Monate: März 2009

Angela Merkel die Protestantin.

Nun ist es also wieder soweit: Wahlkampfzeit, Zeit die Boxhandschuhe der Geschmacklosigkeiten, Halbwahrheiten und Diffamierungen auszupacken. CSU Landesgruppenchef Ramsauer attakiert (als Katholik!) die evangelsische Bundeskanzlerin wegen ihres „Zungenschlages“ in der Aufforderung an den Vatikan (den er heute besuchte), sich deutlicher vom Holocaustleugner Williamson zu distanzieren (das Thema ist eigentlich schon genug erörtert worden). Nun erscheint just ein Buch über die „Protestantin Merkel“ von einem römischen Autor (Volker Resing), der sich die Zeiten des rheinisch-römischen Katholizismus in der CDU zurückwünscht. Das Interview im Deutschlandfunk zur Vermarktung seines Buches ist wirklich sehr empfehlenswert, kann man sich die 9,90 dann doch sparen. Nur zur Erinnerung: Merkel hatte gesagt: „Es geht hier darum, dass von Seiten des Papstes und des Vatikans sehr eindeutig klargestellt wird, dass es hier keine Leugnung geben kann, und diese Klarstellungen sind aus meiner Sicht noch nicht ausreichend erfolgt.“ Resing findet dazu: „Ich denke sicher, dass in der Form und auch in der Art und Weise diese Kritik viele verstört hat und sie auch falsch war, ungeschickt war.“ Und faselt dann noch etwas von „Einkuschelbedürfnis“ der …

Mehr als lila Schokolade (Predigt über Matthäus4)

Der Mann lebt nun am Gardasee, fern des deutschen Medienrummels und doch ist an ihn zu erinnern. Er, obwohl sehr gut verdienender Manager, konnte offenbar dem inneren Drang nach noch mehr Geld nicht widerstehen und schleusste ein kleines Vermögen beiseite. Er war einer, für ihn vielleicht kleinen, Versuchung erlegen. Sie, als Kassiererin nicht gerade wohlhabend, soll zwei Leergutbons im Wert von 1,30 EUR unterschlagen haben. Nun ist sie ihren Job los. Sie sagt, sie sei nicht blöd wegen eines so geringen Betrages ihre Arbeit zu verlieren. 1,30 EUR sind keine Versuchung. Im Mathäus Evangelium geht es genau darum, es geht darum, dass Versuchung mehr ist als Lila Schokolade. Jesus selbst bekommt es in der Erzählung nicht nur mit der Versuchung, sondern mit dem Versucher selbst zu tun: Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. …