Predigt

Alle Jahre wieder…

Nichts brauchen wir dringlicher als das: Frieden auf Erden! Das wir uns an den Weihnachtstagen besonders bewusst, wenn wir die Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes im familiären Frieden erleben, hören, feiern.

Noch können die älteren unter uns von Weihnachtsfesten erzählen, die nicht in Friedenszeiten und Wohlstand gefeiert wurden.

Sie erzählen uns von der Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit, von der Sehnsucht nach Frieden, der uns heute, hier bei uns, in unserem Land so selbstverständlich erscheint. Schmerzlich ist es da, dass die Botschaft des Weihnachtsfestes, die vom Frieden für alle Völker kündet von der Stadt ausgeht, die heute einem Gefängnis gleicht: Bethlehem ist heute fast vollständig von einer 8m hohen Mauer umschlossen. Die Bewohner dürfen die Stadt nur mit einer Ausnahmegenehmigung verlassen.

Straft da die politische Realität die Friedensbotschaft aus Bethlehem nicht Lügen? Ist es da nicht verständlich, dass wir lieber von Bethlehem wegschauen als auf Bethlehem zu blicken? Nein, es ist gerade umgekehrt!

Die Friedensbotschaft aus Bethlehem straft diejenigen Lügen, die behaupten, politische Realitäten müsse man als gegeben hinnehmen. Politische Gegebenheiten, selbst wenn sie uns auch noch so unerschütterlich und Ausweglos erscheinen, lassen sich verändern. Das dürfen wir (deutsche)  im Jahr 20 des Berliner Mauerfalls bestimmt sagen.

Die Friedensbotschaft, die mit der Botschaft der Engel vom friedlichen Kind in der Krippe beginnt und die sich in der Predigt Jesu von Nazareth vom Kommen des Gottesreiches fortsetzt macht auch vor 8 m hohen Betonmauern nicht halt. Und sie macht auch vor Mauern in Betonköpfen nicht halt.

Gottes Kommen in seinem Sohn Jesus Christus, zeigt nicht nur den Weg zum Frieden, sondern er wird ihn auch bringen. Vielleicht nicht heute oder morgen, vielleicht nicht nächstes Jahr an Weihnachten. Aber Gottes Friede wird kommen, weil er in Jesus Christus damit einen Anfang gemacht hat. Das kann man feiern und mit Recht feiern! In Bethlehem, wo in sich dieser Heiligen Nacht die Mauern für 60000 Pilger öffnen und in Meckenheim mit seinen „Problemchen“ erst recht.