Monate: Mai 2011

Beten, aber wie? (Lk 11,5-13) Predigt

Alles ist angerichtet. Alles vorbereitet. Monatelange Planungen sind an ihrem Ziel angekommen. Der Tisch gedeckt, der Wein entkorkt. Köstlichkeiten stehen bereit. Gäste werden erwartet und haben zugesagt. Alles passt. Nur das Wetter muss noch mitmachen, denn die Feierlichkeit findet unter freiem Himmel statt. Und immer, wenn etwas unter freiem Himmel stattfindet kommt sprichwörtlich der Petrus ins Spiel, zu welchem kirchlichem Bodenpersonal stets eine besondere Beziehung nachgesagt wird. Offenbar hilft jetzt nur noch beten. Szenenwechsel: Das Stadion ist bis zum letzten Platz gefüllt. 75.000 Menschen schauen auf einen einzigen Punkt. Es ist die 89. Spielminute. Elfmeter im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft. Bringt dieser Elfmeter die Entscheidung? Die Hände der Fans sind ineinander verschränkt. Die Knöchel vom Druck weiß und blutleer. Der Blick geht vom Elfmeterpunkt weg auf den Boden. Die gefalteten Hände bleiben über dem Kopf nach oben zum Himmel gereckt. Offenbar hilft jetzt nur noch einer: Der vielbeschworene Fußballgott.

Grenzen der Erkenntnis nach Martin Urban

Mit großem Vergnügen lese ich die Süddeutsche Zeitung. Auch unter der Rubrik „Wissen“ finde ich Interessantes aus dem Bereich Naturwissenschaft, das mir Fakten so erklärt, dass auch ich sie verstehen kann. Nun schreibt der ehemalige Leiter des Wissenschaftsressorts, Martin Urban, einen Artikel über Epistemologie mit dem Titel die „Grenzen der Erkenntnis“ Untertitel: „Wie das Gehirn die Wirklichkeit zu Weltbildern verzerrt“. Der Grundtenor dieses Beitrages lässt sich schnell zusammenfassen: Die Welt ist unendlich viel komplizierter als sie erscheint. „Die Erkenntnisse der Naturwissenschaft seien mittlerweile so abstrakt geworden, dass man sie sich nicht mehr vorstellen“ könne. Die Religion dagegen ist für ihn ein einfaches System, das aus unsinnigen Dogmen besteht, die zu sinnlosen rituellen Handlungen führen. Religion solle sich damit abfinden, dass sie „nur“ im Kopf entsteht, so wie alle unsere Weltbilder. Ärgerlich ist die undifferenzierte Vermengung zwischen philosophischen, theologischen, und psychologischen Fragestellungen, die bunt durcheinander gewürfelt, schließlich beim Schamanismus endet. Es beschleicht einen der Verdacht, hier bewege sich jemand auf den Spuren der Verarbeitung eigener religiöser/konfessioneller Geschichte, ohne sich darüber Rechenschaft gegeben zu haben. Dass „Religion“ …

Link-Liste zum Kirchentag in Dresden

Seit kurzem gibt es eine Link-Liste zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden. Das ist an sich nicht unbedingt eine Nachricht in diesem Blog wert. Wenn er aber in dieser Link-Liste erwähnt wird, ist es vielleicht gestattet das auch an dieser Stelle zu erwähnen. Etwas überrascht bin ich schon, denn als kirchlicher „Alpha-Blogger“ bezeichnet zu werden zeugt zumindest davon, dass die Reichweite des Blogs so klein nicht sein kann. Interessanter ist m.E. aber eine andere Beobachtung. Nämlich dass die Reichweite dieses Blogs sich in der Zeit deutlich erhöht hat, als mein Einstieg in Twitter und Facebook erfolgte. Sicher gibt es „ältere“ christliche Blogs zu denen der meines geschätzten Kollegen Karl Otto Scholz zwoelff.de gehört. Da er aber nicht auf Twitter „beworben“ wird, ist die Bezeichnung eines „Alpha-Bloggers“ ihm nicht zuteil geworden. Das zeigt, dass die momentane Aufmerksamkeit (Hype) an dem Phänomen „Social Media“ auch im kirchlichen Bereich platzgreift. Die Reichweite eines Blogs kann offenbar durch entsprechende Präsenz auf den verschiedenen Plattformen gesteigert werden. Gleichzeitig beobachte ich an mir aber, dass die Zahl der veröffentlichten Artikel …

Neue Überlegungen zu einem Twittergottesdienst im Anschluss an das Barcamp in Frankfurt

Auf meiner ersten Veranstaltung zum Thema Kirche und Web 2.0 in Frankfurt habe ich viele Eindrücke mitgenommen, die auch von anderen bereits formuliert wurden. Johannes (@WerewolfTamer) (hat darüber bereits gebloggt und ich kann mich dem nur anschließen. Die Session von Andrea (@andreame) die hier anzuschauen ist fand ich wirklich beeindruckend. Sie bringt mit ihrer These der Bottom up Funktion einen Zungenschlag in die Diskussion, der sehr entspannend ist und auch vor Überforderung der Teilnehmenden „Anfänger“ warnt. Interessant gefunden habe ich Marias (@maerys) Session zu einem Podcast aus dem Umfeld der kirchlichen Twitter-Szene. Besonders der Satz: „Ich habe jetzt die Zeit, ich mach das mal!“ ist in meinem Umfeld, in dem sonst eher die Bedenken regieren Gold wert. „Was mich schon immer interessiert“ ist warum evangelische Taufpaten bei einer katholischen Taufe wie Nicht-Kirchen-Mitglieder behandelt werden. Das wäre doch schon mal etwas für die erste Sendung, oder? Auf Facebook hat sich dazu eine Gruppe (The Little Web Service) gebildet die die erste Folge mit einem Rückblick aufs Barcamp beginnen will. Gefreut hat mich der Impuls von Johanna …