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Nikolaus Schneider zu Gast bei Tacheles

Unser (ekir) Präses und Ratsvorsitzender gefällt mir in seinen aktuellen Äußerungen immer besser. Am kommenden Sonntag wird er in einer Fernsehdiskussion zu sehen sein (Phoenix: 17.10.2010 um 13 Uhr und am 24.10.2010 um 22.30 Uhr ) Sein Statement zur aktuellen Debatte um den Islam ist jedenfalls mehr als beachtlich:
Für Gewaltlosigkeit und Dialog

Wenn wir über Jugendgewalt sprechen, müssen wir die Gründe genau betrachten. Dass gerade junge Muslime zur Gewaltbereitschaft neigen, wie die Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen gezeigt hat, hängt vor allem mit der Lebenssituation und Perspektivlosigkeit dieser jungen Menschen zusammen. Wenn sie keine Chance bekommen, wenn sie sozial benachteiligt werden, wenn sie frustriert sind und sich dann auf Gewalt rechtfertigende aussagen ihrer Religion beziehen, kann das in Gewalt enden.

Diese Jugendlichen leben in unserer Gesellschaft. Sie könnten von dieser Gesellschaft profitieren. Sie haben Angebote und Möglichkeiten. Aber sie nutzen sie nicht. Da müssen wir fragen: Woran liegt das? Wir können allerdings nicht alle Problem auf die Gesellschaft schieben. Diese jungen Menschen müssen auch selber Verantwortung tragen. Aber den Islam als Ursache zu suchen, greift zu kurz. Der Islam hat ausgesprochen friedfertige und auf den Frieden und die Liebe abzielende Seiten. Die überwiegende Mehrzahl der Muslime in diesem Land ist genau so sozialisiert.

Es gibt zwar Seiten des Islams, die Gewalt rechtfertigen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es in der Vergangenheit auch sehr gewaltvolle Phasen im Christentum gegeben hat. Die erste Lektion war sicher die grausame Erfahrung der Kreuzzüge. Daraus hat das Christentum einige Lektionen gelernt, die der Islam so noch nicht gelernt hat. Solch ein Prozess dauert. Und im Dialog kommen wir uns näher.

Quelle: tacheles.tv

Nun kann man Ausschnitte der Diskussion auch noch einmal ansehen„>: