Meist geklickt, Predigt

Schwach sein Stark sein! Verleugnung des Petrus

Stark sein, schwach sein:
Wer ein Pferd auf seinen Armen tragen kann, ist ganz schön stark.
Wer sich nicht die Zähne putzt, weil die Zahnbürste zu schwer ist, der ist ganz schön schwach.
Wir mögen alle gern stark sein.
Schwach will keiner gern sein.
Zu einem Kind wie Pippi-Langstrumpf, sagen wir bewunderungsvoll: Ja!
Aber wehe, da ist jemand, der schwach ist, oder mutlos, oder schüchtern. Zu so einem sagen wir –nicht laut- aber vielleicht leise: nein.

Ja sagen und nein sagen zu einem Menschen, das ist ein großer Unterschied. Vielleicht nicht so sehr für den, der es sagt. Aber ganz bestimmt für den, der es hört.
Sagt einer Ja, tut das gut. Sagt einer Nein zu mir, dann bin ich auf einmal nicht mehr wie vorher. Dann geht das Nein mit mir mit. Manchmal einen ganzen Tag lang.

Wir hören heute eine Geschichte von einem, der Nein sagt. Nein zu einem Menschen, genauer zu einem Freund. Er sagt: nein, den kenne ich nicht.
Und während er das sagt, merkt er, dass er nicht stark ist. Stark wäre er gewesen, wenn er zu seinem Freund gehalten hätte.

Stellt euch einmal Eltern vor, die immer Ja sagen.
Zu allem. Zum Fernsehen den ganzen Tag. Zum Wohnzimmer-Umbau in eine Räuberhöhle, zum Langeaufbleiben und Süßigkeiten essen und niemals Zähneputzen. Ein Traum wäre das.

Und jetzt stellt euch vor, so wie es Euch Kindern geht, so geht es auch den Erwachsenen.
Auch sie hören gern ein Ja.
Ja sagen ist etwas sehr schönes.
Wir alle hören gern ein Ja.
Ein Nein dagegen wollen wir am liebsten nicht hören.

Gott ist ein Ja-Sager.
Das ist sein Lieblingswort. Er sagt gern Ja.
Als er die Welt erschaffen hat. Da hat er Ja gesagt. Ja, die Erde soll entstehen. Auch die Menschen und die Tiere und die Pflanzen.
Gott wollte auch die Musik. Den Kinderchor.
Gott will, dass wir da sind. Er sagt gern Ja. Denn er liebt das Leben.

Petrus hat Nein gesagt. Nein, den kenne ich nicht.
Jesus stand in der Nähe. Sein Freund. Immer wollte er zu ihm halten. So wie Freunde es eben tun.
Aber jetzt war es aus mit seiner Stärke.
Ein Schwächling war er. Er schämte sich vor sich selbst. Nein, so wollte er nicht sein. So nicht. Stark wollte er sein. Zeigen, dass Jesus sein Freund ist und dass es gut war, mit ihm zusammen zu sein.
Das Nein zu Jesus war schlimm.
Aber jetzt war es noch schlimmer, dass er Nein zu sich selber sagt.

Wir können viel anrichten mit unserem Nein.
Mit dem Nein zu einem anderen Menschen können wir viel Unglück über andere bringen. Aber auch mit dem Nein zu uns selbst.

Wir können viel anrichten, wenn wir nein sagen.
Aber eines können wir nicht. Wir können Gott nicht davon abbringen zu uns Ja zu sagen. Er sagt Ja zu uns auch wenn wir 10 mal 100mal 1000 mal nein sagen.

Wer das hört, kann aufhören, sich über sich selbst zu ärgern.
Der kann aufhören, sich zu schämen, weil er zu schwach war.
Der kann wieder Ja zu sich selber sagen.

Ohne Ja zu sich selbst zu sagen, kann kein Mensch glücklich werden. Deshalb: es ist gut für den, der Ja zu sich sagen kann.

Gott sieht es gern, wenn wir Ja zu uns sagen.
Er sieht es gern, wenn wir glücklich sind.
Denn er liebt das Leben.
(Da schmücke ich mich mit „fremden Federn“:
Die Predigt schrieb meine Frau, Pfarrerin Ingeborg Dahl…!)