Monate: Dezember 2011

Das besondere „Gefühl an Weihnachten“

Lieder haben es in sich! Weihnachtslieder allzumal! „Es stellt sich ein besonderes, unverwechselbares Gefühl ein; das verliere ich nie. Die Weihnachtslieder tragen mich jedes Jahr wieder in der Erfahrung des Besonderen“; so beschreibt ein Prominenter sein Empfinden. Selbst ein „Stille Nacht, heilige Nacht“ aus dem dumpfen Lautsprecher eine Kinderkarusells gehört wohl auch ein wenig zu diesem „Besonderen“. An Weihnachten ist das Besondere, dass es eine scheinbar identische Situation gibt. Eine identische Situation die sich gleichwohl jährlich wiederholt. An Weihnachten klingt in uns an, was wir sonst immer meiden, weil es nämlich leicht langweilig wird; an Weihnachten suchen wir das Besondere im Identischen. Das Besondere im Identischen? Erklärt das dieses besondere unverwechselbare Weihnachtsgefühl? Geht es nicht genau darum, diesem Weihnachtsgefühl nachzuspüren? Es für mich fruchtbar zu machen, als eine Botschaft, als eine Lebenshaltung, die weit über diesen Heiligen Abend hinausreicht? Eben das Besondere im identischen zu entdecken? Das nun freilich schafft man nicht so leicht. Man und frau muss es sich vornehmen und wollen, dann kann so etwas gelingen: -Dass ich mich neu sehe. Meine Person in neuem Licht. -Dass …

Digitalisierung der Gesellschaft

Ein wesentlicher Grund für zunehmende Unzufriedenheit mit politischem Handeln innerhalb unserer parlamentarischen Demokratie ist das Ausblenden der Digitalisierung unserer Gesellschaft. Die Herausforderungen vor der die politischen Parteien stehen ist nicht gering zu schätzen. Bislang scheint dieser Vorgang noch nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gefunden zu haben. Wahlerfolge der Piratenpartei werden als „Protest-Stimmen“ gedeutet, die eine diffuse Politikverdrossenheit zum Ausdruck bringen würden. Wie „das Internet“ „funktioniert“ wird als eine von IT-Fachleuten und Konzernen zu beantwortende Fragestellung verstanden. Dabei geht es um einschneidende, geradezu evolutionär anmutende Veränderungen moderner Gesellschaften. Für die Kirchen ist die Fragestellung einer Digitalisierung der Gesellschaft vor allem eine bedrohliche. „Virtualität“ steht für Phantasie-Welten und „Killerspiele“. „Das Internet“ stiehlt den Menschen eigentlich nur Zeit. Die Zeit, die sie aber dringend mit anderen „echten“ Menschen verbringen sollten. Dualistische Vorstellungen sind dem Christentum seit den Ursprüngen nicht fremd, bilden aber keine geeignete Grundlage der Frage nach der Digitalisierung der Gesellschaft angemessen zu begegnen. Es ist interessant an den Stellen im Vortrag von Prof. Kruse wo „Politik“ gesagt wird, „Kirche“ einzusetzen. Dann kann verständlich werden, dass „das Internet“ …

Predigt über Philipper 4,4-6 (für Schnelleser)

Sonntagspredigten sind oft zu lang! Vielleicht nicht in der Kirche, aber zumindest am Bildschirm. Diese Art der Rückmeldung habe ich mehrfach zu hören bekommen. Oft habe ich in der Vergangenheit auch gespürt: „Für’s Netz müsstest du das prägnanter sagen“. Das gelingt oft nicht. Hier habe ich einen Versuch gemacht, eine Predigt aus dem Jahr 2009, die in diesem Monat sehr oft gelesen wurde, in einer gekürzten Fassung noch einmal „anzubieten“. Mal sehen, welche Fassung mehr Leser_innen findet…. Lächel doch mal! Freust du dich denn gar nicht? Nun sei doch nicht so! Dir kann man aber auch gar nichts recht machen! Vier Sätze, die wir nicht gern hören. Am Heiligen Abend in einer unbedachten Äußerung verwendet, können sie zu einem wahren Fiasko familiärer Befindlichkeit führen! Ich gebe zu ich hab´s nicht so mit dem Freuen. Der Zwang “gut drauf” zu sein, regt mich meistens mehr auf als an. Und dauergrinsende Fernsehgestalten, die mundgerecht die Welt erklären, lassen mich das Radio einschalten. Dabei schätze ich Freundlichkeit (zumal im Alltag) sehr und finde auch, dass man vor allem sich selbst gegenüber oft …

Weihnachten ist unterm Baum verschieden

Alle Kirchenjahreszeit wieder offenbar dasselbe Ritual: Die kreativen Werbetexter_innen ersinnen zu den Feiertagen einen griffige Slogan, der sich einerseits festsetzt, andererseits Widerspruch hervorruft. War es Ostern noch eine Buchhandlung, die ihre „Hasenfest“ Werbung zurückzog, soll jetzt einem Elektronik Markt auf die Finger geklopft werden. Hier wie dort von der (katholischen) Kirche. Doch nicht nur institutionalisierte Formen des Christentums melden Protest an, auch in sogenannten sozialen Netzwerken meldet sich erheblicher Widerspruch gegen die „These“: „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“. Der christliche Widerspruch führte sogar zu einer Einheits-email, die die Elektronikkette an aufgebrachte Kritiker verfasste. Die Eindeutigkeit der dort gegebenen Erklärung führte in den meisten Fällen jedoch zu noch mehr Kritik, denn in dem Schreiben wurde in schlichter Marketing Sprache erklärt, dass Weihnachten tatsächlich unterm Baum entschieden werde, und zwar am besten mit dem Produkten, die man zu äußerst günstigen Preisen in eben jenem Markt kaufen könne. Insofern bringe der Spruch auf den Punkt, was sich am heiligen Abend, unter vielen Weihnachtsbäumen in der guten Stube, ereigne. Religiöse Gefühle wolle man nicht verletzen. Es liegt natürlich nahe zu …

Pastorenstückchen in Chrismon plus Rheinland

Gestern zitierte mein Chef im Pfarrkonvent aus der aktuellen Ausgabe von Chrismon plus Rheinland und ich traute meinen Ohren nicht: Werbung für meinen Blog! Meine Bemerkung: „Oh! habe ich noch gar nicht gelesen, iss ja Print“, sorgte für allgemeine Erheiterung. Aber man kann Chrismon plus Rheinland auch online lesen. Die „Werbung“ für Pastorenstueckchen  findet sich auf S.9 der aktuellen Ausgabe 😉

Predigt über Offenbarung 5,1-5

Weil Predigt eigentlich fürs Hören geschrieben wird. Hier ein Mitschnitt aus dem Gottesdienst am ersten Advent in der Friedenskirche. Die Qualität ist noch verbesserungswürdig, aber das Geraschel hört nach einer Minute immerhin auf. Leider war das richtig gute Gemeindemikro nicht verfügbar, aber für elf Minuten und 50 Sekunden mag es für dieses Mal gehen…. Predigt Offenbarung 5,1-5 Und für die, die nicht die Zeit zum Hören haben, folgt eine Kurzfassung: „Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Das kennen Sie. Das beliebte Spiel „ich sehe was, was du nicht siehst“ war einst besonders auf langen Autofahrten beliebt.