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Ökumenisches Logo in Reichweite -mehr aber gewiss nicht!

Logo Debatten sind langwierig und schwierig. Das weiß jeder, der schon einmal in Sitzungen saß in denen entschieden werden sollte, welcher Vorschlag nun angenommen und welcher verworfen wird. In der Kirche wird die Grundsatz Diskussion  darüber geführt, ob bzw. wie das Symbol des Kreuzes in einem Logo aufgenommen werden soll. Nun ist die Evangelische Kirche im Rheinland (ekir) vor einigen Jahren auf die Idee gekommen ein einfaches Kreuz zu wählen, allerdings erst eines, dass sich erst auf den zweiten Blick zu erkennen gibt. Manchem erscheint bis heute kein Kreuz vor Augen. Und man darf annehmen, dass genau dieser Kompromiss zu der Entscheidung geführt hat.

Erstaunlicher Weise hat sich die Katholische Kirche im Kanton Zürich ein ganz ähnliches Logo gegeben.ekir logo evangelische Kirche im RheinlandDamit allerdings dürften die Gemeinsamkeiten dann aber schon erschöpft sein. Jedenfalls, wenn man sich die jüngsten Äußerungen des sommerlichen Papst-Interviews anschaut. Den netten Kondom-Aufmacher mal beiseite gelassen, offenbart sich der Graben zwischen katholischer und evangelischer Auffassung von dem was „christlich“ genannt zu werden verdient als dermaßen gewaltig, dass es mir sehr fragwürdig erscheint, wie über diesen Graben hinweg „Gespräche“ geführt werden sollen. Und vor allem mit welchem Ziel?

Wie soll man mit jemandem über „Menschenwürde“ sprechen, der die Frauenordination ablehnt? (Das muss man dann allerdings auch die evangelische Kirche in Polen fragen.)

Wie soll über  (gemeinsame) Evangeliumsverkündigung nachgedacht werden, wenn jemand den „Geist der Gegenwart“ ablehnt und das Bemühen um Plausibilität christlicher Existenz als „Konformismus“ brandmarkt?
Für viele evangelische Christen darf man diese Fragen gar nicht stellen, weil immer selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass vatikanische Äußerungen selbst von katholischen Priestern oft nicht mehr ernst genommen werden, die Ökumene „vor Ort“ hingegen tadellos funktioniere. Allerdings bin ich der Meinung, dass sich die Problemlage dadurch eher noch verschärft als entspannt. Schließlich stehen die Kirchen in der öffentlichen Wahrnehmung als eine Art „Haftungsgemeinschaft“ im Fokus gesellschaftlichen Lebens.

Dieses Interview zeigt einmal mehr, dass sich die römische Kirche wie ein „angeschlagener Boxer“ im Ring nur noch taumelnd auf den Beinen halten kann. Das allerdings darf man nur in privaten Blogs schreiben und niemals an die berühmte große Glocke hängen.