Aufgelesen

Lukas Podolski und Lukas 15,11-32

Die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn ist wohl eine der bekanntesten. Davon zeugen zumindest die Überschriften in den großen Zeitungen. Der verlorene Sohn Podolski kehrt von München nach Köln zurück. Offenbar tut allen Beteiligten der Wechsel gut. Bleibt zu fragen, ob es gerechtfertigt ist, die biblische Parallele zu ziehen? Erinnern wir uns: Jesus erzählt: Ein Sohn will sich sein Erbe von seinem Vater auszahlen lassen und beschliesst loszuziehen und es sich gut gehen zu lassen. Als er alles verloren hat und ganz unten, bei den Schweinen, als Hirte sich verdingen muss, sieht er nur noch einen Ausweg: nach Hause zurüchzukehren. Der Vater freut sich über die Maßen, gibt ein grosses Fest und setzt seinen Sohn sogar wieder als Erben ein. Es reizt natürlich die Parallele mit den (Bayern-)Schweinen, auch wenn Poldi nicht nach Düsseldorf, sondern Köln zurückgeht. Aber ist das mit den Schlagzeilen wohl kaum gemeint. Offenbar steht das Bild des verlorenen Sohnes für jemanden, der, nach einem Aufenthalt in der Fremde, gut zu Hause aufgenommen wird. Damit ist die Aussage der Geschichte (oder für Theologen: das tertium comparationis) gut getroffen. Nicht der verlorene Sohn steht im Zentrum der Erzählung, sondern es soll deutlich werden: So wie der Vater im Gleichnis, so handelt Gott. Als Titel der Erzählung wäre also “Von Gottes Güte“, oder “Freude bei Gott“ passender als “Der verlorene Sohn“. Allerdings würde das im aktuellen Bezug nahelegen, dass der 1.FC Köln “Gott“ wäre! Doch spätestens seit Asshauer wissen wir: “Es gibt keinen Fussball-Gott!“