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Landessynode 2010 Ergebnisse

Die Ergebnisse der Landessynode findet ihr hier. Neben dem Beschluss zu den Rechnungsprüfern, den ich ja in dem Artikel über Oikocredit angedeutet hatte, möchte hier nur auf den Jugendbericht verweisen und auf die überfällige Änderung im zentralen Auswahlverfahren aus familiären Gründen. Das ist schon mehr als peinlich: 2007 noch große Töne zur Familienpolitik spucken und dann Pfarrerinnen (meistens Frauen) in ein Auswahlverfahren stecken, in dem Sie beweisen sollen, dass sie über dem Kinderkriegen und -erziehen pfarramtliche Qualifikationen nicht verloren haben. Gut dass das nun ein Ende hat. Vielleicht ist das ja der neuen Frömmigkeitsrichtung der rheinischen Kirche zu verdanken: Wer missionarisch unterwegs ist (oder sein will), für den ist die Familie traditionell wichtig. So wichtig, dass er die Jugend auch schützen muss, vor den bösen „virtuellen Welten“, in die die Jugendlichen so gerne abtauchen. Da klingt mir das ganze doch zu sehr nach Hugo Chavez. Dabei ist das, was virtuelle Welt genannt wird, für Jugendliche im Umgang oft genauso selbstverständlich, wie telefonieren für „Erwachsene“. Da merkt man doch, dass Synodale (wie Abgeordnete im Bundestag) sehr wenig im „Netz“ unterwegs sind. Eine kirchliche Kenntnisnahme des  Internet Manifestes dürfen wir vor 2025 wohl kaum erwarten. Positiv sind die Jugendkirchen Projekte zu nennen. Hier kann die Landesjugendpfarrrerin ja auf langjährige Erfahrungen zurückblicken. Verwunderlich ist da nur, warum das größte Problem im Moment der Abbau von hauptamtlichen Stellen sein soll. Dass evangelische Jugendarbeit 90 % der jugendlichen nicht erreicht hat doch wohl eher damit zu tun, dass sie sich immer noch als Bildungsarbeit begreift. Und als einen verlängerten Arm von Schule. Da muss man sich nicht wundern, wenn Jugendliche erst gar nicht kommen. Und wenn der Jugendleiter/die Jugendleiterin am Wochenende nicht arbeiten (so steht das m.W. in den meisten Dienstanweisungen), dafür aber am Montag, wenn alle Jugendlichen in der Schule sind, muss man sich auch nicht wundern, wenn der Kontakt gar nicht erst stattfindet.

Das Interview gibts nun auch auf „>youtube: