Monate: November 2009

Schweizer Käse!

Minarett – Centrum Moschee Hamburg, ursprünglich hochgeladen von sahinakif Kaum hat die Schweiz entschieden, dass keine Minarette mehr in der Alpenrepublik gebaut werden dürfen, da werden in Berlin Tempelhof selbige nachgemessen und für zu hoch befunden. Dazu fabuliert der Vorsitzende des Innenausschusses (Bosbach) noch etwas von „veröffentlichter“ und „öffentlicher“ Meinung (=“politisch-korrekt“ und „stammtisch-korrekt“ ?). Und alle wollen am liebsten eine „Leitkultur“: wer hier lebt soll sich anpassen, und kleiner bauen als Kirchtürme sind –wenn überhaupt, weil die Grundstückspreise in der Nähe einer Moschee ja fallen! Sieht so ein demokratischer Staat aus, der für Religionsfreiheit nicht nur eintritt sondern sie auch gesetzlich festschreibt? Katrin Göhring-Eckhardt hat schon recht, wenn sie meint, Bosbach müsse aufpassen, was er sagt. Und sogar die „Welt“ tritt dafür ein, dass in Deutschland der Moschee-Bau möglich sein muss, selbst, wenn in der Türkei das Bauen einer Kirche nicht erlaubt ist. Nur so könne man mit Religionsfreiheit ernst machen. Es ist in diesem Zusammenhang auch an die negative Religionsfreiheit zu erinnern, die der Staat auch zu gewährleisten hat. Das ist vielen Kirchenleuten oft …

Der Ethikrat und die Klappe

Zuweilen werden Diskussionen reichlich akademisch  geführt.  So auch in  der neusten  Empfehlung des  Deutschen Ethikrates die sog. „Babyklappen“ abzuschaffen. „Die bestehenden Angebote anonymer Kindesabgabe sind ethisch und rechtlich sehr problematisch, insbesondere weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzen“, heißt es in der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme. Mit derselben Logik ließe sich aber auch  sagen:  „Tote  Babys  brauchen keine Eltern!“ Statt an einer seit 1999 bestehenden Praxis weiterzuarbeiten und  ggfs. zu modifizieren, wird hier fast bildlich „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“. Die Ratsvorsitzende der EKD hat sich  weit  für  die  Babyklappen aus dem Fenster gelehnt. Gut So. Dafür hat sie dann auch  den ersten katholischen „Gegenwind“ zu spüren bekommen  (vom  SkF, Sozialdienst kath. Frauen). Allerdings  ist  auch  zu  hören,  dass die  kath. Vertreter im Ethikrat, der selben Meinung waren, wie die Bischöfin.

Telefonseelsorge für Muslime

Komme gerade von einer Veranstaltung in der über Islam und Christentum (wie immer) kontrovers diskutiert wurde. Es ist erschreckend wie über andere Religionen ge- und auch verurteilt wird. Statt dass für ein friedliches Miteinander der Religionen zu werben wird die Wahrheitsfrage in den Religionen zur alles entscheidenden Frage hochstilisiert. Auf der Strecke bleiben die Menschen, die nach Orientierung und Hilfe suchen! So ist es nur zur begrüßen, dass es nun auch eine TS (Telefonseelsorge) für Muslime gibt.

Wiedereinmal: Kündigung wegen Wurstbrot!

Die Meldungen werden häufiger. Gekündigt wegen vermeintlicher Bagatellen… Diesmal hat es ein Pflegeheim der Caritas fertig gebracht. Bald wird „Der Spiegel“ sicherlich auch von weiteren (auch evangelischen) Einrichtungen berichten. Wann sind die Redaktionen der Verlage und die Gewerkschaften dran, bei denen die Reinigungskräfte vom Buffet naschen?

Depression ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit.

Telefonseelsorge verzeichnet nach Enke-Suizid mehr Anrufe berichtet das Hamburger Abendblatt. Offenbar setzen Prominente durch ihre Verhaltensweisen Veränderungsprozesse schneller in Gang, als alle Beratungsstellen mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit es je zustandebringen würden. Das ist für beide Seiten nicht gerade ermutigend. Promis stehen noch mehr mit ihrem Privatleben unter Beobachtung, gerade wenn sie der Meinung sind, dass ihr „Handicap“, „Schicksal“ es vielen Leidensgenossen mit ihrer Thematisierung leichter machen könnte. Und die Beratungsleute bohren oft jahrelang dicke Bretter, mit oft nur kleinen Erfolgen. Der Spagat zwischen verantwortunsvollem Öffnen und immer größer werdendem Voyorismus bleibt keinem erspart.

Von Trauer und Hoffnung

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Das steht über der Todesanzeige von Robert Enke, neben einem großen Kreuz. Dieser Satz ist nicht vom Apostel Paulus, sondern von V. Havel. Manchmal wünsche ich mir von meiner Kirche, dass sie das Leid nicht nur als überwundenes kennt, sondern als etwas, das bleibt. Die Osterkirche, die den Tod verlacht kann nicht an dem Mann vorbei, der am Kreuz verloren hat. Dieser Mann am Kreuz war kein Gewinner. Er war vielmehr ein Verlierer. Er verlor sogar seinen Glauben. Er war nicht erfolgreich und er meinte nicht, dass sein Land es besser könne. An ihm kann man sehen, was Scheitern ist. Scheitern lernen dagegen können wir nicht. Es wird immer wieder Niederlagen im Leben geben. Hoffentlich keine, an denen wir zerbrechen! Der christliche Glaube kann helfen das Leben mutig und getrost anzugehen. Aber selbst Glaubende können verzweifelt und ohne Hoffnung sein. R. ENKE Die Trauerrede der Bischöfin wurde von vielen Menschen als tröstlich erlebt.

Jetzt ist die Zeit der Gnade, heut ist der Tag des Heils

9. November – Grenzöffnung Ursprünglich hochgeladen von Reniking Als ich vor 20 Jahren im Tübinger Hörsaal in der Christologie Vorlesung von E. Jüngel saß, und er die Vorlesung mit dem Wochenspruch begann, fand ich das unangemessen. Heute noch habe ich seine Sätze im Ohr, weil er sie sichtlich bewegt und voll Dankbarkeit vortrug. Heute verstehe ich den (ehemaligen Ost-) Berliner besser als damals! Und das Staunen über den Wochenspruch ist größer geworden.