Monate: Juni 2011

Gottes Wort ist nicht. Es wird. (Joh.5,39-47) Predigt

Durchaus kritisch geht der johanneische Jesus hier vor. Er geht nicht gerade höflich mit seinen Zuhörern um. Genau genommen geht er ziemlich mit ihnen ins Gericht. Dabei sind sie doch auf dem richtigen Weg. Immerhin lässt sich erahnen, dass sie fleißige Bibelleser sind: „Ihr sucht in der Schrift“. Um wie viel mehr würde der Schreiber des Johannesevangeliums wohl mit uns heutigen umgehen? Da wird doch hier und dort nach dem richtigen Weg gesucht. Je exotischer die Antwort, desto besser ihr Wert. Überall, aber doch nicht in der Bibel wird nach Sinn und Erfüllung des Lebens gesucht. Würde der Schreiber des Evangeliums aber wirklich so hart mit heutigen Nicht-Lesern umgehen? Ist sein Anliegen wirklich damit zu erfassen, dass er sagt: „Lies die Bibel und alles wird gut?“ Nun gut, bei einer so zugespitzten Frage erwarten sie selbstverständlich keine positive Antwort. Und ich gebe zu: Eine derartige Aussage lässt sich, selbst zugespitzt, in der ganzen Bibel nicht finden. Dennoch ist zu fragen: Wenn selbst intensiven Bibellesern offenbar nicht gelingt, was verlangt ist, wie soll man es denn …

Nikolaus Schneider zum Kirchentag in Dresden

Der Kirchentag in Dresden ist vorbei. Die Stimmen der Teilnehmenden waren voll des Lobes. Da liegt es nahe Bilanz zu ziehen. Auch der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland tut das. In einem Interview mit Matthias Dobrinski im Deutschlandfunk. Nikolaus Schneider wirkt angespannt. Dabei sind Dobrinskis Fragen sehr wohlwollend formuliert, bisweilen sind sie so, dass die Antwort bereits darin enthalten scheint und bloße Zustimmung schon als Antwort gelten kann. Wegweisendes dagegen hört man wenig. „Im Gespräch bleiben ist wichtig“ ist der Grundtenor von Schneiders Aussagen. Im Gespräch bleiben mit den Konfessionslosen in den östlichen Bundesländern (sie scheint es nur dort zu geben) ist wichtig. Ebenso wichtig ist es mit dem Verteidigungsminister im Diskurs zu stehen (durchaus „hier und da in Differenz, und das ist auch gut so“). Schließlich ist „man“ auch mit dem Papst demnächst in Erfurt im Gespräch, von dem man allerdings nicht zuviel erwarten soll, kein Wunder, denn der Zeitplan sieht kam mehr vor als das Protokoll erlaubt. Vom Jahr der Taufe erwartet Schneider einiges, denn diese sei das ökumenische Zeichen, welches sichtbarer …