimmte Kirchen (öffentlich) aufsuchen sollten um an sichtbare, öffentliche Buße zu gelangen. In Hannover nämlich ist Ralf Meister Nachfolger von Margot Käßmann geworden. Und da hat er natürlich ein schweres Erbe anzutreten, wenn es darum …

Predigt über Jeremia 9, 22+23

Dank Spotlight lässt sich auf dem Mac die gesamte Festplatte schnell durchsuchen. Normalerweise mache ich das selten. Doch jetzt war ich fest davon überzeugt irgendwo müsse es noch eine Predigt von mir zu Jeremia 9,22 geben. Und tatsächlich, war in die Untiefen der alten Atari 1040ST Daten eine Predigt zu finden. Aus dem Jahr 1994. Auch wenn ich heute nicht mehr so predige (das war das erste Jahr in der Zeit des Vikariats) dachte ich: „Probiers doch mal mit einem alten Hund“. Und: Siehe da, die Rückmeldungen darauf waren so zahlreich, wie schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte ich zu meinem „alten Predigtstil“ zurückkehren? Hier nun die leicht überarbeitete Version (die dicksten alten Hunde sind schon rausgekürzt) 😉 „Sparen, liebe Gottesdienstgemeinde, sparen lautet das Motto der Stunde. Überall muss gespart werden. Öffentlich wie Privat, Staatlicht wie kirchlich. Auf allen Ebenen, vom Land oder Ministerium bis zum kleinen Betrieb von der Landeskirche bis zur einzelnen Gemeinde. Und das schon seit Jahren. Etliche Zahlen erhitzen Finanz- und Haushaltsausschüsse, eine Flut von Daten hält Presbyterien in Atem. Nein, …