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Erika Steinbach über Religionsfreiheit und Menschenrechte

Erika Steinbach (MdB) twittert. Das ist erwähnenswert, weil die Unionspolitiker_innen die das tun an einer Hand abzuzählen sind. Sie twittert freundlich, höflich und professionell, immerhin ist einmal Informatikerin gewesen.

Und sie wittert über „Gott und die Welt“. Dabei betont sie hin und wieder (gegenüber katholischen Gesprächspartnern) sie sei evangelisch.

Allerdings hat sie ihrer Kirche schon vor längerer Zeit den Rücken gekehrt. Freilich nicht nur beim Amtsgericht, sondern beim damaligen Kirchenpräsidenten mit einer durch die Presse verbreiteten Erklärung („Das Maß ist voll“).

Heute steht sie allerdings auf dem Standpunkt: Religion sei „Privatsache“. Was aufhorchen lässt, denn warum sollte ein „privater Kirchenaustritt“ die Notwendigkeit einer öffentlichen Erklärung nach sich ziehen.

Und weil dieses „neue Medium Internet“ gerade dabei ist die Trennung zwischen „Privatheit“ und „Öffentlichkeit“ neu zu definieren, sei an dieser Stelle ein kurzes Gespräch zwischen Volker Beck (MdB) und Erika Steinbach zitiert, in dem es um diesen „privaten Kirchenaustritt“ geht:

„http://twitter.com/SteinbachErika/status/159683155585015808

 

Zusätzlich finden sich zwei kurze Tweets, in denen Frau Steinbach die Gründe für ihren Kirchenaustritt direkt benennt:

Ich empfehle Frau Steinbach ihre Webseite zu überarbeiten, dort steht aktuell ein Text zu „Religionsfreiheit und Menschenrecht“. Sie sollte ihn, auch aus biographischen Gründen, um den Gedanken der negativen Religionsfreiheit erweitern. Dann würde sich auch ein sehr viel differenzierteres Bild ergeben.

Aktuell (18.1.2012) lautet der Text so:

Religionsfreiheit ist Menschenrecht – auch für Christen

Christenverfolgung! Eine Vokabel von gestern? Mitnichten.

Es gibt zahllose Menschen in Deutschland, die sich für jedwede Menschenrechte engagiert einsetzen. Kommt hingegen das Thema „Christenverfgolgung“ auf, so werden sie entweder wortkarg oder relativieren diese Art der Menschenrechtsverletzung. Sie wollen nicht von Christen sprechen, sondern nur ganz allgemein von Religionsfreiheit. Ich bin für Religionsfreiheit, und zwar für jedermann. Das kann uns aber nicht an der klaren Erkenntnis hindern, dass Christen weltweit am intensivsten verfolgt sind. Über 100 Millionen Christen sind wegen ihres Glaubens von Misshandlung, Tod, Gefängnis oder massiver Diskriminierung bedroht.

Das Ausmaß an Diskriminierung, Unterdrückung und Bedrohung von Christen nimmt insbesondere in muslimischen Ländern seit Jahren beständig zu. Selbst in der Türkei, die ihren Blick bekanntermaßen nach Europa gerichtet hat – ein Land, dem wir freundschaftlich verbunden sind-, leben Christen nicht ungefährdet. Der Bau von Kirchen ist nahezu unmöglich. Christliche Geistliche befinden sich in Lebensgefahr, wenn sie durch ihre Kleidung als solche erkennbar sind.

Das kann nicht unwidersprochen hingenommen werden.

Ihre
Code
Erika Steinbach“

Mit dem Einsatz für Verfolgte Christen in aller Welt sollten sich besonders die Mitglieder des Deutschen Bundestages befassen, die selbst einer Kirche angehören. Parteiübergreifend.

Und diejenigen, mitunter auch konfessionslosen, die keinen Unterschied, zwischen der Religionszugehörigkeit und Verfolgung von Menschen machen, wie z.B. Volker Beck, tun das durchaus überzeugend.