Monate: Januar 2011

Wunder gibt es immer wieder Predigt über Joh 4, 46-54

Es gehört zu den am meisten besungen Worten im deutschen Schlager. Es hat aber auch die theologische und kirchliche Diskussion in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhundert geprägt. Zara Leander, Katja Ebstein und Nena haben es in erfolgreichen Liedern besungen? „Wunder“ Sie gibt es immer wieder, wir wissen, sie werden geschehen. Oder etwa nicht?

Synkretismus und Inkulturation (in) der Kirche?

Angeregt durch den heutigen Artikel auf evangelisch.de stellt sich mir die Frage nach dem Verhältnis von Synkretismus und Inkulturation. Mir fiel ein Artikel (Papier!) in die Hand -zugegeben nach etwas längerem Suchen-, der in der Zeitschrift „Evangelisiche Theologie“ 1992 erschien mit dem Titel: „Inkulturation und Synkretismus“ (EvTh 52, 1992). Der Missionswissenschaftler Theo Sundermeier überrascht zunächst damit, dass nicht das Christentum Subjekt der Inkulturation ist, sondern das Evangelium, also die Botschaft selbst. Er erinnert an Phil2,6f wo es von Christus heißt, dieser hielt es nicht für einen Raub Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und nahm Knechtsgestalt an. So gehe also das Wort Gottes in die Kulturen ein. Die Kirche werde also mitgenommen auf diesen Weg und lerne immer neu das Wirken des Geistes kennen. Das führe auch neuen theologischen Pfaden und zu neuen Formen der Spiritualität. Einen gesicherten Glauben gebe es demnach nicht und jeder Gläubige bleibe in diesem Prozess nie so, wie er vorher war. „Er erkennt die kulturelle Begrenzung seines bisherigen Wissens um Gott und lässt sich verändern.“ Auch das Evangelium …

Kurze Notiz zur Presbyteriumswahl 2012

Wenn ich schon eine Datenbank habe, kann ich mir die aktuellen Neuerungen zur Presbyteriumswahl mal gleich hier notieren, bevor ich sie wieder nicht weiss, wo ich suchen muss. Also ist dieser Post quasi an mich als z.Zt. Vorsitzenden (-; Ein Entwurf zum Zeitplan der kommenden Presbyteriumswahl am 5. Februar 2012 sieht vor, bis Mitte Juni 2011 mit den Vorbereitungen für die Wahl zu beginnen. Bis spätestens Ende Dezember 2011 sollten die Wahlbenachrichtigungen erstellt sein. Am 26. Februar 2012 steht laut diesem zeitplan die Abkündigung der Amtseinführung der Presbyteriumsmitglieder auf dem Programm. Die Amtseinführung ist entweder für den 4. oder 11. März terminiert. Unter anderem wird der Vertrauensausschuss abgeschafft. Zudem fällt die Gemeindeversammlung zu Beginn des Wahlverfahrens, eine reine Informationsveranstaltung, weg. Die Gemeindeversammlung zur Vorstellung der Kandidierenden bleibt jedoch weiterhin Pflicht. Um dem Presbyterium – also dem Leitungsorgan der örtlichen Kirchengemeinden – die Arbeit zu vereinfachen, erstellt das Landeskirchenamt ein Formblatt für alle Wahlbeschlüsse des Presbyteriums. Darauf können alle für die Wahl notwendigen Beschlüsse in einer Presbyteriumssitzung zusammengefasst werden. Mit Hilfe dieses Formblattes soll auch der …

Rheinische Kirche ist gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken

Da werdet ihr euch nicht wundern, dass das eine Meldung nach meinem Geschmack ist, die ich wirklich außerordentlich gerne hier wiedergebe. Obwohl ich sonst keine Pressemitteilungen einfach weiterverbreite. Aber hier mache ich mal eine Ausnahme! Nach Auffassung des obersten Leitungsgremiums der rheinischen Kirche ist die Laufzeitverlängerung „unverantwortlich gegenüber den kommenden Generationen“. Zugleich beschloss die Synode die Erarbeitung von Kernpunkten eines nachhaltigen Energiekonzepts. Diese sollen dann in die politische Diskussion eingebracht werden. Der Beschluss fand seine Mehrheit bei zehn Gegenstimmen und einigen Enthaltungen. Bereits in seinem Bericht hatte der rheinische Präses Nikolaus Schneider am Montag unterstrichen, dass solche kirchlichen Stellungnahmen zu politischen Fragen aus der theologischen Erkenntnis heraus geschehe, dass das Evangelium auch die Welt gestalten will. Die theologisch-ethischen Gesichtspunkte seien aber auch dem jeweiligen Sachgebiet gegenüber angemessen zu verantworten. „Deshalb mahnen wir, dass politische Entscheidungen von heute in Verantwortung für die nachfolgenden Generationen getroffen werden. Deshalb fordern wir von der Wirtschaft, dass bei allen Planungen und Entscheidungen das Gemeinwohl genauso zu achten ist wie berechtigte Renditeinteressen der Unternehmen. Deshalb bleibt unsere ablehnende Haltung gegenüber der …

Prof. Dr. Gotthard Fermor auf der Landessynode der ekir 2011

Der heutige Vortrag von dem Direktor des Pädagogisch-Theologischen Institutes Gotthard Fermor auf der Landessynode der rheinischen Kirche ist nach meinem Empfinden wegweisender als das, was ich gestern kommentieren wollte. Unter dem Titel „Kirchliche Berufe-der eine Dienst und die vielen Ämter“ gibt es nicht weniger als eine handfeste Diagnose kirchlichen Handelns und schlaglichtartige Therapie Empfehlungen. Hier einige Auszüge: Den gesamten Vortrag findet ihr auf der ekir.de/landessynode Seite 1. Kirchlichen und gesellschaftlichen Wandel wahrnehmen Kirchliche Berufe, die es nur multiprofessionell geben kann, antworten auf den Ruf Christi zum Dienst, sowie auf die „Rufe“, die sich aus den Analysen gesellschaftlicher wie kirchlicher Praxis ergeben. Letztere unterliegen als geschichtliche Größen ständigen Veränderungen. Nur in der Wahrnehmung, Deutung und Gestaltung dieser Veränderungen können kirchliche Berufe die Kommunikation des Evangeliums heute verantwortlich gestalten. Die Ausdifferenzierung kirchlicher Berufe in modernen Gesellschaften entspricht der Ausdifferenzierung dieser sich verändernden Handlungsanforderungen. Instrumente der Wahrnehmung und Deutung sind seit den 70er Jahren die umfangreichen Mitgliedschaftsstudien der ev. und kath. Kirche. Sie geben Auskunft über die enorme Pluralität religiöser Vorstellungen innerhalb der eigenen Mitgliedschaftsmilieus – vgl. aktuell …

Präsesbericht auf der Landessynode der ekir 2011

Nikolaus Schneider hat seine Ausführungen zur Religionsfreiheit für seinen Bericht auf der Synode in Bad Neuenahr noch einmal überarbeitet: Bedrohte Religionsfreiheit Flucht und Vertreibung sind mit ethnischen Konflikten oder kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden. Auch aufgrund von Hunger oder Naturkatastrophen ist Migration zu beobachteten. Mit großer Besorgnis ist vermehrt festzustellen: Verfolgung, Flucht und Vertreibung geschehen aus religiösen Gründen. Während in der Europäischen Union die freie Religionsausübung rechtlich verbürgte Praxis ist und sich die Gläubigen dem Säkularisierungsdruck stellen müssen, werden in einigen Ländern Afrikas und Asiens religiöse Minderheiten zunehmend von den Mehrheiten unterdrückt und verfolgt. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ist bedroht! Das belegt die aktuelle Informationskampagne der Vereinten Evangelischen Mission eindrücklich. Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die aus religiösen Gründen bedrängt und verfolgt werden. In weltweiter Verbundenheit liegt uns die Situation der bedrängten und verfolgten christlichen Schwestern und Brüder besonders am Herzen. Aus Marokko hören wir von unbegründeten Abschiebungen, aus der Türkei, aus asiatischen und arabischen Staaten von massiven Einschränkungen der Religionsfreiheit und sogar von tödlichen Anschlägen. In der Silvesternacht wurden in Alexandria 21 koptische Christen und Christinnen …

Unreflektierte Solidarität?

Das erreicht mich doch gestern (zum ersten Mal) aus der Präsidial Kanzlei unserer Landeskirche eine Mail mit folgendem Inhalt: Sehr geehrte Damen und Herren, Sie alle haben aus der Presse entnehmen können, dass unsere koptischen Mitchristinnen und -christen schweren Repressalien in Ägypten ausgesetzt sind. Höhepunkt war in der vergangenen Woche der schreckliche Gewaltanschlag, bei dem dutzende Menschen ums Leben kamen. Alle Christinnen und Christen sind nun aufgefordert, ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Präses Schneider bittet Sie daher herzlich, die anhängende Fürbitte am kommenden Sonntag im Gottesdienst zu verlesen. Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag: Ehrlich gesagt bin ich sprachlos! Zählen wir jetzt die Konfession der Anschlag Opfer des Terrorismus? Und suggeriert dieser Umgang nicht: Die vorherigen Opfer von Anschlägen hätten nicht unserer Solidarität bedurft? Diese Form erinnert mich an die Nachrichten, die bei einem Flugzeugabsturz meinen erwähnen zu müssen, wieviele Deutsche unter den Opfern waren. Das macht doch wirklich keinen Sinn! Wenn wir so anfangen tragen wir nicht zu einem Frieden zwischen den Religionen bei, sondern schüren noch deren ohnehin aufkommende Rivalität. Ich hätte mir …