Monate: Mai 2010

Evangelisch werden ist nicht schwer

Im Mai diesen Jahres (2010) habe ich folgendes gebloggt: Der Bericht in unserer hiesigen Regionalzeitung kann ich nur bestätigen. Der Generalanzeiger Bonn (GA) druckt den Bericht einer katholischen Frau, die ihre Gründe schildert ihre Kirche zu verlassen und evangelisch zu werden. In den vergangenen sechs Wochen erreicht mich ein Anruf pro Woche von ausgetretenen Menschen, die möglichst schnell wieder in eine Kirche eintreten wollen. Von einer „Haftungsgemeinschaft“ (dass also zwischen den Kirchen kein Unterschied gemacht werde) , wie Nikolaus Schneider, Präses der ekir und z.Zt. Ratsvorsitzender der EKD, sie beschreibt, kann ich nichts feststellen. An der Basis ist „evangelisch“ eher im Aufwind… Im Dezember ist sowieso Kirchenaustrittsmonat. Was für den Verkauf des Papstbuches gut war schlägt auf Seiten der Austrittswilligen zurück. Die wenigsten nur werden evangelisch…

Pfingstliche Mobilität (Apostelgeschichte 2)

Pfingsten bewegt und seien es zunächst auch nur die Autos, die ins Grüne bewegt werden. Pfingsten bewegt aber auch die Kirche. Sie reißt in der Ur-Erzählung (Apostelgeschichte 2) die Jüngerinnen und Jünger förmlich mit sich. Wenn Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, dann ist Kirche Jesu Christi nur in der doppelten Bewegung des Heiligen Geistes: Der, der in uns hinein fährt und uns erfüllt, ist der, der uns hinaus treibt auf die Strasse, zu den Menschen. So wird Kirche! Und sie hat „weiche“ Grenzen. Keine ein für allemal feststehenden Gestalt.
 Pfingsten ist Gottes Bewegung in uns hinein. Und Pfingsten treibt uns hinaus zu den Menschen und lässt verkündigen von den großen Taten Gottes. Keine zufriedene „sitzenbleiber“ Kirche und keine „nervöse“ Aktionisten Kirche. Die Balance zu halten gelingt nur schwer. Eigentlich ist sie nur so durchzuhalten: Gott beim Wort zu nehmen, dass er versprochen hat seinen Geist (=Anwesenheit) zu schenken, da wo sie gebraucht wird. Und sie wird (recht besehen) überall gebraucht.

Monika Bylicki und das gemeinsame Abendmahl

Man muss nur lange genug warten, dann wird´s auch was. Der zweite ökumenische Kirchentag hat im wesentlichen zweierlei verbreitet: Es gibt kein gemeinsames Abendmahl! Und: Margot Käßmann ist zurück: Sie ist der Star gewesen. Der Protestantismus braucht den Pop und das ist auch gut so. Wenn es um das gemeinsame Abendmahl geht und darin besonders um die Frage, wann es denn kommt, solle man vielleicht Monika Bylicki fragen. Nicht, weil sie Haushälterin eines katholischen Pfarrers ist, obwohl sie dazu bestimmt auch eine Meinung hat. Nein, die Frau kann nämlich warten! Seit 697 Jahren ist sie die erste Schützenkönigin ihrer Bruderschaft in Rheinbach (bei Bonn). Etwa so lange dauert das wohl mit dem gemeinsamen Abendmahl auch noch. Und das ist in etwa auch genauso wichtig wie die Nachricht über die Schützenkönigin. Irgendwann wird es kommen und die dabei waren werden den historischen Moment beschwören. Mir geht es da eher so wie Friederich Schorlemmer, der gar nicht von einem ökumenischen Kirchentag, sondern nur von einem „Christentreffen“ sprechen wollte. Ihm dauere das mit dem gemeinsamen Mahl entschieden zu lange. …