Monate: August 2010

Gott ist, was er tut. Und er tut, was er ist. (Predigt 1.Joh.4)

Der Boulevard, braucht den Allgemeinplatz. Er braucht Themen, die jeder kennt, sei es vom Hörensagen oder aus eigenem Erleben –letztlich ist das gleichgültig. Der Boulevard giert förmlich nach Allgemeinplätzen, buhlt um Aufmerksamkeit und bekommt sie in der Regel auch. Denn es geht, wie jeder eigentlich weiß ums Geld verdienen. Und da machen bekanntlich alle gerne mit! Für die Politik hingegen gilt: Nichts ist schlimmer, als wenn man sich auf Allgemeinplätzen tummelt! Sei es nun die Gesundheits- oder die Steuerreform. Die Bildungs- oder Familienpolitik. Oder neuerdings wieder einmal die Einwanderungsdebatte.

Der Tod kennt keinen Plan „B“

Nach dem Tod von Christoph Schlingensief wird die Lücke, die er lässt sehr nur zu schnell deutlich. Die Gestaltung des Deutschen Biennale-Pavillons 2011 in Venedig ist jetzt unklar. „Seit vier Jahren lebt und arbeitet er mit dieser Krankheit, es gibt keinen Anlass, irgendwelche Zukunftsprognosen jetzt zu machen, und es gibt überhaupt keinen Anlass, von einem Plan B zu sprechen und jetzt diese Überlegungen anzustellen“, sagte die Kuratorin Susanne Gaensheimer noch im Juni diesen Jahres auf die Frage, ob es nicht an der Zeit sei über eine Alternative zu Schlingensief nachzudenken. Die Kuratorin hat recht getan! Denn der Tod fragt nie, ob wir einstimmen. Er fragt nicht, ob und wann uns der Zeitpunkt recht ist. Er hat uns auch in den letzten Jahren nicht danach gefragt, wie wir ohne solch einen Performer zurechtkommen werden. Anders aber ist es mit Gott. Gott fragt uns danach, ja er bittet uns, daß wir einstimmen. Er bittet und wirbt um unser Vertrauen. Aber er zwingt und nötigt uns nicht. Gott bittet und wirbt um unser Vertrauen, wenn die Grundfesten unseres …

Der Mensch ist leider nicht naiv… (Predigt über Epheser2,4-10)

Liebe Gemeinde, es geht das Gerücht, ein Pfarrer aus der Provinz hätte angesichts dieses Predigttextes einen Brief an seinen Bischof geschrieben. Einen Brief mit folgendem Inhalt: „Liebe Bruder im Herrn, ich weiß nicht, was man mit der öffentlichen Lesung der Predigttexte erreichen will, wenn sie solchen Charakter haben, wie der im Epheser Brief im zweiten Kapitel vom vergangenen Sonntag. Es handelt sich hier doch um einen Text, der ohne eingehende theologische Auslegung gänzlich unverständlich bleibt. Soll ich im Rahmen einer Predigt nun Unterricht in der christlichen Religion betreiben? Das wäre doch wohl ein falsches Predigtverständnis, oder? Ich finde solche lehrhaften, theologisch dichten Texte ungeeignet zur öffentlichen geistlichen Rede und bin nicht willens meine Gemeinde mit derartiger Dogmatik zu belasten. Ich habe mich deshalb entschieden den Evangeliums Text vom Pharisäer und Zöllner zu predigen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Pfäfflein aus der Provinz….“