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Odenwald im Rheinland angekommen

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Fälle von sexuellem Mißbrauch auch in der Rheinischen Kirche (ekir) bekannt werden würden. Nun hat die Kirchenleitung folgendermaßen reagiert:

In den vergangenen Tagen und Wochen haben sich neun Männer und Frauen gemeldet, die von körperlicher Gewalt und Erniedrigungen in kirchlichen Einrichtungen im Zuständigkeitsbereich der Evangelischen Kirche im Rheinland berichten.

„Wir nehmen diese Schilderungen sehr ernst“, sagte Vizepräses Petra Bosse-Huber am Montag-Mittag auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Dabei sei es unerheblich, dass sich die Vorgänge bereits vor Jahrzehnten zugetragen haben: „Wir sind beschämt und entsetzt, dass solche Übergriffe offenbar auch in Einrichtungen im Bereich unserer Landeskirche und ihrer Diakonie stattgefunden haben. Wir bitten die Opfer um Verzeihung!“
Wer sein Amt oder seine Funktion in Kirche und Diakonie und die damit verbundene Macht und Autorität missbrauche und Menschen seelische und körperliche Gewalt angetan habe oder antue, verstoße gegen Gottes Gebote, gegen die Botschaft des Evangeliums und gegen den Auftrag der Kirche, so die Vizepräses der zweitgrößten EKD-Gliedkirche: „Wer so handelt, lästert Gott und spottet der Menschen. Wer in der beschriebenen Form Gewalt ausübt, darf nicht erwarten, dass die evangelische Kirche auf diesem Auge blind ist oder tatenlos zusieht.“ Allerdings, so räumte die Repräsentantin der rheinischen Kirche ein, enthielten die Berichte mitunter auch Vorwürfe, dass Mitarbeitende der Kirche nicht zu allen Zeiten auf seinerzeit möglicherweise vorgebrachte Hinweise adäquat reagiert hätten. Bosse-Huber wörtlich: „Wir gehen den Vorwürfen der Misshandlung und des Missbrauchs ebenso nach wie dem Verdacht der Vertuschung.“ Der lange zeitliche Abstand erschwere aber die Aufklärung, Verjährungsfristen machten strafrechtliche und disziplinarische Ahndung zumeist unmöglich.

Auf ekir.de gibt es den gesamten Text dazu.